Acht Maschinen der österreichischen Airline Laudamotion fliegen seit gestern im Auftrag der Lufthansa-Tochter Eurowings. Bis Ende Mai werden die weiß-roten Flieger von Laudamotion innerdeutsche und europäische Strecken ansteuern, teilte Eurowings auf Nachfrage des reisereporters mit.

Die Abmachung sichert Eurowings dringend benötigte Sitzplatzkapazitäten. Das hat vor allem einen Grund: „Die Insolvenz der Air-Berlin-Group hat riesige Lücken im Angebot für Kunden hinterlassen, die derzeit von anderen Airlines nach und nach geschlossen werden – auch durch Eurowings“, sagt Eurowings-Sprecher Klaus Pokorny.

Für Laudamotion bedeutet die Kooperation eine Auslastung der Flugzeuge und Crews, die sonst hohe Kosten verursacht hätten. 

Ryanair sichert sich wichtige Start- und Landerechte an deutschen Flughäfen

Die Airline ist die ehemalige insolvente Air-Berlin-Tochter Niki, die der Lufthansa-Konzern auf Druck des EU-Kartellamts selbst nicht übernehmen durfte.

Für 50 Millionen Euro kaufte Ex-Rennfahrer und Niki-Gründer Niki Lauda die insolvente Airline, taufte sie um und verbündete sich mit Lufthansas Erzrivalen Ryanair. Der irische Billigflieger übernahm zunächst 24,9 Prozent von Laudamotion, angepeilt sind aber 75 Prozent. Vorausgesetzt, die EU-Wettbewerbshüter stimmen der Übernahme zu. 

Damit würde sich Ryanair attraktive Start- und Landerechte an deutschen Flughäfen sichern und könnte der Lufthansa einen schärferen Preiskampf liefern. Die Fusion ist Niki Laudas Antwort auf einen früheren Schachzug der Lufthansa. 

„Ich habe der Lufthansa einen Strich durch die Rechnung gemacht“

Lauda wollte nach der Air-Berlin-Pleite seine alte Airline Niki mit 21 Flugzeugen wieder an den Start bringen. Doch die Lufthansa habe die Flugzeuge gekauft und nur elf davon abgegeben, sagte Lauda der österreichischen „Kronen Zeitung“.

Die Lufthansa sei schuld an der Fusion mit Ryanair, so Lauda. „Die haben sich ausgerechnet, dass meine 40.000 Slots an den Slot-Koordinator zurückgehen, wenn ich nur elf Flieger habe. Dann wären die Slots neu verteilt worden, vielleicht an Eurowings oder die Lufthansa. Aber da habe ich ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Flugzeug-Pingpong bei Lufthansa und Laudamotion

So gehören kurioserweise die acht Flugzeuge, die nun für Eurowings an den Start gehen, schon der Lufthansa. Der Konzern musste sie aber auf Druck der EU-Kommission zu marktüblichen Mietkonditionen an die Niki-Nachfolgegesellschaft übergeben.

Nun werden die Jets samt Besatzung zurückgemietet. Ob die Kooperation bestehen bleibt, solle in den kommenden Wochen geprüft werden, so Pokorny.