Zum OstseeFerienLand gehören die Bäder Grömitz, Kellenhusen und Dahme, sowie das Hinterland Grube und Lensahn. Und weil man sich die beste Übersicht aus der Luft verschaffen kann, ist der Flugplatz Grube meine erste Anlaufstelle.

Ein Rundflug über die Lübecker Bucht – „Wow“, hatte ich zunächst gedacht. Beim Anblick der kleinen Cessna wird mir allerdings doch etwas Bange. Mit Headset setze ich mich auf die hintere Bank der Propellermaschine mit vier Plätzen, das mulmige Gefühl im Magen verstärkt sich noch.

Mit der Cessna machen wir einen Rundflug über die Ostsee.
Mit der Cessna machen wir einen Rundflug über die Ostsee. Foto: Weiß

Unser Pilot, Georg Altrogge, nimmt mir einen Teil meiner Bedenken. Er fliegt seit 13 Jahren. „Die Luft ist ruhig, das Wetter ist ideal für den Flug und eine gute Sicht“, erklärt der 56-Jährige.

Tatsächlich, als wir abheben, bin ich erstaunt, wie wenig es wackelt. Luftlöcher, die man auch von großen Fliegern kennt, gibt es gar nicht. Und dann bekomme ich kein Wort mehr raus, vor Respekt und vor Begeisterung.

Auf Altrogges Bitte, Fragen zu stellen, wenn wir etwas wissen möchten, kann ich gar nicht antworten, weil ich einfach staune. Das Meer ist auch von da oben wunderschön anzusehen – und es verliert nicht an seiner beruhigenden Wirkung, die es sonst auch hat.

Ein Blick über Meer, Festland und Insel

Links von uns glänzt der Rundbogen der Fehmarnsundbrücke in der Sonne, rechts taucht der Steg an der Promenade in Grömitz auf.

Drumherum Sandstrand und das zum Ufer hin immer heller und türkiser aussehende Wasser, Felder und Wälder am Festland, Campingplätze, der Leuchtturm Dahmeshöved und das Kloster Cismar.

Eine halbe Stunde dauert der Flug und obwohl es einzig nach dem Landen auf dem Gras einmal ruckelt, bin ich erleichtert, heile gelandet zu sein. Dieser Adrenalinschub hat sich gelohnt. 

Die Fehmarnsundbrücke aus der Cessna fotografiert.
Die Fehmarnsundbrücke aus der Cessna fotografiert. Foto: Weiß

Die Ruhe am Boden

Um den Körper wieder träge zu machen, gibt es nach dem luftigen Abenteuer eine riesige Portion Fisch. Zu unserem Hotel, der „Tante Emma“ in Kellenhusen, gehört das Restaurant „Bootsmann“.

Wer Schwierigkeiten mit Entscheidungen hat, hat es hier leicht – ein Gericht, drei verschiedene Fischfilets, dazu Bratkartoffeln und danach ein Kartoffelschnaps. Schmeckt! 

Der Verdauungsspaziergang führt durch den Kurpark, in dem nachts Lichtelemente in den Bäumen leuchten, dazu spielt nahezu meditative Musik. Gesättigt von Eindrücken und dem Essen lege ich mich schlafen. 

Drei Fischfilets und Bratkartoffeln liegen auf meinem Teller im Restaurant Bootsmann.
Drei Fischfilets und Bratkartoffeln liegen auf meinem Teller im Restaurant Bootsmann. Foto: Weiß

Am nächsten Morgen folgt der nächste Input. Vollrath Wiese vom „Haus der Natur“ führt uns durch den Staatsforst Kellenhusen.

Der Museumsleiter und Umweltpädagoge erklärt Bäume und Vögel, den Fledermauspfad und die Brutkästen. Ich fühle mich an meine Kindergarten- und Grundschulzeit erinnert – ein schönes Gefühl.  

Unsere Gruppe trifft sich mit Vollrath Wiese, er führt uns durch den Wald.
Unsere Gruppe trifft sich mit Vollrath Wiese, er führt uns durch den Wald. Foto: Weiß

Ab an und unter das Wasser

Nach Wind und Wald geht es zu den Wellen. Grömitz hat eine acht Kilometer lange Küste. An der knapp 400 Meter langen Seebrücke tauchen wir ab. Nun also Meer von unten. In der „Tauchgondel“ werde ich trocken und geschützt zur Unterwasserwelt-Beobachterin.

Gelbe Haarquallen ziehen an den Fenstern vorbei, Krabben und Plattfische am Boden. Dabei besteht keine Gefahr, seekrank zu werden. Über das Dach der Gondel könnte man im Notfall ebenfalls trockenen Fußes wieder an den Steg gelangen. 

Eine Gelbe Haarqualle schwimmt am Fenster der Tauchgondel in Grömitz vorbei.
Eine Gelbe Haarqualle schwimmt am Fenster der Tauchgondel in Grömitz vorbei. Foto: Weiß

Die Promenade ist ganz Küsten-üblich gesäumt von Restaurants, kleinen Geschäften und Menschen beim Spaziergang. Viele junge Familien sind da, aber auch Junggesellenabschiede oder Gruppen von Freundinnen.

Jährlich findet, wie auch bei meinem Besuch, die Xletix-Challenge in Grömitz statt – ein ziemlich nasser und dreckiger Hindernislauf am Strand, bei dem vor allem junge Leute gemeinsam antreten. 

Bei der Xletix-Challenge müssen Hindernisse – wie diese Wand – überwunden werden.
Bei der Xletix-Challenge müssen Hindernisse – wie diese Wand – überwunden werden. Foto: Weiß

Das macht die Sonnenseite des Lebens aus

Da der Strand Richtung Süden liegt, bedarf es meist einer Sonnenbrille. Grömitz bezeichnet sich selbst als „Ostseebad der Sonnenseite“. Die zahlreichen Strandkörbe sind zum Meer hin ausgerichtet. 

Sollte das Wetter aber doch mal richtig mies sein, bietet sich die nicht ganz natürliche Welle an, die „Grömitzer Welle“ ist ein Erlebnisbad mit Sauna, Rutsche, Außenpool und Strömungskanal.

Strandkörbe stehen in Grömitz mit Blick Richtung Süden, auch am Abend kann man wunderbar die Promenade entlang schlendern.
Strandkörbe stehen in Grömitz mit Blick Richtung Süden, auch am Abend kann man wunderbar die Promenade entlang schlendern. Foto: Weiß

Und wer mehr Action will, dem seien die folgenden Angebote ans Herz gelegt: 

Der Leuchtturm Dahmeshöved kann bestiegen und besichtigt werden. Er ist zugleich Trauzimmer und toller Aussichtspunkt für Besucher. 

Der Leuchtturm Dahmeshöved ist auch ein Trauzimmer.
Der Leuchtturm Dahmeshöved ist auch ein Trauzimmer. Foto: Weiß

Das Kloster Cismar ist eine ehemalige Benediktinerabtei. Neben klassischen Führungen gibt es auch zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte im Hof.

Der Museumshof Lensahn ist eine Art historischer Erlebnisort, hier können Kinder (und Erwachsene) erfahren, wie früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. 

Auf dem Museumshof in Lensahn laufen auch Hühner herum – die sind nicht historisch.
Auf dem Museumshof in Lensahn laufen auch Hühner herum – die sind nicht historisch. Foto: Weiß

Am Lensterstrand steht der Kraxelmaxel, ein Kletterpark mit Blick über die Ostsee. Für Schwindelanfällige liegen daneben eine Minigolfanlage und ein Spielplatz, es gibt öffentliche Grillplätze und Restaurants. 

Der Kletterpark am Lensterstrand gibt den Blick über die Düne frei. Daneben steht ein Aussichtsturm, der mit normalen Stufen zu erklimmen ist.
Der Kletterpark am Lensterstrand gibt den Blick über die Düne frei. Daneben steht ein Aussichtsturm, der mit normalen Stufen zu erklimmen ist. Foto: Weiß