Zeppelin? Ja, du hast richtig gelesen: Das Unternehmen Hybrid Air Vehicles Limited (HAV) aus England setzt voll auf die Luftschiffe des frühen 20. Jahrhunderts und möchte ein neues altes Zeitalter des Reisens einläuten. Dabei geht es nicht nur um Flexibilität und eine bessere Ökobilanz, sondern auch um Entschleunigung beim Reisen.

Reisen in einer Kombi aus Flugzeug, Helikopter und Luftschiff

Das Prallluftschiff mit dem Namen Airlander 10 ist laut dem Unternehmen eine „Kreuzung“ zwischen einem Luftschiff und einem Flugzeug. Wie das funktionieren soll? Der Airlander bekommt 40 Prozent des Auftriebs durch seine aerodynamische Form und 60 Prozent durch Heliumfüllung. Seitliche Propeller lassen den Zeppelin vorwärts treiben. So könne er mit Passagieren an Bord etwa fünf Tage am Stück in der Luft sein.

Aktuelle Deals

Reisen im Luftschiff soll sich anfühlen wie Hotelurlaub

Der Airlander gilt als größtes Luftschiff der Welt, er soll pro Flug 19 Passagieren Luxus über den Wolken bieten – es solle sich anfühlen wie eine Art Kreuzfahrtüber den Wolken, erklärt HAV-Geschäftsführer Stephen McGlennan. In der 45 Meter langen Kabine finden sich neben privaten Zimmern mit Bad auch eine „Infinity Lounge“ zum entspannen.

Essen und Getränke sollen in der „Altitude Bar“ serviert werden. Einen fantastischen Blick auf die Landschaft – aus bis zu 6.000 Metern Höhe – versprechen Panoramafenster, die es überall an Bord geben soll.

Mit dem Airlander möchte das Unternehmen nach Angaben von McGlennan vor allem eines bewirken: Die Menschen sollen Flugreisen überdenken. Es gehe nicht immer nur darum, schnellstmöglich von A nach B zu kommen. Reisende sollten ihren Flug als Erlebnis genießen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Erste Tests des Airlanders von Problemen begleitet

Die erste Testphase des Airlander 10 verlief aber nicht unbedingt erfolgreich. In Südostengland landete das Prallluftschiff unsanft auf der Nase, in Amateurvideos wird der Vorfall als langsamster Absturz der Welt betitelt. Verletzt wurde niemand.

Knapp ein Jahr später verunglückte das Luftschiff erneut. Es riss sich rund 80 Kilometer nördlich von London von seinem Haltemast los. Ein Sicherheitsmechanismus hat dann dafür gesorgt, dass die Hülle aufriss und sich entleerte. Ein Mensch wurde dabei verletzt.