Nepal hat am Fuße des Mount Everest zu einer Putzaktion aufgerufen. Das Ziel: Den heiligen Berg von rund 100 Tonnen Müll zu befreien. Bei dem Projekt, das am Wochenende startete, wurde allein am ersten Tag mehr als eine Tonne Abfall gesammelt, berichtet die BBC.

In diesem Jahr konzentriert sich der Frühjahrsputz auf recycelbare Materialien wie Plastik, Dosen, Verpackungen, aber auch Sauerstoffflaschen. Der Müll wird per Flugzeug von Lukla in die Hauptstadt Kathmandu gebracht. Die nepalesische Airline Yeti übernimmt den Transport. 

Sherpas räumen normalerweise den Müll weg

Jahr für Jahr haben stets die Sherpas –  Reiseführer und Lastenträger der Touris – den Müll beseitigt. Nun bekommen sie Unterstützung von der staatlichen Müllaufsicht, dem Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC). Trotzdem seien es auch diesmal nur die fleißigen Sherpas, die sich um das Müllsammeln kümmerten, schreibt die BBC.

Nach Angaben des SPCC haben im letzten Jahr mehr als 100.000 Menschen die Region besucht. 40.000 davon waren Bergsteiger und Trekkingtouristen. Etwa 700 Bergsteiger wagen sich während der Saison, zwischen April und Mai, auf den Gipfel des 8.848 Meter hohen Mount Everest. In diesen beiden Monaten sind die Wetterbedingungen dafür am günstigsten.

Die Bergsteiger am Mount Everest lassen jedes Jahr Unmengen an Müll liegen. Nun ist Schluss damit.
Diesen Anblick ist man vom magischen Mount Everest nicht gewohnt. Foto: twitter.com/Globetrot

Fäkalien am Mount Everest werden zum gesundheitlichen Risiko

Auch die Berge an biologischem Abfall werden zunehmend zum Problem – damit sind vor allem Fäkalien gemeint. Denn an den Camps am Mount Everest gab es bisher keine Toiletten und auch keine Möglichkeit, die Hinterlassenschaften wegzubringen.

Bergsteiger buddelten Löcher im Schnee und machten dort einfach ihre Geschäfte. Taut die Schneedecke aber auf, kommen diese wieder zum Vorschein. 2015 warnte bereits der Nepalesische Bergsteigerverband vor gesundheitlichen Risiken. Ohne entsprechende Infrastruktur könnten sich Krankheiten schneller verbreiten, so der Verband. Der SPCC hat daher mobile Toilettenhäuschen an den Camps aufgestellt. 

Neue Regeln für mehr Sauberkeit

Um das Müllproblem unter Kontrolle zu bekommen, verpflichtet die Regierung seit 2014 Bergsteiger, rund acht Kilogramm Müll zurück zum Basislager zu tragen, berichtet die Zeitung „Independent“. Außerdem müssen pro Expedition 4.000 Dollar Müllpfand gezahlt werden.

Eine Regulierung der Besucherzahlen soll ebenfalls zur Problemlösung beitragen. Im vergangenem Jahr hat die Regierung Bergsteigern, die allein auf den Mount Everest wollten, den Zutritt verboten. Ausländische Bergsteiger dürfen außerdem Expeditionen nur noch mit einem staatlich geprüften Alpinisten starten.