Die brasilianischen Lkw-Fahrer streiken, sie protestieren damit gegen steigende Dieselpreise und fordern Steuererleichterungen für ihre Branche. Der Ausstand dauert inzwischen drei Tage an, die Trucker haben in 40 Städten Autobahnen und Straßen blockiert – darunter die Zufahrten zu mehreren Raffinerien, die Kerosin herstellen.

Das kann nicht mehr zu den Flughäfen transportiert werden. Die Lage ist inzwischen vielerorts kritisch. Am internationalen Flughafen Guarulhos in São Paulo ist die Lage zwar noch normal. Aber die Flughafenbetreiber Infraero und Agência Nacional de Aviação Civil (ANAC) raten Passagieren dringend, ihre Airlines zu kontaktieren.

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Denn aufgrund der fehlenden Versorgung mit Flugbenzin befürchten sie, dass in den kommenden Tagen Maschinen am Boden bleiben müssen.

Weil die Tanklaster auch kein Benzin mehr an Tankstellen liefern, steigen auch dort die Preise extrem: Im Norden Brasiliens ist Benzin mehr als doppelt so teuer wie gewöhlich. In der Hauptstadt Brasiliens, Brasília, kostet ein Liter derzeit zehn statt sonst etwa drei brasilianische Real.

Viele Busse in Brasilien fahren nicht

Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Das Rathaus in São Paulo teilte mit, dass etwa 40 Prozent der Busse heute nicht fahren werden. Iin Rio de Janeiro fallen 50 Prozent der BRT-Busse aus. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Recife und Porto Alegre.

Der Druck auf die Regierung steigt

Ein Ende des Streiks ist derzeit nicht in Sicht: Zwar hat die staatliche Ölgesellschaft Petrobas den Dieselpreis vorerst eingefroren. Die Gewerkschaften haben bisher aber nicht angekündigt, den Streik zu unterbrechen, sondern hoffen auf weiter gehende staatliche Unterstützung für die Branche. In Brasilien stehen im Oktober Präsidentschaftswahlen an, weshalb die aktuelle Auseinandersetzung besonders erbittert geführt wird.

Der Flughafenbetreiber Infraero zeigte zuletzt Verständnis für die Ausübung des Demonstrationsrechts, appellierte allerdings, dass die Sicherheit des Flugbetriebs nicht beeinträchtigt werden dürfe. Derzeit würden die Flughafenbetreiber in engem Kontakt mit den Flughäfen stehen. Auch arbeiteten sie mit der Regierung zusammen, um die Ankunft der Kerosinlieferungen an den Flughäfen sicherzustellen.