Die Geschichte der Akropolis

Einige Bauwerke des antiken Griechenlands sind bis heute gut erhalten. Das wohl bekannteste seiner Art ist die Athener Akropolis. Der Tempel steht bereits seit dem Jahr 406 v. Chr. auf einem hohen Felsen in Athen. Schon vorher gab es eine Oberstadt in Athen, die jedoch 480 v. Chr., unter der Herrschaft des Königs Perikles, vollständig zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau hatte der Tempel unterschiedliche Funktionen: Zwischenzeitig nutzten die griechischen Herrscher den Tempel als Festung zur Verteidigung vor Feinden.

Auch eine christliche Kirche war die Akropolis bereits. Zur Zeit der Eroberung durch die Osmanen diente der Parthenon der Akropolis sogar kurzzeitig als Moschee. Im 18. Jahrhundert zerstörte dann eine Explosion Teile der Akropolis. Zudem nahmen vor allem die Briten große Teile der Skulpturen mit nach England, um diese in Museen auszustellen.

Wendepunkt der Geschichte war die Unabhängigkeit Griechenlands: Ab diesem Zeitpunkt ist der Burgberg, wie die Akropolis in der deutschen Sprache auch genannt wird, eine archäologische Stätte. Die Griechen entfernten die nachträglich hinzugefügten Bauten vollständig und konnten somit das Zeugnis der griechischen Antike eindrucksvoll erhalten. Außerdem bot sich infolgedessen die Möglichkeit, weitere Ausgrabungen vorzunehmen und neue Zeugnisse der Antike zu entdecken.

Noch heute hat die Akropolis für das Selbstbewusstsein Griechenlands eine hohe Bedeutung. Sie erinnert an eine längst vergangene, jedoch äußerst glorreiche Zeit. Griechenland war einst das fortschrittliche Imperium der Antike und hat Meilensteine in puncto Kultur sowie Bildung gesetzt. Heute erinnert die Akropolis viele Griechen an den Höhepunkt der griechischen Macht und des griechischen Einflusses in der Welt.

Akropolis: nicht nur aus archäologischer Sicht beeindruckend

Nicht umsonst ist der Tempel, als Heiligtum Athens, seit 1986 Unesco-Weltkulturerbe: Vor allem Architektur- und Geschichtsinteressierte kommen vor Ort voll auf ihre Kosten. Aber auch jeder andere Athen-Besucher findet Gefallen an der beeindruckenden Akropolis. Zunächst dient hierbei das Parthenon, das größte Gebäude des Tempelbezirks, als Blickfang. Der Tempel ist über 70 Meter lang und beeindruckt durch seine elegante Architektur.

Auch der Nike-Tempel, der Athena Nike geweiht ist, das Erechtheion, die Korenhalle sowie die Propyläen sorgen für große Begeisterung. Vor allem die Karyatiden, weibliche Säulenfiguren, und die Statuen der Götter, wie Zeus und Poseidon, sind aufwendig von den Bildhauern Phidias und Kallikrates aus Marmor gestaltet worden und wahre Musterbeispiele für die griechische Architektur. Nach und nach entdeckten die Archäologen immer mehr Bauwerke, sodass heutzutage die Akropolis, also der Stadtberg Athens, und die nähere Umgebung wie der Berghang die wohl imposantesten Zeugnisse der griechischen Antike sind.

Die bauliche Substanz der Akropolis ist durch Pulverexplosionen, die Mitnahme wichtiger Elemente durch die Briten und Umwelteinflüsse stark beeinträchtigt worden – jedoch machte all dies die Akropolis erst zu dem, was sie heute ist: ein Ort, an welchem du in die Geschichte des Landes abtauchen kannst. Hier spürst du eine ganz besondere Stimmung. Und sei dir gewiss: Wenn du die Augen schließt und deine Gedanken schweifen lässt, wird dich die besondere Atmosphäre der Akropolis so schnell nicht mehr loslassen.

Tipps für deine Besichtigung der Akropolis in Athen

Dank der einmaligen Lage der Akropolis auf dem Athener Stadtberg kannst du von hier aus eine tolle Aussicht genießen. Ursprünglich für das Erkennen von Feinden in der Ferne gedacht, profitierst du heute von den strategischen Überlegungen der alten Griechen und schaust über die Stadt bis auf das Meer hinaus.

Für 12 Euro Eintritt hast du die Möglichkeit, eine Vielzahl beeindruckender Bauwerke zu besichtigen. Nimm dir genug Zeit, um die gesamte antike Anlage, die von April bis Oktober von 8 bis 20 Uhr und von November bis März von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet ist, erkunden zu können.

Sagenhafte Fotomotive en masse befinden sich auf dem Hügel hoch über Athen. Im Sommer solltest du die Akropolis jedoch nicht unbedingt in der Mittagszeit besichtigen, denn aufgrund ihrer erhobenen Lage wirkt hier die Sonne noch heißer als sie in Athen sowieso schon ist.

Die Akropolis erhebt sich über Athen und ist kaum zu übersehen.
Die Akropolis erhebt sich über Athen und ist kaum zu übersehen. Foto: pixabay.com/Dias12

Eine gute Ergänzung: das Neue Akropolis-Museum

Interessierte an der griechischen Geschichte, die nach dem Besuch der Akropolis immer noch nicht genug erfahren haben, können für 5 Euro das Neue Akropolis-Museum besichtigen. Das Museum befindet sich am südlichen Hang des Stadtbergs: Hier kannst du seit 2009 auf der Ebene 0 die antiken Reste Athens bewundern.

Auf den weiteren Ebenen des Museums werden hauptsächlich Dokumentationen über die Antike gezeigt, sodass du garantiert noch Dinge lernen wirst, die du zuvor nicht über die alten Griechen wusstest. Auf der letzten Ebene, der Ebene 3, kommt ein weiteres Highlight: der Parthenon-Saal. In diesem dreht sich alles um das Parthenon – seine Entstehung, seine Geschichte und seine Architektur.

Zusätzlich zu der Darstellung des Parthenons in Originalgröße kannst du durch die riesige Fensterfront auf das echte Parthenon blicken, sodass sich die direkte Lage des Museums am Fuße der Akropolis mehr als auszahlt.

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