4,5 Millionen Deutsche reisten im Jahr 2017 nach Mallorca – 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie stellen damit rund die Hälfte aller Urlauber auf der Baleareninsel. Die Bewohner sind zunehmend genervt von so viel Trubel, immer wieder kommt es zu Protesten gegen den Massentourismus. Der Urlauber wird mehr und mehr zum Störfaktor: Lärm und Müll – nicht selten von den Touristen produziert. Außerdem steigen die Mieten auf der Insel, durch immer mehr Ferienwohnungen schwindet Wohnraum für die Mallorquiner selbst. 

Die Insel unternimmt mehrere Schritte, um gegenzusteuern: Im Juli 2016 wurde eine Touristensteuer eingeführt, diese wurde für 2018 verdoppelt (mehr als fraglich ist allerdings, ob die Abgabe Urlauber abschreckt). Außerdem hat die Regionalregierung der Balearischen Inseln ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Plastikmüll verbietet. Und jetzt schränkt sie auch die Vermietung von Ferienwohnungen ein. Dafür hat der Inselrat von Mallorca eine neue Zonenregelung vorgestellt. 

Strenge Auflagen: Mallorcas Karte der Ferienhausvermietung 

Auf einer Landkarte kennzeichnen unterschiedlich eingefärbte Zonen, in welchem Umfang die Vermietung von Ferienunterkünften zulässig ist. Mit der neuen Regelung versucht die Insel, den Tourismus besser zu verteilen und nicht zuletzt den Wohnraum der Einheimischen zu schützen. Konkret heißt das: Urlauber raus aus den überfüllten Küstenorten und mehr ins Inselinnere.

Karte der Ferienvermietung: Die unterschiedlichen Zonen verteilen sich über die gesamte Insel.
Die unterschiedlichen Zonen verteilen sich über die gesamte Insel. Foto: Consell de Mallorca

Insgesamt sieben Zonen gibt es, in denen verschiedene Bestimmungen für die Ferienvermietung herrschen, berichtet unter anderem die „Mallorca Zeitung“. Die grüne Zone stellt den geschützten Bereich dar, hier gilt absolutes Vermietungsverbot. Das Gleiche gilt für die graue Zone, in der zum Beispiel Industriegebiete liegen.

In den lila und rot gefärbten Zonen ist die Vermietung auf maximal 60 Tage im Jahr beschränkt – dazu gehören Orte wie Santa Ponça, Peguera, Palmanova und Magaluf sowie die Küstenorte von Lllucmajor. Das Gleiche gilt für Apartments, die sich in der gelben Zone befinden.

Vermietung in Palma: Die Ausnahme von der Regel

Keinerlei Einschränkungen gibt es in den blauen und orange Zonen, sowie für Einfamilienhäuser in der gelben Zone. Die Hauptstadt, Palma, ist weiß gekennzeichnet und von der Regelung ausgenommen. Sie darf die Vermietung der Ferienunterkünfte selbst verwalten.

Die neue Zonenregelung ist noch nicht in Kraft, zuvor können die einzelnen Gemeinden noch Korrekturen beantragen und die Richtlinien anfechten. Ab August könnten Anträge für die neuen Lizenzen unter dem neuen Regelwerk dann möglich sein, so die „Mallorca Zeitung“. Bis dahin gelten die alten Lizenzen der Vermieter.

Das Ganze soll aber nicht nur den Tourismus beschränken. In Zukunft ist nämlich auch die Vermietung von Apartments erlaubt, was vorher verboten war. Diese Vermietung muss allerdings unter bestimmten Vorschriften geschehen, die streng überwacht werden sollen.

Mallorca: Sanktionen gegen Airbnb und Tripadvisor

Außerdem geht die balearische Landesregierung weiter gegen Portale wie Airbnb und nun auch Tripadvisor vor. Sie hat gegen beide Portale ein Bußgeld von 300.000 Euro angeordnet. Der Grund: Auf Airbnb und Tripadvisor befänden sich Ferienunterkünfte, die gegen geltende Gesetze auf der Insel verstoßen würden, so die „Mallorca Zeitung“.

Insbesondere geht es bei dem Verstoß um angebotene Apartments, die momentan noch nicht zur Vermietung zugelassen sind und somit ein illegales Angebot darstellen. Airbnb hat das Bußgeld bereits angefochten, von Tripadvisor kam bislang keine Reaktion.