Oktoberfest: Welches Festzelt? | reisereporter.de

Oktoberfest: Welches Zelt ist das richtige für dich?

Ob Promi, Traditionalist oder Flirtmaschine – ob hungrig oder durstig: Hier liest du, welches der 14 großen Festzelte du auf dem Münchener Oktoberfest besuchen solltest, um nichts zu verpassen.

Münchener Oktoberfest: Gast leert unter Jubel und Beifall der anderen Gäste seinen Maßkrug Bier in einem Zug.
Münchener Oktoberfest: Gast leert unter Jubel und Beifall der anderen Gäste seinen Maßkrug Bier in einem Zug.

Foto: imago images/Ralph Peters

Augustiner Festhalle: Für echte Bayern

Im Vergleich zu anderen Zelten geht es im Augustiner oft gemütlich zu. Hier sitzen die geborenen Münchener über ihrer Maß und tratschen miteinander – natürlich mit Trachtenhut auf dem Kopf und Lederhose, die einst vom Großvater geerbt wurde. Wildes Remmidemmi – nicht hier.
 
Das Augustiner-Bier ist in München Kult: Viele behaupten, es im Vergleich mit anderen rausschmecken zu können. Denn nur Augustiner schenkt noch aus echten Holzfässern aus. Die anderen Zelte haben unterirdische Bier-Pipelines, die an Stahltanks angeschlossen sind.

Hacker-Festzelt: Der Himmel für die jungen Wilden

Wer aus dem Nobel-Vorort Grünwald kommt, hat hier mit Sicherheit schon einen Tisch reserviert. Das Hacker-Festzelt mit seinem gemalten „Himmel der Bayern“ hat sich über die Jahre zur Flirtbörse der Einheimischen entwickelt.
 
Nirgends sieht man mehr fesche und echte Münchenerinnen als hier. Übrigens: unter der Woche schenken die Zelte zwischen 10 und 22.30 Uhr aus, am Wochenende schon ab 9 Uhr in der Früh.

Hofbräu-Festzelt: Wo Touris das Feiern lernen

Es ist das einzige Zelt, das vor der Kapelle einen Stehbereich hat, damit die Stimmung so richtig abgeht. Kein anderes Zelt fasst mehr Besucher. 9992 Plätze hat das Hofbräu-Festzelt  – das übrigens zum Teil dem Bayerischen Finanzministerium untersteht. Für eins ist das Zelt auf der Wiesn noch bekannt: das Hendl! Immerhin gehört der Wirtsfamilie die Marke „Wienerwald“. 

Käfers Wiesn-Schänke: Wohnzimmer der VIPs

Ohne Reservierung kommst du hier nicht rein. Im Käferzelt bleibt die Prominenz gerne unter sich und sie waren alle schon da: Boris Becker, Prinz Albert von Monaco und Vicky Leandros laben sich hier an Ente mit Knödel und Blaukraut direkt aus der Pfanne. Doch ein bisschen Käfer kann jeder haben. Am Kaffeeausschank vor dem Zelt gibt es Schmalzgebäck, dazu Kaffee aus der liebevoll verzierten Sammeltasse. 

Schottenhamel-Festhalle: Hier wird O'zapft!

Im ältesten Zelt auf dem Oktoberfest feiern alle: Volk, Klerus, Politiker, um es altmodisch auszudrücken. Die Burschenschaftler haben hier ihre festen Tische und prosten Seite an Seite Kardinal Marx zu.
 
Seit 1867 steht das Zelt auf der Theresienwiese und wird von der Familie Schottenhamel betrieben. Hier findet auch am ersten Samstag der Anstich statt. Münchens Oberbürgermeister zapft das erste Fass an. Salutschüsse geben das Signal für die anderen Zelte, dass das Bier fließen darf!

Ochsenbraterei: Gourmet-Glück!

Schon vor dem Zelt dreht sich ein riesiger (Plastik-)Ochse am Spieß. Und ist das gebratene Hähnchen mit 40 Prozent das am häufigsten bestellte Gericht auf dem Oktoberfest – der Kenner geht doch mindestens einmal in die Ochsenbraterei.
 
Etwa 114 Tiere kommen hier jedes Jahr auf den Spieß. Ob man die Backen lieber isst, die Suppe oder ganz einfach das Bratenfleisch auf der Semmel (Hochdeutsch: Brötchen) ist Geschmacksache. Übrigens: Jedes der sechs Zentner schweren Tiere hat einen Namen, der an einer Tafel geschrieben wird – während es sich über dem Grill dreht.

Kufflers Weinzelt: Wo die schönsten Frauen flirten

Wer behauptet, Wein habe keine Tradition auf dem Oktoberfest liegt falsch. Schon 1810 wurde an den Ständen Weißwein aus Österreich ausgeschenkt. Im Weinzelt schwört man mittlerweile auf Wein aus der Pfalz, die kleinen Krüge sind aber geblieben. Und die hübschen Frauen.
 
Es ist eines der wenigen Zelte, die bis 1 Uhr nachts geöffnet haben. Ins Gespräch zu kommen, ist in diesem Wiesn-Zelt so leicht wie nirgends sonst. Übrigens: Regelmäßig werden die Schweinswürstel zu den Besten des ganzen Oktoberfestes prämiert. Und immer wieder treten Starmusiker wie Campino von den Toten Hosen spontan mit der Band auf.

Winzerer Fähndl: Für Blaskapellen-Junkies

Jedes Zelt hat seine Blaskapelle, doch kaum eine heizt so gut ein, wie die im Winzerer Fähndl. Wer wissen möchte, wie der Wiesnhit – also der alljährliche Number One Hit des Oktoberfests – klingt, sollte einen Abstecher hierher machen. 1984 wurde in dem Paulaner-Zelt mit dem Lied „Fürstenfeld“ der erste Wiesnhit geboren.
 
Seitdem rätselt der Münchener jedes Jahr, welches Lied bis zu zwölf Mal am Tag gespielt wird. „Fürstenfeld“ ist bis heute der Renner – doch auch Helene Fischers „Atemlos“ oder „Tage wie diese“ von den Toten Hosen sind offiziell als Wiesnhit anerkannt.

Das Schützen-Festzelt: Wo die hippe Szene daheim ist

In kaum ein Zelt ist es schwerer reinzukommen als ins Schützen-Festzelt  direkt unter der Bavaria. Und hier gilt der alte Spruch: „In is’, wer drin is’“. Manuel Neuer feiert hier genauso gerne wie Lena Gercke.
 
Arnold Schwarzenegger dirigiert fast jedes Jahr die Kapelle bei seinem München-Besuch und auch Thomas Gottschalk und Usain Bolt sind Stammgäste. Zwar kann man hier im Nebenbau auch den Sportschützen zuschauen, viel schöner ist es aber nachts vom Balkon im ersten Stock auf die angeleuchtete Bavaria zu gucken.

Löwenbräu-Festzelt: Für Familien und Stammtische

Schon von weitem hört man den Löwen brüllen: „Löööööwenbräuuuuuu“. Das riesige Maskottchen steht seit den 50er Jahren vor dem Löwenbräu-Festzelt, Kinder staunen nicht schlecht über den biertrinkenden Löwen.
 
Wer einmal hier war, kommt immer wieder: Viele Münchner haben seit über 65 Jahren einen Stammtisch, den sie jedes Jahr wieder reservieren. Der Abend mit Freunden endet mit dem besten Kaiserschmarrn des Oktoberfests. 

Die Fischer-Vroni: Zwischen Saibling und Prosecco

Das Fischer-Vroni-Zelt tanzt aus der Reihe. Gleich am Haupteingang des Oktoberfestes lockt es seine Besucher mit dem Duft vom Steckerlfisch. Makrele, Saibling und Forelle garen hier über der Buchenholzkohle.
 
Ein einmaliger Duft, ein einmaliges Geschmackserlebnis! Der zweite Wiesn-Montag ist hier Prosecco-Montag – und zieht die schwule Community jedes Jahr aufs Neue an.

Armbrustschützenzelt: Wo der Firmenboss feiert

Leicht zu finden, unkompliziert und immer die richtige Mischung aus Party und Konversation. Im Armbrustschützenzelt feiern Unternehmen und Firmen besonders gerne.
 
Ob Lufthansa oder BMW – die Großkonzerne lassen sich den saftigen Spanferkel-Braten nicht entgehen. Und mit Voranmeldung können Besucher auch mal mit der Armbrust schießen. Im Zeltanbau findet sogar die Deutsche Meisterschaft in dieser Disziplin statt. 

Pschorr-Festzelt Bräurosl: Wo Tradition auf Freigeist trifft

Das Pschorr-Festzelt Bräurosl ist eins der traditionelleren Zelte auf der Wiesn. Es ist nach einem einst hübschen Mädchen, der Bräu-Rosi Pschorr benannt. Und Tradition wird hier wirklich gelebt: Klassische Speisen, süffig-kerniges Paulaner-Bier, ein echter Familienbetrieb.
 
Das Zelt ist am „Gay Sunday“ ein beliebter Treff für Schwule. Im letzten Jahr wurde die Party erstmals ausgeweitet auf den „Rosl Montag“. 

Marstall-Festzelt: Für Einsteiger und Feingeister

Im dritten Jahr erst steht das Marstall-Zelt auf dem Oktoberfest. Und ist so anders: so neu, so bunt, so fast schon lieblich. Pferde sind das Symbol des Zeltes, an dessen Stelle früher mal ein Pferde-Rondell stand. Besonders groß ist hier die Karte für vegane und vegetarische Spezialitäten. Auf die Kosten kommen aber auch Fleischliebhaber. Stichwort: Kalbsbäckchen!
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