Zwei Frauen turnen für ein Selfie auf einem 20 Meter langen Blauwal herum. Auf Kopf und Rücken des toten Meeressäugers sind Fußspuren zu sehen, in seine Haut Initialen und Liebesbotschaften wie „Ana, ich liebe dich“ geritzt oder darauf gekritzelt.

In Chile ist ein 20 Meter langer Blauwal gestrandet. Und einigen Menschen, nach mehreren Medienberichten waren es Touristen, fehlte jeglicher Respekt vor dem Lebewesen. Stolz laden einige ihre „Trophäen“-Fotos sogar noch in sozialen Netzwerken hoch.

Blauwal in Chile misshandelt: Empörung auf Twitter

Der Vorfall an einem Strand etwa 180 Kilometer von der Stadt Punta Arenas in der Provinz Magallanes entfernt, sorgte auf Twitter unter #RespetoAnimal für Empörung. „Wir verlieren den Respekt und die Empathie für alles“, kommentiert etwa Carmen Gonzalez Escanilla nach Aussagen der „Daily Mail“. Xieman Hernandez schrieb: „Wie würden es diese Menschen finden, wenn das jemand mit ihrem Körper macht? Sie respektieren gar nichts.“ 

Der Nationale Fischerei- und Aquakulturdienst (Sernapesca) zitierte in seinem Tweet, der das respektlose Verhalten zeigt, Mahatma Gandhi: „Die Größe und den moralischen Fortschitt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.“ 

Sernapesca-Direktor Patricio Díaz prangerte gegenüber CNN en Español das respektlose Verhalten an. Es werde geprüft, welche rechtlichen Schritte unternommen werden könnten. 

Das Tier sei bereits tot gewesen, als ein Team aus Meeresbiologen am vergangenen Samstag an dem Strand angekommen sei. Der ausgemergelte Zustand des Wales sei ein Hinweis darauf, dass er möglicherweise verhungert sei.

Ich war schockiert von dieser Situation. Alles, was ich fühlte, waren Wut und Hilflosigkeit.

Museumsmitarbeiterin Gabriella Garrido

Eine Angestellte des Naturhistorischen Museums Río Seco, Gabriella Garrido, habe bei ihrer Ankunft an dem Strand rund 50 Personen gesehen, die sich um und auf dem leblosen Tier verteilt hatten, sagte sie der chilenischen Zeitung „La Nación“. „Ich war schockiert von dieser Situation. Alles, was ich fühlte, waren Wut und Hilflosigkeit.“

Solche Misshandlungen kommen leider immer wieder vor. In Florida hatte ein Tourist mit einem gestrandeten Hai posiert, der daraufhin ums Leben rang. In Spanien starb ein Delfinbaby, nachdem Urlauber es aus dem Wasser hoben und Selfies mit ihm gemacht hatten. Und das Model Viktoria Varga postete stolz auf Instagram Fotos mit Seesternen – das Todesurteil für die Meeresbewohner. 

Instagram reagiert: Schluss mit Tier-Selfies!

Instagram reagiert auf die Fluten an Selfies mit wilden und exotischen Tieren, die wir in Deutschland nur im Zoo sehen können. Das soziale Netzwerk warnt vor öffentlich verbreiteter Tierquälerei. Bei Hashtags wie #koalaselfie oder #elephantriding werden Warnhinweise angezeigt. Und dieser Fall zeigt, dass selbst dieser Schritt nicht genug ist.