Das Gesicht als Boardingpass? Das testet die Lufthansa gerade in den USA. Ziel sei es, das Boarding zu beschleunigen, teilt die Airline mit. Seit vergangener Woche laufen die Tests am Flughafen in Los Angeles. Doch wie funktioniert der neue Einsteigeprozess?

Gesichtsscanner erfasst biometrische Daten

Alles, was der Passagier offenbar vor dem Einstieg ins Flugzeug tun muss: Kurz vor dem Gesichtsscanner stehen bleiben. Die biometrischen Daten werden mit denen der US-Zollbehörde US Costums and Border Protection (US CBP) abgeglichen, nur Sekunden später kann der Reisende, sofern er erkannt wurde, einsteigen.

Die Zollbehörde übernimmt schon im Vorfeld eine biometrische Erfassung, etwa bei der Ankunft in den USA, und kooperiert mit der Airline, welche die Daten nun für den Boardingprozess nutzt. „Der Bedarf, immer schneller und bequemer zu reisen, ist da“, sagt Bjoern Becker, Produktmanagement-Chef bei der Lufthansa. Die Nutzung der biometrischen Daten sei eine Möglichkeit, diesem Wunsch nachzukommen. 

Gesichtsscanner erfasst 350 Passagiere in 20 Minuten

Die ersten Tests seien positiv verlaufen. Das Boarding einer A380 mit 350 Passagieren habe nur 20 Minuten gedauert, so die Airline. Daher erwägt sie, die neue Technologie auch in anderen amerikanischen Flughäfen einzusetzen. Laut CN Traveler nutzen auch andere Fluggesellschaften wie Jetblue und Delta die Gesichtserkennung.

In Deutschland werden auch schon Gesichtsscanner eingesetzt, allerdings bei der Passkontrolle. Für das sogenannte Easy-Pass-System müssen sich Reisende jedoch registrieren. Es ist an den Flughäfen Frankfurt am Main, München, Köln/Bonn, Düsseldorf, Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel und Hamburg möglich. An den Standorten sind insgesamt 177 E-Gates eingerichtet.