Das Alter von Stonehenge

Was vielen Besucher gar nicht wirklich bewusst ist, ist wie unfassbar alt der wohl berühmteste Steinkreis der Welt, bekannt unter dem Namen Stonehenge, tatsächlich schon ist. Seine Errichtung geht bis in die Jungsteinzeit zurück. So wird geschätzt, dass bereits im Jahr 3.100 vor Christus damit begonnen wurde, die Anlage zu errichten.

Allerdings hat sich die Errichtung des gesamten Komplexes wohl über etwa 2.000 Jahre erstreckt und in drei verschiedene Phasen geteilt. Forscher sind sich jedoch bis heute nicht einig bei der genauen Datierung und so werden die Jahreszahlen immer mal wieder angepasst und korrigiert.

Dennoch ist es einfach erstaunlich, dass dieser Steinkreis seit der Steinzeit so gut erhalten geblieben ist und seinen Besuchern noch etwa 5.000 Jahre später Gänsehaut bereiten kann. Dass es sich bei Stonehenge um den berühmtesten Steinkreis handelt, ist dabei kein Wunder – immerhin ist er das größte und geschlossenste Erinnerungsstück der Steinzeit. Also besuche die Stätte unbedingt einmal selbst, mache dir ein Bild von diesem antiken Wunder und lasse dich von der Atmosphäre, die Stonehenge umgibt, in andere Zeiten zurückversetzen.

Ein mystischer Ort, der Rätsel aufwirft

Der Name „Stonehenge“ kommt aus dem Altenglischen und kann im Deutschen mit „hängende Steine“ übersetzt werden. Wofür diese hängenden Steine, die aufgrund ihres bläulichen Schimmers auch „Blausteine“ genannt werden, jedoch so früh in der Geschichte der Menschheit verwendet wurden, darüber herrscht ebenfalls keine Einigkeit.

Manche Historiker plädieren dafür, dass Stonehenge einst als Kult- und Versammlungsplatz genutzt wurde. Andere sehen eher einen religiösen Zweck hinter der Steinformation, quasi eine Art Tempelanlage oder Begräbnisstätte.

Viele Sagen ranken sich um die Steine von Stonehenge in England.
Viele Sagen ranken sich um die Steine von Stonehenge in England. Foto: pixabay.com/777546

Dass einige Linien des Megalith-Bauwerkes nach der Sommer- und Wintersonnenwende ausgerichtet sind, sehen andere Forscher hingegen dafür als Beweis an, dass Stonehenge in der Vergangenheit als astronomisches Observatorium verwendet wurde und Druiden seine Erbauer waren. Bei all den Theorien herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass dieser Ort bis in die Bronzezeit genutzt wurde. Die Magie dieses Ortes, woher auch immer sie stammt, spürt ein jeder Besucher jedenfalls noch bis heute.

Stonehenge ist immer einen Besuch wert

Stonehenge liegt in der Nähe der Stadt Amesbury in der Grafschaft Wiltshire. Die Kleinstad befindet sich etwa 13 Kilometer nördlich von Salisbury und 140 Kilometer westlich von London, sodass du einen Besuch des Steinkreises gut mit anderen Sehenswürdigkeiten Englands kombinieren kannst. Auch von Bath oder Bristol aus ist Stonehenge ideal in einem Tagestrip zu erreichen.

Übrigens: Im Jahre 1986, nachdem der Ort immer wieder als Kandidat vorgeschlagen wurde, ist Stonehenge von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden. Und wenn du einmal hier gewesen bist, wirst du verstehen, weshalb dem so ist. Seit Jahrhunderten zieht dieser Ort die Menschen in seinen Bann. Dieser Zauber wurde bereits in vielen Werken der Literatur, der Malerei sowie der Musik verarbeiten.

So besagt zum Beispiel eine Legende aus England, dass die Steine ursprünglich aus Afrika stammen und eine heilende Wirkung haben – nicht wenige Menschen, die an einer Krankheit leiden, pilgern daher nach Stonehenge, um Mut und Kraft zu tanken.

Touristische Erschließung von Stonehenge

Doch wie genau kommst du zu diesem magischen Denkmal vergangener Zeiten? Ab dem Bahnhof in Salisbury fahren Tourbusse direkt zum Besucherzentrum von Stonehenge. Sollte keine Unterkunft in Salisbury oder Amesbury selbst zu finden sein, können dich auch Direktverbindungen mit dem Zug, zum Beispiel aus London, Plymouth, Exeter, Bristol oder Southampton, an dein Ziel bringen. Dank einer guten Ausschilderung sowie Parksituation ist ebenfalls die Anreise mit dem Auto denkbar.

Ende 2013 wurde viel dafür gemacht, Stonehenge für Besucher noch attraktiver zu machen: Parkplätze sowie ein Besucherzentrum wurden in diesem Zuge neu errichtet. In dem Besucherzentrum kannst du dir Ausstellungen über die Knochenfunde, die von Archäologen entdeckt wurden, ansehen, mehr über die Überreste der Stonehenge erfahren und weitere Informationen zur Geschichte des Ortes erhalten. Zudem warten hier ein Café sowie ein Souvenirshop auf dich, damit du während deines Tagestrips gut verpflegt bist und dich dank eines Andenkens noch lange an diesen Besuch erinnern kannst.

Stonehenge: Öffnungszeiten und Ticketpreise

Die etwa zweieinhalb Kilometer vom Besucherzentrum bis zur Steinanlage kannst du wahlweise zu Fuß oder mit einem Pendelbus zurücklegen. Ein Audio-Guide kann deinen Fußmarsch durch die Landschaft, solltest du dich für diesen entscheiden, mit interessanten Informationen füllen. Den Steinkreis selbst kannst du dann mit einem Abstand von etwa 80 Meter umkreisen.

Besucher ab 16 Jahren zahlen etwa 17 Pfund für eine Besichtigung des Stonehenges. Kinder bis 4 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt; Kinder zwischen 5 und 15 zahlen etwa 10 Pfund. Ermäßigte Preise gibt es für Senioren, Studenten, Familien und Gruppen ab elf Personen. Die Tickets kannst du online mit einer zeitlichen Bindung erwerben. Direkt vor Ort im Besucherzentrum ist der Ticketkauf etwas teurer, dafür jedoch zeitlich flexibler. Geöffnet ist Stonehenge täglich, außer am 24. und 25. Dezember, von 9:30 bis 17:00 Uhr. Wegen des hohen Besucherandrangs wird eine Vorreservierung empfohlen.