7 Todsünden beim Bahnfahren und wie du sie ablegst | reisereporter.de

7 Todsünden beim Bahnfahren – und wie du sie ablegst

In der Bahn treffen wir immer wieder Menschen, die agieren, als gehöre ihnen die Welt. Die Wahrheit ist aber: Das tut sie nicht. Wahr ist aber auch, dass uns manchmal Dinge nerven, die wir selbst auch tun...

Damit du und deine Mitreisenden eine entspannte Zugfahrt genießen können, nennt der reisereporter dir die sieben Don’ts der Bahnreisen.
Damit du und deine Mitreisenden eine entspannte Zugfahrt genießen können, nennt der reisereporter dir die sieben Don’ts der Bahnreisen.

Foto: imago/Westend61

Mit schlechten Angewohnheiten verhält es sich ähnlich wie mit schlechten Witzen: Erzählen wir sie selbst, sind sie natürlich immer gut, während die Witze der anderen gefühlt immer eine schlechte Pointe haben. Kleine Eigenheiten nehmen wir meist an anderen wahr, obwohl wir sie selbst haben – das trifft vor allem im öffentlichen Nahverkehr zu.

Telefoniert ein anderer lautstark in der Bahn, sind wir irrsinnig genervt – klingelt hingegen das eigene Smartphone, gehen wir wie selbstverständlich dran. Sobald wir aber nicht allein sind, sondern uns in einem sozialen Gefüge bewegen, ist das Leben für alle leichter, wenn wir Rücksicht aufeinander nehmen. Und das fängt beim Bahnfahren an.

Sieben Todsünden, die wir (Ja, auch du!) auf einer Bahnreise machen – und wie wir ihnen widerstehen:

Todsünde 1: Hobby-DJ spielen

Das Problem: Die meisten Menschen setzen bei Bahnfahrten Kopfhörer auf, um die Geräusche um sich auszublenden. Ob das laut schnackende Paar oder das kreischende Kleinkind: Es ist laut, es ist lästig – und die Sounds aus dem eigenen Kopfhörer die einzige Chance, dem Lärm zu entgehen.

Doch egal, ob wir Musik hören oder bingewatchen: Wir neigen dazu, die Lautstärke auf die höchste Stufe zu stellen – und beschallen somit all jene, die um uns herum sitzen, ohne dass wir es merken. Wer einmal neben jemandem saß, der das Gesamtwerk von Rammstein oder Helene Fischer rauf- und runterhörte, weiß: Das ist, ähm, unangenehm.

Dann wummert, summt und dröhnt es und man möchte nur eines: Dem Menschen die Kopfhörer von den Ohren reißen, bis es bei ihm wummert, summt und dröhnt.

Die Lösung: Abba sind die einzigen, die „Thank You for the Music“ sagen dürfen. Unsere Mitmenschen freuen sich hingegen, wenn wir die Dezibelzahl runterdrehen.

Musik nur mit Kopfhörer, aber auch da gilt: Kontrolliere deine Lautstärke.
Musik nur mit Kopfhörer, aber auch da gilt: Kontrolliere deine Lautstärke. Foto: imago/Westend61

Todsünde 2: Ein Geruchsbelästiger sein

Das Problem: Jeder Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Sauberkeit und guten Körpergerüchen – so zumindest die Theorie. In der Praxis ist das Verständnis davon leider oft anders, sodass wir vor allem in der Bahn mit manchen Düften konfrontiert sind, die wir im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen können.

Ob eine Überdosis Parfum oder Aftershave, eine Prise kalter Zigarettenrauch oder Schweißwolken: Manchmal erlebt unsere Nase eine richtig fiese Challenge.

Die Lösung: Im Zweifelsfall gilt: Wer bei seiner Ankunft gut duften will, sprüht Parfum erst kurz vor der Ankunft, im Idealfall auf der Toilette, auf. Ansonsten gilt: Vor einer Bahnfahrt in Wasser baden – und nicht in ätherischen Ölen.

Todsünde 3: Als Kebab-Esser nerven

Das Problem: Reisen macht hungrig, keine Frage, und gerade bei einer langen Bahnfahrt ist es eine nette Abwechslung, etwas dabeizuhaben. Bei der Wahl des Essens sollten wir aber bedenken, dass die Mitreisenden zumindest geruchstechnisch mitsnacken.

Besonders beliebt sind jene Zeitgenosse, die essen, als ob es kein Morgen und keine Mitreisenden gäbe, zum Beispiel der allseits bekannte Kebab-Esser. Zwiebel, Knoblauch, deftige Gewürze? Prima, ihm schmeckt’s. Die anderen Menschen in der Bahn sind ihm völlig egal.

Die Lösung: Nein. Ganz einfach nein. Essen in der Bahn ist erlaubt, aber keinesfalls Kebab. Hier gilt: Dinge essen, die geruchsneutral sind. Mal überlegt, warum es im Speisewagen nie Blumenkohl oder Mettbrötchen gibt? Eben.

Auf intensiv riechende Speisen und Getränke solltest du deinen Mitreisenden zuliebe verzichten.
Auf intensiv riechende Speisen und Getränke solltest du deinen Mitreisenden zuliebe verzichten. Foto: imago/Sven Lambert

Todsünde 4: Als Sitzplatzsparer Plätze beanspruchen

Das Problem: Ganz klar: Wer einen Sitzplatz reserviert, hat auch das Recht, darauf zu sitzen. Es gibt allerdings den gemeinhin bekannten Sitzplatzsparer, der aus Geiz auf eine Reservierung verzichtet, aber dennoch einen Platz für sich einfordert.

Das macht er, indem er sich dumm stellt, auf einen reservierten Platz setzt – und im schlimmsten Fall noch mit Diskussionen anfängt, warum er nicht weggehen wird: „Da drüben ist eh noch ein Platz frei!“

Die Lösung: Die Lösung ist ganz einfach und besteht aus drei berühmten Worten (die mit „Ich liebe dich“ nichts zu tun haben): Reservier! Einen! Sitzplatz!

Sobald sich der Zug füllt, sammele deine Gepäckstücke ein, damit sich andere setzen können.
Sobald sich der Zug füllt, sammele deine Gepäckstücke ein, damit sich andere setzen können. Foto: imago/Westend61

Todsünde 5: Zwei Plätze beanspruchen

Das Problem: Auch das Gegenteil ist furchtbar lästig und kommt in Form des Sitzplatzblockierers daher. Der hat zwar eine Reservierung, ist aber davon überzeugt, dass seine Tasche den nicht reservierten Platz neben ihm beanspruchen darf.

Gerade zu Stoßzeiten ist es furchtbar unangenehm und lästig, wenn Fahrgäste quasi darum betteln müssen, dass er seine Sachen wegräumt. Warum sollen wir ein mieses Gefühl haben, nach einem Platz zu fragen, auf den der Blockierer eigentlich kein Recht hat?

Die Lösung: Hier gibt es keine Diskussion. Natürlich ist es menschlich, sich eine Doppelsitzreihe zu schnappen und den Platz neben sich als Ablage zu nutzen. In halb vollen Zügen ist das vollkommen in Ordnung. Sobald es voll wird, sollten wir aber aufmerksam sein, auf Blicke reagieren und von uns aus den Platz anbieten.

Todsünde 6: Als Dauertelefonierer nerven

Das Problem: Auch wenn die Deutsche Bahn sich wünscht, dass sich Gäste wie zu Hause fühlen, heißt das nicht, dass wir uns so benehmen sollen. Leider gibt es immer wieder Menschen, deren Schamgrenze offenbar niedrig liegt.

Berühmtestes Beispiel ist der ausschweifende Dauertelefonierer, der während der ganzen Zugfahrt seine Mitmenschen daran teilhaben lässt, was er gemacht, gegessen und gedacht hat, im schlimmsten Fall bei voller Lautstärke, „weil die Verbindung ja so schlecht ist … hörst du mich noch? … HÖRST DU MICH?! … Ich bin im Zug … IM ZUUUUUUG!“

Die Lösung: Niemand wird das Telefonieren in der Bahn verbieten, aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass wir nicht brüllen, uns kurzfassen und private Dinge privat sein lassen? Wenn das nicht geht, gibt es immer noch die Möglichkeit, sich auf den Gang zu stellen und dort ein bisschen geschützt Telefonate zu führen, ohne dass alle anderen das Gefühl haben, Bestandteil des Gesprächs zu sein.

Interessiert dich wirklich, was Tante Ingrid gestern gekocht hat? Eben, die anderen auch nicht, also telefoniere besser draußen.
Interessiert dich wirklich, was Tante Ingrid gestern gekocht hat? Eben, die anderen auch nicht, also telefoniere besser draußen. Foto: imago/Westend61

Todsünde 7: Als Kofferchaot alles blockieren

Das Problem: Anders als bei Low-Cost-Airlines müssen wir bei der Bahn keinen Aufpreis für unsere Koffer zahlen, egal wie groß, schwer oder sperrig das Gepäck sein mag. Das heißt aber nicht, dass wir unseren Kram aus Faulheit oder welchen Gründen auch immer nicht gut verstauen müssen.

Ob Kofferablagen oder Ablagefächer über den Sitzen: Der Kofferchaot ignoriert alles und parkt seinen halben Haushalt im Gang oder auf dem Platz neben sich, als würde ihm der Zug gehören. Die Antwort ist aber: Tut er nicht.

Die Lösung: Die Frage ist einfach: Stellst du zu Hause auch deinen Kram mitten in den Gang, damit du mehrfach täglich drumherum tänzeln musst oder darüber stolperst? Eben. Es gibt keinen Grund, den Koffer auf dem Gang zu parken – selbst, wenn er zu schwer zum Heben sein sollte, kannst du einen freundlichen Mitmenschen oder das Zugpersonal um Hilfe bitten.

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