Das Ostholsteiner Team „Show&Schein“ startet mit altem, elchfestem Jeep in Richtung Nordkap. Ihr Auto ist fast 20 Jahre alt. Schneeketten und Feuerholz zählen zum Gepäck. Falk Ruda (36) aus Kröß bei Oldenburg und Jonas Jungclaus (26) aus Hamburg sind bereit für die Ralley „Baltic Sea Circle 2018“. Beim Start in Hamburg haben die 47 Teilnehmer 7.500 Kilometer vor sich.

Die Rallye-Teilnehmer sind weder Rennfahrer noch Hobbyschrauber

Die Geschäftsführer der Ostholsteiner Firma „Show&Schein“ sind weder geübte Rennfahrer noch Hobbyschrauber. Sie sind weltweit für Großunternehmen im Einsatz, bespielen LED-Wände bei Produktshows.

Für das vielleicht größte Abenteuer ihres Lebens nehmen sie einen Großteil ihres Jahresurlaubs.

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Auf dem Logo der Rallye ist ein stolzer Wikinger abgebildet.

Noch bis zum 10. März fahren die beiden Männer durch zehn Länder, einmal rund um die Ostsee. Die genaue Route wurde erst kurz vor dem Start bekannt gegeben. Falk Ruda vermutete vorher, dass es zunächst nach Dänemark und dann weiter nordwärts geht. Er hatte recht. Die Teams fuhren über Kopenhagen und Malmö und dann einmal ganz durch Scweden bis zum Nordkap in Norwegen. Über Finnland ging es dann wieder Richtung Süden.

Live-Tracking: Die Rallye um die Ostsee im Internet verfolgenm

Die Regeln der Organisatoren sind schnell erklärt: GPS und Navi sind ebenso wie das Benutzen von Autobahnen verboten. Alle Fahrzeuge sind mit einem kleinen Gerät ausgestattet, welches ständig den Standort sendet. So lässt sich im Internet verfolgen, wo sich die Fahrzeuge, die mindestens 15 Jahre alt sein müssen, befinden.

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Der Jeep Grand Cherokee wurde umgebaut und mit Extra-Material ausgestattet, um die Tour zu überstehen.

Falk Ruda und Jonas Jungclaus haben 3.000 Euro in einen Jeep Grand Cherokee V8 investiert. Der Benziner (Baujahr 1997) ist mit einer 5,2-Liter-Maschine ausgestattet und war zunächst in keinem rallyetauglichen Zustand. „Ein Bekannter
hat ihn uns empfohlen. Er meinte: ,Der ist so unkompliziert, den könnt sogar ihr reparieren’“, erinnert sich Ruda.

Das Rallye-Auto ist geschützt vor Stößen und Eis

Dennoch waren etliche Nachtschichten notwendig, um das Fahrzeug für eine Fahrt durch den teils eisigen Norden umzubauen. „Wir haben Spezialantriebswellen eingesetzt, finnische Winterreifen mit einer weicheren Gummimischung besorgt, den Fahrzeugrahmen verstärkt und Stahlstoßfänger eingebaut. Das ganze Auto ist sehr robust und elchfest“, erläutert der Oldenburger und ergänzt: „Alles wurde vom TÜV zugelassen.“

Wir müssen jedenTag rund 500 Kilometer zurücklegen, auf verschneiten Wegen abseits der Autobahn kann das lange dauern.

Falk Ruda

Das Team „Show&Schein“ erwartet eine anspruchsvolle Fahrt durch wenig besiedelte Gegenden. Deshalb haben sie nicht nur einen Ersatzreifen und Erste-Hilfe-Material eingepackt, sondern auch Feuerholz. Sollten sie eine Panne haben und die Standheizung ausfallen, wollen sie nicht erfrieren.

Während der Rallye werden sie im Auto übernachten

„Wir müssen jedenTag rund 500 Kilometer zurücklegen, auf verschneiten Wegen abseits der Autobahn kann das lange dauern. Wir werden im Auto übernachten“, sagt Falk Ruda. Vorgeschrieben ist das nicht. Wer will, kann sich nachts ein Luxushotel suchen, das entscheidet jedes Team für sich.

Die Vorfreude auf die Rallye ist enorm. Falk Ruda ist gespannt, welche Tagesaufgaben sie erledigen müssen. Auch fiebert er dem Nordkap entgegen. Der Besuch ist für ihn eine Premiere, ebenso wie die Rallye rund um die Ostsee.