Für den britischen Tierfilmer David Attenborough ist sie eines der „größten Naturwunder der Erde“: die jährliche Krabbenwanderung auf der australischen Weihnachtsinsel. Für viele Menschen ist das Tierschauspiel auf der australischen Weihnachtsinsel inzwischen ein Punkt auf ihrer Bucket-List.

Die Krabben bringen das Alltagsleben jedes Jahr einmal zum Stillstand

Und das ist auch kein Wunder. Denn: Jedes Jahr ziehen auf der Insel 50 Millionen rote Krabben zum Laichen ans Meer. Sie blockieren Straßen, überschwemmen Golfplätze und bringen das Alltagsleben zum Stillstand. Ein beeindruckendes Schauspiel.

Die Krabben sind eigentlich Einzelgänger. Nur auf dem Weg zum Laichen trifft man sie in solchen Ansammlungen an.
Die Krabben sind eigentlich Einzelgänger. Nur auf dem Weg zum Laichen trifft man sie in solchen Ansammlungen an. Foto: Kirsty Faulkner

Jedes Jahr strömen Tausende Touristen auf die entlegene Insel, die 2.600 Kilometer nordwestlich von Perth mitten im Indischen Ozean liegt, um diesen Moment hautnah zu erleben.

Jetzt kannst du die Krabbenwanderung auf Google Streetview erleben

Inzwischen ist auch Google auf die roten Riesenkrabben aufmerksam geworden. Im vergangenen Dezember hat das Unternehmen das Spektakel mit Spezialkameras eingefangen – und jetzt online gestellt.

Seit ein paar Tagen kannst du vom Sofa aus eine Virtual-Reality-Tour über die Insel machen, etliche Regionen der Insel inspizieren und dir den teuren und komplizierten Flug (von Australien gehen pro Woche nur zwei Flüge auf die Weihnachtsinsel) sparen.

Das steckt hinter der Krabbenwanderung auf der Weihnachtsinsel

Die jährliche Wanderung ist der wichtigste Termin im Kalender der tierischen und menschlichen Bewohner der Weihnachtsinsel. Nicht nur, weil dann Besucher aus aller Welt auf die beschauliche Insel strömen, sondern weil die Krabben, die grundsätzlich Vorfahrt auf den Straßen haben, das Alltagsleben dann noch mehr als sonst bestimmen.

Während der Krabbenwanderung werden ganze Straßen gesperrt, damit die Tiere sicher ihr Ziel erreichen.
Während der Krabbenwanderung werden ganze Straßen gesperrt, damit die Tiere sicher ihr Ziel erreichen. Foto: Tracy Wilson

Parks Australia errichtet schon Wochen vor der Krabbenwanderung unzählige Barrieren und Brücken für die etwa zehn Zentimeter großen Tiere – diese sollen den Tieren helfen, die Insel zu überqueren und die Küste sicher zu erreichen.

Sobald die offizielle Wanderung, die unter anderem mit der Regenzeit und den Mondphasen zusammenhängt und in diesem Jahr irgendwann ab November stattfindet, startet, herrscht Chaos auf der Insel. Denn die rund 50 Millionen Krabben schlagen eine möglichst direkte Route ein, um von ihren Nestern im Regenwald hinunter zur Küste zu gelangen.

Damit die Krabben Straßen überqueren können, werden extra Brücken errichtet.
Damit die Krabben Straßen überqueren können, werden extra Brücken errichtet. Foto: Kirsty Faulkner

Die Krabben bedecken die Straßen wie ein roter Teppich

Während ihres Marsches zum Meer überqueren sie Straßen, den Golfplatz der Insel oder das lokale Schulgelände. Dort muss der Schulbus extra abseits halten, um keines der Tiere zu zerquetschen und in der Schule müssen ebenfalls Vorrichtungen installiert werden, um zu verhindern, dass die Krabben direkt durch die Klassenzimmer ziehen.

Manche Straßen sind während der Migration komplett gesperrt, und der lokale Radiosender bringt regelmäßige „Krabben-Verkehrsinformationen“, damit die Bürger der Weihnachtsinsel wissen, wo sich größere Ansammlungen der Tiere befinden, die den Boden kurzzeitig wie ein roter Teppich bedecken.