Botschafter-Tipps: Monaco ist kosmopolitisch | reisereporter.de

Botschaft aus der Ferne: Monaco ist kosmopolitisch

Isabelle Berro-Amadeï ist Botschafterin Monacos in Deutschland. Mit einer Größe von zwei Quadratkilometern ist ihr Heimatland sehr klein. Dennoch hat es viel zu bieten. Was? Das liest du im Interview.

Seit 2015 vertritt Isabelle Berro-Amadeï ihr Heimatland Monaco nun als Botschafterin in Deutschland.
Seit 2015 vertritt Isabelle Berro-Amadeï ihr Heimatland Monaco nun als Botschafterin in Deutschland.

Foto: Monegassische Botschaft, Unsplash/Simon Moore (Fotomontage)

Nach ihrem Studienabschluss in Privatrecht arbeitete Isabelle Berro-Amadeï zunächst als Richterin im Fürstentum Monaco und am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, bevor sie als Botschafterin Monacos nach Polen und Österreich ging. Seit 2015 vertritt die 52-jährige Monegassin ihr Heimatland nun als Botschafterin in Deutschland.

Was ist das Besondere a Monaco?
Isabelle Berro-Amadeï: Die Grimaldis wachen seit mehr als 700 Jahren über das Schicksal des Fürstentums Monaco. Wenige Dynastien können auf eine so lange Geschichte zurückblicken. Im Laufe der Jahrhunderte konnten die Fürsten von Monaco die Unabhängigkeit und Souveränität ihres Staates bewahren, indem sie immer wieder den tief greifenden Veränderungen Rechnung trugen.

Zwischen Bergen und Mittelmeer gelegen, mit 300 Sonnentagen im Jahr, präsentiert sich das zweitkleinste Land der Welt kosmopolitisch. Mehr als 129 Nationalitäten leben harmonisch auf zwei Quadratkilometern zusammen.

Monaco ist eng mit der Natur verbunden; es gibt eine außerordentliche Vielfalt an Grünflächen und Gärten, wie den Exotischen Garten, den Japanischen Garten und den Rosengarten von Fürstin Gracia Patricia.

Auch das kulturelle Angebot ist von großer Bedeutung und hoher Qualität – mit dem Ballett von Monte Carlo, dem Philharmonischen Orchester, der Oper, dem Theater und das ganze Jahr hindurch stattfindenden Ausstellungen, kulturellen und sportlichen Veranstaltungen von internationaler Strahlkraft.

Welche Orte sollte man unbedingt besuchen?
Berro-Amadeï: Monaco ist ein großartiges touristisches Ziel mit vielen Sehenswürdigkeiten, Museen, einem reichhaltigen historischen Erbe und einer reizvollen Natur. Diese Vielfalt der Zielorte verdeutlicht die Aufmerksamkeit, die der Kunst, der Geschichte und der Kultur gewidmet wird.

Ein Höhepunkt ist dabei die traditionelle Wachablösung der Carabinieri-Garde des Fürsten.

Isabelle Berro-Amadeï

So lädt die Besichtigung der großen Räumlichkeiten des Fürstenpalastes zu einer Reise durch die Jahrhunderte, von der Renaissance über die napoleonische Epoche bis ins Heute, ein. Ein Höhepunkt ist dabei die traditionelle Wachablösung der Carabinieri-Garde des Fürsten, täglich um 11.55 Uhr auf dem Place du Palais.

Das große Ozeanographische Museum präsentiert mehr als 6.000 Arten und, an einer Felswand gelegen, wacht es seit mehr als einem Jahrhundert über die Meere. Das neue Nationalmuseum zeigt in einer Daueraustellung und in Sonderausstellungen zeitgenössische Kunst.

Besuchenswert sind auch die fürstliche Oldtimersammlung, das Museum für Philatelie und Numismatik, der Zoo, das Stadion Louis II. und natürlich das Casino, das 1863 eingeweiht, 1878 von Charles Garnier umgebaut und um die Oper erweitert wurde. Die Oper ist der Opera Garnier in Paris nachempfunden.

Welche landestypische Spezialität sollten Reisende bei ihrem Aufenthalt unbedingt probieren?
Berro-Amadeï: Um in die Atmosphäre einzutauchen, empfehle ich, über den Markt von Condamine auf dem Waffenplatz zu spazieren, wo man alle Farben und Geschmacksrichtungen des Mittelmeers erleben können. Genieße dort gemeinsam mit den Einheimischen die monegassischen Spezialitäten Barbagiuans (Maultaschen mit Spinat), Fougasse (Shortbread mit Anis) und Socca (Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl).

Welches Buch sollte man vor einer Reise nach Monaco unbedingt lesen?
Berro-Amadeï: Es gibt unzählige Reiseführer und wer sich für mehr interessiert, dem empfehle ich zur Geschichte Monacos „Histoire de Monaco“ von Thomas Fouilleron.

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