Bloco da Lama in Brasilien

Elf Monate lang herrscht in der historischen Stadt Paraty, nur 250 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, entspanntes Treiben. Im Februar aber sieht es dort ganz anders aus: Horden von schlammbedeckten Menschen ziehen durch die denkmalgeschützte Innenstadt des 500 Jahre alten Örtchens und tanzen zu wilder Musik. Dann ist nämlich Bloco da Lama – eine der dreckigsten Partys der Welt. 

Begonnen hat die Tradition vor 30 Jahren, als eine Gruppe von Freunden Karneval am Strand von Paraty feierte und eine Schlammschlacht begann. Danach liefen sie, dreckig, wie sie waren, durch die Altstadt – ganz zur Empörung der Einheimischen. Seitdem kommen Schlammverrückte aus aller Welt zur Bloco da Lama.

Doch das ungewöhnliche Spektakel ist nicht unumstritten. Besonders der taditionelle Zug durch die Altstadt mit den weißen Hausfassaden sorgt bei manchem Bewohner für Empörung. In manchen Jahren haben die Behörden dem Partyvolk den Gang durch die historischen Gassen sogar verweigert. Gefeiert haben die Leute trotzdem, am Strand von Paraty.

Kein Zentimeter Haut bleibt schlammfrei.

Das Schlammfestival Boryeong in Südkorea

Zum Boryeong-Schlammfestival in Südkorea kommen jedes Jahr im Juli Hunderte Menschen aus der ganzen Welt, um sich ausgiebig im Schlamm zu wälzen. Das Besondere dabei: In dem Dorf südlich von Seoul gibt es dann Schlammrutschen und Schlammspiele, man kann auch Schlammcatchen oder beim Schlammbad mitmachen. Für Boryeong ist das Festival mittlerweile zu einem echten Wirtschaftsfaktor geworden.

Bei der braungrauen Masse soll es sich nach Angaben der Veranstalter um mineralreichen Heilschlamm handeln. 2009 kam es allerdings zu einem unangenehmen Zwischenfall: Rund 200 Teilnehmer klagten über Juckreiz und mussten mit Hautausschlägen ins Krankenhaus. Ob verschmutztes Wasser die Ursache war oder Käfer, die sich in die Haut der Schlammliebhaber krallten, ist nicht geklärt.

Schlamm, so weit das Auge reicht: Der Strand von Boryeong in Südkorea verwandelt sich jedes Jahr im Juli in ein Paradies für Schlammliebhaber.

Wacken Open Air in Schleswig-Holstein

Jedes Jahr treffen sich Zehntausende Metalfans im kleinen Örtchen Wacken. Und jedes Jahr verwandelt sich die Festivalwiese in ein riesiges Schlammfeld. Warum? Ganz einfach, weil es meist regnet. Mittlerweile haben sich die Besucher darauf eingestellt und feiern ausgelassen im Matsch.

Vielleicht hilft dabei auch das ein oder andere Bier – 10.000 Liter flossen 2017 stündlich bei voller Auslastung aus insgesamt zehn angedockten Schnellzapfanlagen. Das entspricht 25.000 Bechern mit 0,4 Litern. 2018 ist von 2. bis 4. August wieder Wacken.

Heavymetal-Fans beim Schlammbad in Wacken.