Kurzurlaub: Zum Lunch nach London | reisereporter.de

Der kürzeste Kurzurlaub: Zum Lunch nach London!

Kürzlich klingelte der Wecker von reisereporterin Christina am Samstagmorgen bereits um 6 Uhr. Ausflugsziel: London. Beim reisereporter liest du ihr Protokoll eines etwas anderen Wochenendtages.

Im Herzen von London: Piccadilly. Rechts Fortnum and Mason, links die Royal Academy of Arts – und ganz in der Ferne der Piccadilly Circus.
Im Herzen von London: Piccadilly. Rechts Fortnum and Mason, links die Royal Academy of Arts – und ganz in der Ferne der Piccadilly Circus.

Foto: Christina Mänz

An einem dieser nieseligen Novembertage hatte ich bereits geahnt, dass ich im Frühjahr außer an Schnupfen auch an ausgeprägtem Reisefieber leiden würde. Deshalb hatte ich vorausschauend einen dieser 17,99-Euro-Billigflüge von Hamburg nach London-Stansted gebucht.

Kurztrip nach London: morgens hin, abends zurück

Morgens hin – abends zurück. Keine Übernachtung. Warum auch nicht. Nebenbei wollte ich mal ausprobieren, wie ich bewusst sparsam reisen kann, ohne mir selbst die Laune zu verhageln – und was ich bei einem solchen Schnellschuss noch lernen kann: übers strategische Reisen zum Beispiel. Und nun war der Tag da. London calling…

Challenge 1: „Leichtes Handgepäck“. Ich habe den Begriff für mich neu definiert. Früher reiste ich mit dem halben Hausstand. Mit der Zeit verzichtete ich aufs Bordcase und beschränkte mich auf eine Handtasche. Jetzt arbeite ich daran, nur noch mit Portemonnaie, Taschentuch, Desinfektionsspray und ’ner Zeitung unterm Arm zu reisen. Ich bemühe mich…

Challenge 2: Wie komme ich am schnellsten, günstigsten und nervenschonendsten zum Hamburger Flughafen? Der beste Kompromiss, eindeutig: Carsharing.

Challenge 3: Wie umgehe ich es, am Flughafen Wucherpreise für Wasser zu zahlen? Einfach eine leere Flasche mitnehmen. Kurz vor der Passkontrolle (Bereich B) gibt es einen Trinkwasserspender.

Challenge 4: Wie bleibe ich beim Boarding gelassen, bei dem sich ignorante Passagiere ungeniert hinsetzen, wo sie wollen? Die Maschine möglichst spät betreten. So kriegt man vom ganzen Chaos und Umgesetze nur wenig mit.

Challenge 5: Wie komme ich am Zielflughafen London-Stansted am schnellsten durch die Passkontrolle? Am besten wirklich mit (dem neuen) Pass und nicht mit Personalausweis reisen. Dann kann man sich praktisch selbst reinlassen.

Challenge 6: Wie komme ich am schnellsten in die Londoner Innenstadt? Wie so oft im Leben gilt auch hier: vorbereitet sein. Zum Beispiel:

  • Tickets für den Stansted Express online buchen und nicht erst am Schalter kaufen.
  • Einen Blick auf das U-Bahn-Streckensystem werfen: Ist es wirklich ratsam, bis zur Endhaltestelle Liverpool Street zu fahren? Wer in Londons Westen will, steigt eine Station vorher in die Victoria Line um. Auch das spart richtig viel Zeit. 

Die englische Hauptstadt in viereinhalb Stunden

Und so war ich bereits am Londoner Green Park (gegen 11.40 Uhr, keine zwei Stunden nach Landung), als andere – so möchte ich wetten – noch am Kofferband standen. Okay, kannst du jetzt sagen, die sind auch keinem Kollaps nahe. Stimmt auch wieder. Aber: Mein Rückflug ging ja bereits um 19.05 Uhr. Heißt: Ich hatte ungefähr viereinhalb Stunden.

Und was macht man in der Zeit? Instant-London eben. Die Essenz der Hauptstadt. Rund um die U-Bahn-Station Green Park bist du im Epizentrum – und damit (leider) auch mittendrin im Touristengewühl. Ich hatte verdrängt, wie entsetzlich überlaufen London an einem Samstagmittag sein kann.

Die Highlights rund um Piccadilly/Mayfair/St James’s

Aber zurück zu den fußläufigen Highlights rund um Piccadilly/Mayfair/St James’s (größer sollte der Radius bei so wenig Zeit nicht sein):

Zur Einstimmung am Hotel The Ritz vorbei, die St James’s Street hinunter zum gleichnamigen Palast. Alternativ durch den Green Park zum Buckingham-Palast. Nur für einen schnellen Postkartenblick.

Zum Essen ins Traditionsrestaurant The Wolseley. Wenn du die Lücke zwischen Breakfast und Lunch erwischst, kannst du Glück haben, auch ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen.

Zur Kunst in die Royal Academy of Arts. Noch bis Mitte April läuft die hochgelobte Austellung „Charles I: King and Collector“.

Zum (Window-)Shopping durch die Bond Street und Burlington Arcade, zu den Maßschneidern in die Savile Row, zu Fortnum and Mason (allein wegen der Salted Caramel Biscuits) und zu D.R. Harris. Hier gibt’s das beste Augen-Gel – der Lohn fürs frühe Aufstehen.

Eintagestrip nach London: ermüdend, aber erfüllend

Viel mehr geht nicht! Ich für meinen Teil war gegen 17 Uhr wieder im Stansted Express und um kurz vor 18 Uhr zurück am Flughafen. Die beste Investition des Tages: Bei der Flugbuchung hatte ich „Fast Track“ als Zusatzleistung gekauft. So blieb am Airport noch ausreichend Zeit, um vor dem Boarding noch ein paar englische Magazine und Kopfschmerztabletten zu kaufen. Der Rest der Rückreise war unspektakulär. Zum Glück.

Mein Fazit: Mich auf den Weg zu machen – in welcher Form und wohin auch immer – macht mich glücklich. So ein randvoller Tag – letztlich ohne viel Aufwand, aber viel Einsatz und noch mehr Eindrücken – ist zwar ermüdend, aber erfüllend. Das Anstrengendste: Im Hinterkopf tickt dauernd die Uhr. Ich war permanent in Aufbruchsstimmung – und am Tag darauf platt. Auch ein Kurztrip braucht eben etwas Länge.

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