Ecuador: Tipps für die Reise vom Botschafter | reisereporter.de

Das musst du in Ecuador machen – sagt der Botschafter

Manuel Mejía Dalmau vertritt seit März 2018 sein Heimatland Ecuador als Botschafter in Deutschland. Im Interview hat der 70-Jährige ein paar Insider-Tipps für eine Reise in das Land am Äquator verraten.

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Manuel Mejía Dalmau ist Botschafter Ecuadors in Deutschland.

Foto: Botschaft, imago/robertharding (Fotomontage)

Er war Leiter des Data-Center der Firma IBM in Ecuadors Hauptstadt Quito. Er lehrte an drei Universitäten des Landes. Nun ist Manuel Mejía Dalmau Botschafter seines Heimatlandes Ecuador in Deutschland – und weiß viel über seine Heimat zu erzählen.

Was ist das Besondere an Ecuador?
Manuel Mejía Dalmau: Das „Land am Äquator“ ist durch seine vier grundverschiedenen Regionen einzigartig: Das Küstengebiet mit seinen ausgedehnten Sandstränden (Sonnenroute genannt), das Hochland mit seinen farbenfrohen Indigenenmärkten, die Amazonasregion mit ihren paradiesischen Ecolodges und die Galapagosinseln im Pazifik: ein einzigartiges Naturwunder, dessen Tierwelt wie aus der Vorgeschichte anmutet.

Von den tierreichen Stränden des Galapagosarchipels bis zu den schneebedeckten Gipfeln der ecuadorianischen Anden und zum tropischen Regenwald mit der größten Biodiversität an Pflanzen und Tieren auf unserer Erde sind es insgesamt nur drei Flugstunden, sodass die unterschiedlichsten Reiseziele in kürzester Zeit besichtigt werden können.

Manuel Mejía Dalmau vertritt seit März 2018 sein Heimatland Ecuador als Botschafter in Deutschland.
Manuel Mejía Dalmau vertritt seit März 2018 sein Heimatland Ecuador als Botschafter in Deutschland. Foto: Botschaft

Welche Orte sollte man unbedingt besuchen?
Dalmau: Zwei Städte in unserem Land, Quito und Cuenca in den Anden, sind zum Weltkulturerbe erklärt worden. Ich empfehle eine Rundfahrt mit der historischen Kreuzfahrt-Eisenbahn (Tren Crucero), die mit viertägigem, touristischem Begleitprogramm 450 Kilometer zwischen der Hafenstadt Guayaquil, der größten Metropole Ecuadors, und der Hauptstadt Quito über die Anden zurücklegt.

Auf der unvergleichlich schönen Teufelsnase-Strecke (Nariz del Diablo heißt dort ein markanter Felsvorsprung, der einer riesigen Nase ähnelt) fährt dieser Zug auf nur 13 Kilometern 500 Meter hinab: eine gewundene Streckenführung mit spektakulärem Panorama.

Quito hat die größte und besterhaltene Kolonialstadt ganz Lateinamerikas.

Manuel Mejía Dalmau

Die Luxuseisenbahn durchquert auch die „Allee der Vulkane“ (Zitat Alexander von Humboldt). Der Vulkan Cotopaxi ist weltweit mit 5.900 Metern der höchste aktive Vulkan überhaupt. Quito hat die größte und besterhaltene Kolonialaltstadt ganz Lateinamerikas und ist mit 2.850 Metern die höchste Hauptstadt der Welt.

Welche Stadt empfiehlt sich für einen Kurztrip?
Dalmau: Für einen Kurztrip bietet sich die ecuadorianische Wirtschaftsmetropole Guayaquil an, die „Perle des Pazifik“ genannt wird, nicht zuletzt wegen ihrer touristischen Infrastruktur an der Mündung des mächtigen Stromes Guayas. Besucher bewundern die tropische Flora und Fauna, insbesondere die großen, grünen Echsen, welche im sonnendurchfluteten Iguanas-Park im Zentrum der Großstadt frei leben und von Anwohnern und Touristen gefüttert werden. 

Zudem sollten Sie die Insel im Fluss Guayas, Santay, sowie die nahe gelegenen Naturschutzgebiete oder auch eine der historischen Haziendas besuchen. Alternativ können Sie auch die urtümliche Herstellung des widerstandfähigsten Hutes bestaunen – den typisch ecuadorianischen Toquilla-Hut.

Welche landestypische Spezialität sollten Reisende bei ihrem Aufenthalt unbedingt probieren?
Dalmau: Ecuador ist eines der Länder mit der weltweit höchsten Artenvielfalt, und genau dies spiegelt seine Gastronomie wider. In den deutschen Medien wurde kürzlich eine Reportage veröffentlicht über die köstlichen Raritäten aus dem Regenwald, wo die Menschen vor Ort im Einklang mit der Natur ursprünglichste Zutaten wiederentdecken und diese heute an die besten Restaurants des Landes in Quito verkaufen, zum Beispiel wilden Kakao.

Überall bekommt man das landestypische Garnelengericht Ceviche.

Manuel Mejía Dalmau

Je nach Region findet man unterschiedliche Traditionen und natürlich auch sehr verschiedene Gerichte, aber überall bekommt man das landestypische Garnelengericht Ceviche oder reichhaltige Speisen mit Kochbanane, ob in der frittierten Version (patacones), gekocht oder kross gebraten mit etwas Salz.

Was muss man bei einem Besuch beachten?
Dalmau: Grundsätzlich sollte man sowohl Hin- als auch Rückflug gleich vor Antritt der Reise buchen, um bei der Hinreise automatisch das Touristenvisum für bis zu drei Monate Aufenthalt zu erhalten. Hierfür ist kein Antrag nötig, da deutsche Staatsangehörige bei Angabe eines Abreisedatums das Touristenvisum für bis zu 90 Tage bei der Einreise erhalten.

Ab Juli 2018 braucht man vor der Abreise eine gültige Auslandskrankenversicherung für ganz Ecuador und für Galapagos zudem eine Hotelbuchung. Diese nur für Galapagosurlauber nötige Hotelbuchung vor der Abreise ist eine neue Regelung zur effektiveren Kontrolle des Tourismus auf diesem ökologisch sensiblen Archipel.

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