Botschafter-Tipp für England: Cotswolds ein Muss | reisereporter.de

Botschafter-Tipps für England: Cotswolds sind ein Muss

Sir Sebastian Wood ist seit 2015 britischer Botschafter in Deutschland. Im Interview erzählt der englische Ritter, was den Reiz seiner Heimat ausmacht und wo es abseits Londons am schönsten ist.

Sir Sebastian Wood ist britischer Botschafter in Deutschland. Er stammt gebürtig aus London.
Sir Sebastian Wood ist britischer Botschafter in Deutschland. Er stammt gebürtig aus London.

Foto: Botschaft, imago/imagebroker (Fotomontage)

Nach Stationen in Washington, Hongkong und Peking hat der diplomatische Dienst Sir Sebastian Wood nach Berlin geführt. Seit 2015 ist der gebürtige Londoner britischer Botschafter in Deutschland.

Im selben Jahr wurde er von der Queen zum Ritter geschlagen. Klingt, als könnte der 56-Jährige einiges über die Briten und sein Heimatland erzählen.

Was ist das Besondere an Großbritannien?
Sir Sebastian Wood: Großbritannien ist sehr abwechslungsreich: Es gibt herrliche Strände, Berge zum Wandern, kulturreiche Städte und historische Orte – alles ganz nah beieinander.

Welche Orte sollte man unbedingt besuchen?
Wood: Die Cotswolds-Region: goldschimmernde Häuser, zauberhafte Dörfer, Schafe und Shakespeare. Die Cotswolds-Region ist eine Gegend mit besonders zauberhafter Landschaft, nur zwei Stunden außerhalb Londons. Hier steht das Haus meines Vaters, und hier habe ich viele wunderbare Momente meiner Jugend verbracht.

Dörfer wie aus dem Bilderbuch liegen hier inmitten von sanften Hügeln. Die Häuser sind aus dem berühmten goldenen Cotswolds Stone, der in der Dämmerung eines Sommerabends zu funkeln scheint. Mein Elternhaus, erbaut 1663, ist ein gutes Beispiel dafür. Auf dem Rasen hinter dem Haus haben wir an Sommerabenden Croquet gespielt.

Welche Stadt empfehlen Sie für einen Kurztrip?
Wood: Ich würde sagen: London. Aber ich bin natürlich parteiisch, da ich dort aufgewachsen bin. In London gibt es so viele herrliche Galerien und Konzerthäuser.

Die Theaterszene in London ist zweifelsohne die beste der Welt.

Sir Sebastian Wood

Man kann – ganz unerwartet – Straßenfestivals und besondere Flohmärkte finden und die herrlichsten Parkanlagen genießen, die es mitten in einer Großstadt geben kann. Und die Theaterszene in London ist zweifelsohne die beste der Welt. Mein Vater, der Schauspieler John Wood, hat in vielen Inszenierungen im Londoner Westend mitgespielt, auch im National Theatre, wo ich ihn unter anderem als „Prospero“ und „Richard III.“ gesehen habe.

Welche landestypische Spezialität sollten Reisende bei ihrem Aufenthalt unbedingt probieren?
Wood: Die britische Küche ist viel besser, als man denkt. Es gibt hervorragende traditionelle Gerichte, von Roastbeef und Yorkshire Pudding bis hin zu schlichten Fish and Chips.

Mein Lieblingsgericht ist aber Chicken Tikka Masala – in der Tat ist dieses berühmte indische Currygericht inzwischen nicht nur Teil der britischen Küche geworden, sondern auch eine der beliebtesten britischen Speisen, dank der zahlreichen exzellenten indischen Restaurants überall in Großbritannien.

Was muss man bei einem Besuch beachten?
Wood: Wir Briten sind Meister im Schlangestehen – das geht bei uns sehr gesittet zu, man ist höflich und geduldig. Es ist fast ein Nationalsport bei uns! Das ist für manche Ausländer schwer zu verstehen: kein Gedrängel und kein böses Wort, noch nicht einmal ein Augenrollen.

Im Gegenteil, wenn man Augen und Ohren offen hält, kann man in einer Warteschlange auch nette Bekanntschaften machen und sich so die Zeit vertreiben.

Welches Buch sollte man vor einer Reise in Ihre Heimat unbedingt lesen?
Wood: Bill Brysons „Reif für die Insel“, oder den zweiten Teil „It’s teatime, my dear!“: beides kenntnisreiche und unterhaltsame Reisebücher quer durch das Vereinigte Königreich. Und etwas von Shakespeare, vielleicht die Sonette, zur Einstimmung!

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