Im Jahre 1709 gab Kurfürst Friedrich August I. den Bau des Zwingers, der neben der Frauenkirche wohl die Dresdner Sehenswürdigkeit schlechthin ist, in Auftrag und sollte damit ein Bauwerk erschaffen, welches heute nicht mehr aus der Altstadt Dresdens wegzudenken ist.

August der Starke leitete eine intensive Bauphase ein, welche die in Dresden bis dahin vorherrschenden Holzbauten durch prächtige Gebäude aus Stein ersetzen sollte. Von ihm unternommene Reisen in die europäischen Großstädte prägten seine architektonischen Vorstellungen.

Auch sein Hofbaumeister Pöppelmann unternahm in seinem Auftrag Reisen durch die Metropolen Europas. So finden sich in den Entwürfen Einflüsse aus Florenz, Rom und Versailles wider. 1728 konnten die meisten der heutigen Gebäude fertiggestellt und dem Bauherrn übergeben werden.

Zerstörung und Wiederaufbau des Dresdner Zwingers

Obgleich die Bezeichnung Zwinger eine militärische Nutzung nahelegt, war schon 1709 klar, dass ein Prachtbau rund um einen Festplatz entstehen sollte. So beherbergte der Bau eine Orangerie und einen Garten, der zu repräsentativen Zwecken genutzt wurde.

Aktuelle Deals

Bei Baubeginn war keine innere Festungsmauer mehr vorhanden, doch die äußere Festungsmauer verlief dort, wo sich heute das Kronentor befindet. Diese Lage wurde dem Zwinger im Siebenjährigen Krieg zum Verhängnis. Im Zuge der Kampfhandlungen fügten preußische Kanonen dem Bau erheblichen Schaden zu. Darüber hinaus wurde der Prachtbau von den Besatzern als Lager und der Garten als Werkplatz genutzt.

Während der napoleonischen Kriege wurden ebenfalls Teile der Festungsmauern zerstört, die Brücke am Kronentor eingerissen und der davor befindliche Graben aufgefüllt. Die Konflikte hemmten den Wiederaufbau des Zwingers und der nächste größere bauliche Schritt erfolgte 1854 mit dem Bau der Sempergalerie.

Die letzte Zerstörung erlebte der Zwinger im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe der Alliierten. Der Wiederaufbau wurde unmittelbar 1945 begonnen und 1989 für umgerechnet etwa 40 Millionen Euro vollendet, wobei sich die Innenräume noch heute teilweise in der Rekonstruktion befinden.

Glockenspielpavillon und Wallpavillon

Die gesamte architektonische Erscheinung des Zwingers stellt ein beeindruckendes Meisterwerk dar, welches sich in kleinere Bauten wie den Glockenspielpavillon aufteilen lässt. Betrittst du den Zwinger vom Cholerabrunnen kommend, befindest du dich direkt unter der ehemaligen Orangerie und der heutigen Porzellansammlung.

Seinen Namen verdankt der Glockenspielpavillon jedoch dem Porzellanglöckchen von Meißen, welches jede Viertel- und jede volle Stunde erklingt. Die Glocke und die Monumentaluhr wurden allerdings erst 1933 bis 1935 in acht Metern Höhe angebracht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Der Wallpavillon im Zwinger in Dresden.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofes befindet sich der Wallpavillon. Die im Erdgeschoss angebrachten Hermen gehen auf den berühmten Bildhauer Balthasar Permoser zurück. Weiterhin finden sich am Wallpavillon griechische Götter und der jugendliche August der Starke, welcher einen Apfel und die polnische Königskrone in den Händen hält.

Passend dazu wird der Pavillon von Herkules gekrönt, der die Welt auf seinen Schultern trägt. Eine geschwungene Treppe neben dem Wallpavillon ermöglicht den Zugang zu einem weiteren Highlight: Hinter dem Französischen Pavillon befindet sich mit dem Nymphenbad eine der schönsten Brunnenanlagen des Spätbarocks.

Auch hieran war Permoser federführend beteiligt. Skulpturen von Neptun und Triton beherrschen den Springbrunnen optisch. Wasserspeiende Delphine runden das Gesamtkunstwerk ab.

Kronentor und Sempergalerie

Einen weiteren Blickfang stellt das Kronentor mit der davor befindlichen, hölzernen Brücke und dem Zwingergraben dar. Hier war Permoser für die Gestaltung der kunstvoll gearbeiteten Statuen von Vulkan und Ceres auf der Seite des Innenhofs verantwortlich.

Im Obergeschoss wird der Aufbau von vier Pfeilern getragen und von einer Kuppel mit vergoldetem Kupferblech gekrönt. Die Spitze der zwiebelförmigen Kuppel zieren vier Adler, welche die polnische Königskrone Augusts des Starken tragen. Vom Kronentor aus eröffnet sich der Blick auf die volle Pracht der 1854 fertiggestellten Sempergalerie.

Der Zwinger in Dresden mit Kronentor und Langgalerie.

Obgleich nachträglich und nach dem Beispiel der italienischen Hochrenaissance von Gottfried Semper errichtet, fügt sich die Fassade harmonisch in das Gesamtbild des Zwingers. Allein von außen ist das Gesamtkunstwerk des Zwingers einen längeren Aufenthalt wert. Der Zwingerhof und die Galerien, welche die einzelnen Bauten miteinander verbinden, eignen sich perfekt zum Flanieren, Verweilen und Staunen. Und auch den Erlebnisturm musst du gesehen haben.

Geöffnet sind der Innenhof, der auch als Festspielplatz dient, sowie die Bogengalerien des Wahrzeichens täglich ab 6 Uhr. Die Schließung der Anlage findet von April bis Oktober um 22 Uhr und von November bis März um 20 Uhr statt. Eintritt frei.

Museen und Ausstellungen im Dresdner Zwinger

Wenn du noch mehr bestaunen möchtest, lohnt es sich, einen Blick in das Innere des Zwingers zu werfen. Die Gemäldegalerie Alte Meister zeigt Werke der deutschen, niederländischen, französischen, spanischen sowie italienischen Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts.

Aus der Epoche der italienischen Renaissance stammt das berühmteste Gemälde der Kunstsammlung: Raffaels Sixtinische Madonna. Mit Rembrandt, Tizian und Dürer sind auch andere namhafte Meister im Semperbau vertreten. Auch den restaurierten Grottensaal solltest du dir unbedingt ansehen.

Der Zwinger ist aus jeder Perspektive schön.

Wahre Meisterwerke finden sich zudem in der Porzellansammlung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Gefäße und Figuren aus chinesischer und japanischer Fertigung bringen es zusammen mit den Exponaten aus Meißen auf eine beeindruckende Zahl von 20.000 Ausstellungsstücken. Einen Blickfang bilden die einzigartigen und qualitativ hochwertig gearbeiteten Porzellantiere von Meißen. Auch ihretwegen gilt die Sammlung als die umfangreichste und wertvollste Porzellansammlung der Welt.

Der Mathematisch-Physikalische Salon wartet hingegen mit einer beeindruckenden Sammlung wissenschaftlicher Instrumente der Feinmechanik, Optik und Astronomie auf. Die bedeutendsten Exponate stellen ein Himmelsglobus des 13. Jahrhunderts und eine Rechenmaschine aus dem 17. Jahrhundert dar. Bereits seit 1746 ist die Ausstellung im Zwinger untergebracht und wurde nach sechsjährigen Sanierungsarbeiten 2013 wiedereröffnet.

Eintritt ins Museum

Das Museum inklusive der jeweiligen Sonderausstellungen kannst du, von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr, für 10 Euro besichtigen. Jugendliche und Kinder unter 17 haben freien Eintritt.