Er ist ein idyllisches Fleckchen Erde: Der Lake Tahoe in der Sierra Nevada zwischen Kalifornien und Nevada ist der größte alpine See in Nordamerika. Viele Urlauber kommen zum Skilaufen oder um an den Stränden des Sees zu entspannen. 

Und: Immer mehr übernachten nicht in Hotels oder Resorts, sondern in Unterkünften in Wohngegenden, die unter anderem über Airbnb buchbar sind. Weil sich die Anwohner vermehrt über Lärmbelästigung, Müll und exzessive Partys beschwert hatten, verschärfte der Ferienort South Lake Tahoe Ende des vergangenen Jahres seine Verordnung über Ferienwohnungen. 

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Nach den ersten drei Monaten zieht die Lokalzeitung „Reno Gazette Journal“ erschreckende Bilanz: Fast alle Anzeigen beziehen sich lediglich auf kleinere Verstöße, die streng genommen nicht einmal illegal sind. Mehr als die Hälfte der Gesetzesbrecher wurde für falsches Parken zur Kasse gebeten. Und das wird in South Lake Tahoe zurzeit besonders teuer – mit bis zu 2.000 Dollar (umgerechnet etwa 1.600 Euro) Strafe. 

Denn: Durch die neue Verordnung dürfen Urlauber nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch auf den Parkplätzen der jeweiligen Unterkunft parken. Auch das Baden zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist nicht erlaubt. Eigentlich Lappalien, die in diesem Ort das Urlaubsvergnügen allerdings erheblich teurer machen.

Die Strafe teilt sich dabei auf in 1.000 Dollar für die Mieter und 1.000 Dollar für Vermieter. Letztere würden die Summe aber meist den Mietern in Rechnung stellen.

1.600 Euro fürs Falschparken? Ob die Probleme zwischen Einheimischen und Airbnb so geregelt werden können, bleibt fraglich. Kritisiert wird unter anderem, dass unnötige Vergehen hart bestraft werden, während gegen die wenigen wirklichen Störenfriede nicht vorgegangen werde.

Viele Urlauber fühlen sich in diesem vermeintlichen Paradies nicht mehr willkommen. Eine regelmäßige Urlauberin erklärte gegenüber der Zeitung, sie werde nach ihren Erfahrungen im Februar nicht mehr am Lake Tahoe Urlaub machen. Sie wolle sich in keine Situation bringen, in der sie normalerweise legal handele, dort aber eine „unangemessene, teure lokale Anordnung“ verletze.