Das war ein echtes Wow-Erlebnis für mich: im Ballon in den Sonnenuntergang über Mallorca zu fahren und in 500 Metern Höhe mit einem Glas Sekt auf die wunderschöne Baleareninsel anzustoßen. Klingt superentspannt, oder? War es auch! Die Landung allerdings war nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.

„Kraaatzschhh“ tönt es, als unser Ballonkorb einige Zentimeter zu niedrig über eine Baumkrone in der Nähe von Manacor rauscht. Ich ziehe erschrocken die Luft ein, doch unser Fahrer Jordi hat die Ruhe weg – er heizt noch mal nach, und Sekunden später schrammen wir über einen Acker und kommen rutschend zum Stehen. Passt.

Mein Puls rast. Aber gut, Jordi hatte uns ja bereits vor der Ballonfahrt ein bisschen „Rock ’n’ Roll“ versprochen.

Sekunden später wird Jordis Gesichtsausdruck dann grimmig. Der Wind hat den sich langsam entleerenden Ballon erfasst und drängt ihn in Richtung der Bäume. „Das wird Stunden dauern, wenn der sich darin verfängt“, flucht Jordi. Sein Assistent Pedro sprintet zum Halteseil, die anderen Fahrgäste hinterher.

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Nur mit vereinten Kräften gelingt es uns, den Ballon in den Griff zu bekommen. Mein Puls rast. Aber gut, Jordi hatte uns ja bereits vor der Ballonfahrt ein bisschen „Rock ’n’ Roll“ versprochen.

Stets lässig: unser Ballonfahrer Jordi, während der Ballon aufgeblasen wird

Die Ballonfahrt selbst war hingegen erstaunlich ruhig und entspannt. Zugegeben: Ich hatte anderes erwartet, im Flugzeug ruckelt es schließlich öfter mal. Also perfekt, um sich einen (ziemlich dekadenten) Überblick über die Insel zu verschaffen.

Mit Jordis Geländewagen von „IB Ballooning“ fuhren wir, eine Truppe von sechs Gästen, vom Treffpunkt in Manacor Richtung Sineu, wo er ein Feld als Startpunkt auserkoren hatte. Er musste umdisponieren, wegen des Nordwestwindes. „Normalerweise starten wir an der Küste, aber das ging in diesem Fall nicht, da wären wir aufs offene Meer hinausgefahren“, erklärte Jordi.

Eine Windanlage drückte Massen an Luft in den Ballon, der sich innerhalb von Minuten aufblähte, die Halteleine spannte, der Ballon zerrte. „Jetzt schnell“, rief Jordi. Wir kletterten hastig in den Korb und warteten etwas bange auf den „Rock ’n’ Roll“.

In der Abendsonne: Die Badia d’alcudia.

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Mallorca von oben: Ein Wahnsinnsanblick

Aber: Der blieb aus. Stattdessen schwebten wir wenige Sekunden später schon mehrere Meter über dem Boden. Jordi befeuerte die Gasbrenner ordentlich, und wir stiegen schnell höher. Auf unserer endgültigen Flughöhe, pardon, Fahrhöhe auf rund 500 Metern über dem Meeresspiegel breitete sich die gesamte Insel unter uns aus. Ein Wahnsinnsanblick! 

„Da hinten seht ihr die Serra de Tramuntana und da vorn die Badia d’alcudia“, erklärte Jordi. Wir fuhren über Felder, Wälder und Dörfer in der Inselmitte, grüne Landschaften. Deswegen ist der Frühling auch seine liebste Ballonfahrzeit, verriet uns Jordi, „wenn alles so schön blüht“.

Wir glitten sanft dahin, während die Sonne langsam hinter den Bergen versank. Passend zur romantischen Kulisse ließ Jordi die Sektkorken knallen und wir stießen an – auf uns frischgebackene Ballonfahrer.

Eine weitere Stunde fuhren wir, getrieben vom Wind, Richtung Küste – stets begleitet vom Fauchen der Gasbrenner über unseren Köpfen. Und bei jedem Feuerschwall, der in den Ballon zischte, hatte ich das Gefühl, meine Haare würden gleich in Flammen stehen.

Ein Selfie später aufatmen: Alles noch dran! Die dicke Kleidung, die ich vorsichtshalber eingepackt hatte, war aber definitiv unnötig.

Der Sonnenuntergang über der Serra de Tramuntana.

Leicht beschwingt vom Sekt stellten wir uns auf die Landung ein, die Jordi als im Vergleich zum Start entspannt angekündigt hatte. Doch in Bodennähe drehte der Wind etwas, weshalb wir auf einmal auf besagte Baumkronen und einen Stacheldrahtzaun zusteuerten.

Beim Einpacken sagte Jordi mir, dass solche unplanbaren Momenten für ihn der Grund waren, Ballonfahrer zu werden. Denn steuern kann er während der Fahrt nur die Höhe, davon abgesehen ist er den Launen des Windes völlig ausgeliefert. Doch auf das Meer, geschweige denn auf eine Nachbarinsel, habe es ihn noch nie getrieben. 

Wieder sicher gelandet – in der Abenddämmerung, während alles nach Orangenbäumen duftet.

Hätte ich jetzt tatsächlich auch nicht gebraucht – schließlich muss ich ja all die Landschaften, die ich von oben gesehen habe, aus der Nähe erkunden.

Diese Ballonfahrt wurde finanziert von „GetYourGuide“.