Wiener Stephansdom – Geschichte der Kirche

Der Stephansdom hat eine lange und bewegte Geschichte: Im Jahr 1147 weihte der Passauer Bischof erstmals die Kirche. Hier sind die Anfänge des Stephansdoms zu verzeichnen. Allerdings gab es kontinuierlich bauliche Veränderungen, Einflüsse anderer Baustile und Restaurierungen, die das Erscheinungsbild des Doms maßgeblich prägten. Viele Brände und Kriege überstand die Stephanskirche mit nur kleinen Schäden.

Auch den Zweiten Weltkrieg überstand das Wiener Wahrzeichen weitgehend ohne große Verluste der baulichen Substanz. Nachdem allerdings österreichische Soldaten die weiße Flagge hissten und der Zweite Weltkrieg vorbei schien, brannten der Dachstuhl und der Glockenturm des Dom am 12. April 1945 komplett aus.

Nach fast 800 Jahren zerstörte ein Brand den Stephansdom weitgehend. Jedoch ist an dieser Stelle die Leidenschaft und Kraft der Wiener Bevölkerung erwähnenswert. Denn nur mit eben dieser Liebe zu ihrem Steffl wurde der Dom zügig wiederaufgebaut. Sieben Jahre später eröffneten die Wiener den Stephansdom erneut.

Der Stephansdom und seine Daten

Der beeindruckende Stephansdom überragt die anderen Häuser im Zentrum der österreichischen Hauptstadt Wien. Insgesamt ist der Dom 107 Meter lang und 34 Meter breit. Vier hohe Türme prägen das Erscheinungsbild. Der höchste Turm ist der Südturm, der 137 Meter misst. Der Nordturm ist 68 Meter hoch und die beiden Westtürme messen ungefähr 65 Meter.

Der Nordturm, auch Adlerturm genannt, ist unvollendet und sollte ursprünglich weitergebaut werden. Hier befindet sich die größte Glocke Österreichs: die Pummerin.

Bei deinem Besuch in Wien solltest du auch einen Blick in die Höhe werfen. Denn das Dach des Stephansdom ist sehenswert. Über 230.000 Dachziegel bedecken den Dom in einem Zickzackmuster. Zusätzlich gibt es auf der Süd- und der Nordseite jeweils ein Wappen, welches auf dem Dach abgebildet ist.

In der spätgotischen Kanzel befindet sich außerdem ein Kunstwerk von Pilgram aus dem 16. Jahrhundert, welches aus sieben Sandsteinblöcken gearbeitet wurde. Bei einem Ausflug kannst du dem Dompfarrer oder dem Chor dein Gehör schenken.

Der Aufstieg auf den Wiener Stephansdom lohnt sich allein wegen der atemberaubenden Aussicht über die Stadt.
Der Aufstieg auf den Wiener Stephansdom lohnt sich allein wegen der atemberaubenden Aussicht über die Stadt. Foto: pixabay.com/luckysilver1

Plane deinen Besuch des Stephansdoms in Wien

Einen Besuch des Stephansdoms, als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Wien, solltest du bei deinem Trip in die österreichische Hauptstadt einplanen. Überlegenswert ist allerdings, wie und wann du den Stephansdom besichtigen willst.

Zunächst einmal ist der Stephansdom täglich von 6 bis 22 Uhr frei für Besucher zugänglich. Sonntags öffnen sich die Türen erst um 7 Uhr in der Früh. Da es sich beim Stephansdom um eine Kirche handelt, die immer noch in Betrieb ist, solltest du allerdings darauf achten, dass du bei deinem Besuch keinen Gottesdienst störst. Wenn du jedoch einmal einen Gottesdienst im einem besonderen und faszinierenden Ambiente erleben willst, bist du hier genau richtig!

Auch der Besuch eines Gottesdienstes ist kostenlos möglich. Zudem besteht die Möglichkeit, eine der vielen verschiedenen Führungen im Stephansdom zu buchen. All-Inclusive-Führungen, Domführungen, Katakomben- oder Abendführungen stehen zur Auswahl.

Auch die Glocke Pummerin im Nordturm kannst du besichtigten. Eins sollte jedoch sicher sein: Du wirst den Stephansdom im Rahmen deines Wien-Aufenthaltes besuchen. Zum Schluss noch ein guter Tipp: Solltest du eine wunderschöne Aussicht über die Wiener Altstadt genießen wollen, steig in den Aufzug auf den Nordturm zur Pummerin und lass deinen Blick über Wien schweifen.

Welche Highlights bietet der Dom in Wien?

Der Wiener Stephansdom prägt nicht nur die Silhouette der Stadt. Das Steildach und die Westfassade mit den Heidentürmen machen ihn zu einem architektonischen Meisterwerk. Doch nicht nur das Äußere des Kirchbaus mit dem Singertor als südwestlichen Eingang, dem Riesentor und dem prächtigen Haupteingang, begeistert Touristen.

Der Innenraum mit der altehrwürdigen Westempore, gibt den Blick auf den Altar, die Kanzel und die Sakristei frei. Zudem befindet sich im Inneren die Türmerstube, der Wohn- und Aufenthaltsraum des Türmers. Die Domkirche begeistert mit ihrem Langhaus und Seitenschiff ebenfalls mit gotischen Highlights und malerischen Akzenten.

Der Hochaltar ist ein bedeutendes Werk aus der Barockzeit Österreichs. Hier wird die Steinigung des Namensgebers, des heiligen Stephanus, dargestellt. Auch ein weiterer Altar im Dom-Inneren ist äußerst sehenswert: der Wiener Neustädter Altar. Dieser entstammt aus der gotischen Epoche und ist eine Abbildung von 72 Heiligen.

 ist der Stephansdom in Wien ein Must-See.
Auch von innen ist der Stephansdom in Wien ein Must-See. Foto: pixabay.com/6657176

Im Stephansdom gibt es zudem kleinere Kapellen. Besonders bedeutend ist die Valentinskapelle, die sich über dem Grabmal von Prinz Eugen befindet, und den Reliquien des Stephansdoms zur Aufbewahrung dient. Auch die sechsgrößte Kirchenorgel der Welt kannst du dort sehen. Vier Manuale, 155 Register und etwa 10.000 Pfeifen mit teilweise zwölf Metern Höhe – dies sind die Daten der Riesenorgel, die du nicht verpassen solltest.

Ein weitere Sehenswürdigkeit im Stephansdom ist der Sarkophag von Kaiser Friedrich des Dritten und der Herzogsgruft. Etwas verborgen findest du das Grabdenkmal von Herzog Rudolf IV. in der nordöstlichen Ecke des Frauenchors. Nach dem Willen des Stifters stand es einst in der Mitte des Hauptchors. Darüber hinaus bietet dir Wien, neben einem Habsburger-Spaziergang, zahlreiche Sehenswürdigkeiten bei einer Städtereise.