Budapests ehemaliger Königssitz – der Burgpalast

Der Burgpalast befindet sich im Burgviertel am westlichen Donauufer und ist mit der Buslinie 16 und der Standseilbahn „Sikló“ jederzeit zu erreichen. Es ist ein touristischer Platz mit mehreren Kirchen, Museen und bezaubernden kleinen Gassen, welcher direkt über die Kettenbrücke erreichbar ist.

Der Burgpalast, der auch als die Königspalast oder Königliche Burg (Királyi Vár) bekannt ist, nimmt den gesamten südlichen Teil des Burgberges ein. Er ist sowohl das größte Gebäude Ungarns als auch das am höchsten gelegene. Somit überragt er Budapest und ist von überall aus zu sehen. Als beeindruckender Gebäudekomplex bietet er dir kostenfreie Besichtigungen des Areals und einen guten Orientierungspunkt für Streifzüge durch die Gassen des Burgviertels.

Der Burgpalast war einst der Königssitz.
Der Burgpalast war einst der Königssitz. Foto: imago/imagebroker

Weltkulturerbe und ereignisreiche Geschichte

Die Geschichte des Burgpalastes reicht zurück bis in das Jahr 1242. Damals ließ König Béla der IV. auf dem schmalen Plateau des Berges eine Burg errichten. Dieses gotische Gebäude, von dem heute noch Reste zu sehen sind, blieb etwa 60 Jahre lang bestehen. Auf Anweisung des Königs Ludwig I. wurden Teile abgerissen und eine neue Burg errichtet. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Palast zum Sitz und zur Residenz ungarischer Königsfamilien.

Teile des Gebäudekomplexes wurden erneuert, erweitert und verändert. So war der Burgpalast, als er am Ende des Zweiten Weltkriegs während der Schlacht um Budapest zu großen Teilen zerstört wurde, ein Sammelsurium verschiedener Baustile. Obwohl weite Teile des Schlosses seither rekonstruiert wurden, wurden die verbliebenen Innenräume durch die kommunistischen Machthaber vollends zerstört.

Erst 23 Jahre nach der Zerstörung des Palastes, im Jahr 1968, wurde der Burgpalast der Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben. Wieder 19 Jahre später, also 1987, wurden der Palast sowie das Donauufer unterhalb des Burgberges zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Der Palast wird heute hauptsächlich von Museen und für repräsentative Zwecke genutzt.

Beeindruckende und historische Statuen

Auf dem Gelände des Burgpalastes befinden sich zwei Statuen, die ein kurzes Innehalten und Betrachten wert sind. Eine von ihnen ist das Reiterstandbild von Prinz Eugen von Savoyen. Er war einer der wichtigsten Feldherren der Habsburger: Er war Oberbefehlshaber im Großen Türkenkrieg, in dessen Verlauf die Osmanen aus Ungarn vertrieben wurden und die Dreiteilung Ungarns beendet wurde.

Das Reiterstandbild von Prinz Eugen von Savoyen.
Das Reiterstandbild von Prinz Eugen von Savoyen. Foto: imago/Werner Otto

Aus diesem Grund gilt er als Held der ungarischen Geschichte und wird vor dem Haupteingang des Palastes mit einer Bronzestatue geehrt. Die zweite Statue befindet im Nordosten des Palastgeländes. Dabei handelt es sich um den Vogel Turul. Dieses Fabelwesen aus der ungarischen und türkischen Mythologie zeigt Ähnlichkeiten mit einem Adler als auch mit einem Falken.

Historisches Museum Budapest

Ganze drei Museen haben ihren Sitz im Burgpalast Budapest. Um das Areal zu besichtigen, sollest du dir einen ganzen Tag Zeit nehmen. Eines dieser Museen ist das Historische Museum der Stadt Budapest. Es ist in den oberen Stockwerken des Flügels E untergebracht und dokumentiert die Entwicklungsgeschichte der ungarischen Hauptstadt von der Altsteinzeit bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Geöffnet ist es von 10 bis 18 Uhr. Für Erwachsene kostet der Eintritt je nach Saison zwischen drei und fünf Euro; für Studenten die Hälfte.

In der Ausstellung bringen dir Zeitdokumente, Zeugnisse der bildenden Kunst und verschiedene archäologische Artefakte sowie Textilien, Fotografien und Alltagsgegenstände die Vergangenheit der Donaumetropole auf eindrucksvolle Weise näher. Zudem hast du von der Terrasse des Museums aus einen Ausblick auf die Palastanlage. Von hier aus kannst du die Befestigungsanlagen sehen, die noch aus der Sigusmundzeit stammen.

Kunst und Kultur im Burgpalast

Im zentralen Flügel, direkt unter der Kuppel findest du die ungarische Nationalgalerie. In dem Bauwerk sind Kunstwerke vom 14. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart ausgestellt. Dort findest du gotische Tafelbilder, Kunstwerke der Spätrenaissance und des Barock sowie Skulpturen und Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die ungarische Nationalgalerie am Burgpalast.
Die ungarische Nationalgalerie am Burgpalast. Foto: imago/Sabine Gudath

Wandle durch die Flure und entdecke Werke aus Expressionismus, Surrealismus oder Pop Art. Zudem befindet sich um Burgpalast die Szßechenyi-Nationalbibliothek. Die 1802 gegründete Bibliothek ist die größte und bedeutendste Sammlung an Büchern Ungarns und ist im nordöstlichen Flügel des Palastes untergebracht. Sie umfasst etwa acht Millionen Bücher, Manuskripte, Handschriften und Landkarten.

Matthiasbrunnen beim Burgpalast

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Budapest ist der Matthiasbrunnen an der Nordwand des C-Flügels. Dieser Brunnen, der erst 1904 errichtet wurde, soll die Geschichte von König Matthias Corvinus und des Mädchens Ilona erzählen. Das Bauernmädchen Ilona verliebte sich laut der Legende in Corvinus, ohne seine wahre Identität zu kennen.

Als sie erkannte, um wen es sich bei dem Mann handelte, fiel sie in tiefe Trauer. Über dem Brunnen ist der König als Bronzefigur dargestellt, unter der eine Mädchengestalt sitzt. Gemeinsam mit zahlreichen historischen Bauten ist er Teil eines einzigartigen Areals, welches du bei deiner Budapest Reise erkunden kannst.

Der Matthiasbrunnen in Budapest.
Der Matthiasbrunnen in Budapest. Foto: imago/Karo

Vorbei am Matthiasbrunnen gelangst du durch das Löwentor in den Innenhof. Auf dem Gelände befinden sich zudem die bezaubernde Fischerbastei mit schneeweißen, mittelalterlichen Fassaden und spitzen Türmen sowie die Matthiaskirche.