Florida: Die Streetart-Künstler von St. Petersburg | reisereporter.de

Florida: Die Streetart-Künstler von St. Pete

Wie ein paar Sprayer eine ganze Stadt veränderten – St. Pete in Florida war ein verschlafenes Nest mit hoher Kriminalitätsrate, bis ein paar Sprayer die Stadt zu einem großen Kunstwerk machten.

Den Lizard King hat Derek Donnelly im Winter an die Wand gebracht, weil da keine Blätter im Weg waren.
Den Lizard King hat Derek Donnelly im Winter an die Wand gebracht, weil da keine Blätter im Weg waren.

Foto: Alexa v. Busse

Kurze, rote Haare – passend zum Bart, der das hagere, verschmitzte Lächeln begleitet, das immer wieder kurz im Zigarettendunst verschwindet: Das ist Derek Donnelly.

Der 34-Jährige verkörpert ein Lebensgefühl, das in einer Hängematte zwischen Highschool und Geldverdienen chillt. Und das geht nur, weil er das Glück hatte, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

St. Pete – kurz für St. Petersburg – war ein verschlafenes Nest mit hoher Kriminalitätsrate mitten in Florida, zwischen Tampa und dem Golf von Mexiko. Viel zu schön, um verloren zu gehen – das dachten sich auch ein paar Jungs, die ab und an mit ihren Spraydosen loszogen.

Normalerweise verheißt das nichts Gutes für die Nachbarschaft, doch am westlichen Stadtrand in Clearwater hatte man den Sprayern ein Refugium geschaffen: eine Mauer nur für sie.

St. Pete: Mit Kunst Geld verdienen

Hier lernten sich die Künstler von heute kennen, brachten ihre Lebenswelten in Palmen und Schildkröten statt Totenköpfen und wilden Tags auf die Wand. Schließlich saßen sie oft zusammen und überlegten, wie sie mit ihrer Kreativität Geld verdienen könnten.

Sie holten die Zustimmung einzelner Inhaber und der Stadtverwaltung ein, mit der Verschönerung einiger Hauswände zu beginnen. Und dadurch passierte das Außergewöhnliche.

Was auch immer es ist, das Farben mit Menschen machen, es wirkt. Bunt bemalte Gassen sind nicht mehr dunkel genug für Drogendealer, vor fröhlich gestalteten Wänden posieren Menschen mit Smartphones und schreiben #nofilter dazu. Wayne Atherholt, Kulturdezernent von St. Pete, erklärt, wie er den Wandel erlebte:

Natürlich kennen auch Derek und Wayne einander gut. 30.000 US-Dollar an jährlichen Fördermitteln konnte der junge Künstler der Stadt inzwischen abgewinnen.

Es gibt ein „Mural Festival“ und Derek führt inzwischen Touristengruppen durch die von ihm und seinen Freunden bemalten Gassen. Zu jedem einzelnen Kunstwerk kann er eine ganz eigene Geschichte erzählen.

   

Die Stationen der „Mural Tour“ in St. Pete

Mehr als 500 Wände sind inzwischen bemalt, doch Derek hat seine Arbeit noch lange nicht beendet. Jeden Monat kommen neue Anfragen rein, jedes Geschäft will jetzt eine eigene Mauer haben. Wie mit 20 malt Derek jetzt wieder nachts – nur nicht mehr geheim, sondern gut bezahlt.

Tipps für deine Reise nach St. Pete: St. Pete liegt direkt neben Tampa, einem internationalen Flughafen, der auch von Frankfurt direkt angeflogen wird. Die Mural Tour dauert 90 Minuten und kann über die Homepage gebucht werden. 

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