Streiks bei Lufhansa: Diese Rechte haben Passagiere

Streiks bei Lufhansa: Diese Rechte haben Passagiere

Die Flugbegleiter der größten deutschen Airline Lufthansa sollen am Donnerstag und Freitag die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft Ufo ruft zum Streik auf. Der reisereporter verrät, welche Rechte Passagiere haben.

Lufthansa-Passagiere müssen wieder Geduld haben. (Symbolfoto)
Lufthansa-Passagiere müssen wieder Geduld haben. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Stefan Zeitz

Bei der Lufthansa sollen die Flugbegleiter am Donnerstag und Freitag die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft Ufo hat zum Streik aufgerufen. Der reisereporter klärt die wichtigsten Fragen:

Lufthansa-Streik: Haben Passagiere ein Recht auf Entschädigung?

Von den Streiks betroffene Passagiere haben diese Rechte: Die Lufthansa ist verpflichtet, wartende Fluggäste angemessen zu betreuen. Zu diesen sogenannten Betreuungsleistungen zählen unter anderem Kosten für Hotels, Transport von und zum Hotel und Verpflegung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, auf diese Leistungen zu drängen. 

Sollte die Lufthansa für gestrandete Passagiere nicht erreichbar sein, können diese sich selbst um eine angemessene Unterkunft und Verpflegung kümmern. In diesem Fall unbedingt Rechnungen und Quittungen aufbewahren, um Kosten von der Airline zurückzufordern. 

Ticketpreis bei Flugausfällen oder extremen Verspätungen zurückfordern

Außerdem können Passagiere den Ticketpreis zurückfordern, wenn der Flug ausfällt oder mehr als fünf Stunden verspätet ist. Bei einer Annullierung können sie auch auf einer alternativen Beförderung – Umbuchung auf einen anderen Flug oder Zug – bestehen. So sehen es die Fluggastrechte vor.

Wenn du dir mit der Airline nicht einig wirst, kann übrigens eine Schlichtungsstelle helfen. Über ein Formular kannst du dich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden. 

Lufthansa-Flug als Teil einer Pauschalreise

Für den Fall, dass der Flug mit der Lufthansa zu einer gebuchten Pauschalreise gehört, müssen sich Passagiere statt an die Airline an ihren Reiseveranstalter wenden. Dort sollten sie auf eine alternative Verbindung mit anderen Airlines, Zügen oder späteren Flügen pochen, so die Verbraucherzentrale.

Pauschalreiseveranstalter sind übrigens auch bei Streik verpflichtet, die Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Taxifahrten, Telefonate oder ähnliche Ausgaben zu übernehmen, die durch die Verspätung entstehen.

Flugausfall: Ausgleichszahlungen auch bei Streiks?

Aber wie sieht es mit Ausgleichszahlungen aus? Normalerweise können Flugausfälle und -verspätungen zu Entschädigungszahlungen von 250 bis 600 Euro vonseiten der Airline berechtigen, je nach Flugstrecke. So sieht es die EU-Fluggastrechteverordnung vor. Das gilt aber nicht, wenn die Probleme auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen sind – darunter fallen Unwetter, medizinische Notfälle und bis April dieses Jahres auch Streiks. 

Sind Streiks außergewöhnliche Umstände oder nicht?

Auf dieser Grundlage kündigte beispielsweise die irische Airline Ryanair bei Streiks in der Vergangenheit an, sie werde nicht zahlen. Der „Independent“ zitiert die Airline: „Da diese Flugannullierungen durch außergewöhnliche Umstände verursacht wurden, ist keine Entschädigung fällig.“ 

Doch so einfach ist es offenbar nicht. Denn im April urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass ein unrechtmäßiger Streik kein außergewöhnlicher Umstand ist.

Im konkreten Fall kündigte Tuifly überraschend Umstrukturierungen an, daraufhin meldeten sich 90 Prozent der Piloten und 60 Prozent der Flugbegleiter krank. Die Airline wollte keine Entschädigungen zahlen. Doch der EuGH urteilte: Tuifly muss zahlen, der „wilde Streik“ war kein außergewöhnlicher Umstand. Grund für das Urteil: „Das Problem war hausgemacht“, erläutert Reiserechtsanwalt Paul Degott. 

Zuletzt entschied auch der Bundesgerichtshof im Fall einer Flugannullierung, der mit dem Streik des Flugpersonals am Hamburger Airport begründet worden war, dass die betroffenen Passagiere ein Recht auf Ausgleichszahlungen hätten. 

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