Nach Hannover und Braunschweig ist Oldenburg die drittgrößte Stadt in Niedersachsen. Und doch haben die meisten Menschen sie nicht auf dem Schirm, wenn es um die Suche nach einem Ziel für einen Ausflug geht.

Dabei hat die Stadt einiges zu bieten. Wir verraten dir, was Oldenburg auszeichnet und welche schönen Sehenswürdigkeiten du in der Studentenstadt besichtigen kannst. 

Alter Adelssitz Oldenburg

Wenn du mit der Bahn anreist, bist du vielleicht über die Ansage verwundert: „Wir erreichen jetzt Oldenburg in Oldenburg.“ Der Grund dieser Ansage ist, dass das niedersächsische Oldenburg eine Namensschwester in Holstein hat, die jedoch nur auf ein Siebzehntel der Einwohnerzahl kommt. Oldenburg in Oldenburg hat etwa 168.000 Einwohner, fast 16.000 Studierende und circa 250.000 Fahrräder.

Erstmals erwähnt wurde die Stadt am Weser-Nebenfluss Hunte im Jahr 1108. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte häufig der Herrscher, selbst Dänen regierten einst über Oldenburg. Ihren Sitz nahmen sie im charakteristisch gelben Schloss, das heute das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte ist. Dahinter erstreckt sich der Schlossgarten. 

Blick auf das Oldenburger Schloss, das heute das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte beheimatet.

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Weil Oldenburg in den Weltkriegen kaum zerstört wurde, existiert auch das andere Wahrzeichen der Stadt noch: der Lappan. Früher fungierte das „angelappte“ Gebäude als Glockenturm, heute als Treffpunkt und Knotenstelle des Nahverkehrs. 

Am dreieckigen Alten Rathaus am Marktplatz ertönt viermal am Tag ein Glockenspiel. Wenn du von hier einige Meter weitergehst, erreichst du das Degodehaus. Dieses schöne, gelbe Fachwerkhaus hat den großen Stadtbrand von 1676 überstanden und beherbergt heute ein Schuhgeschäft. 

Typische Fassaden in Oldenburgs Altstadt: Das Rathaus und das Degodenhaus.

Einkaufen

Das Zentrum von Oldenburg ist komplett vom Autoverkehr befreit und die Straße führt wie ein Ring um die große Fußgängerzone, welche die älteste zusammenhängende Fußgängerzone Deutschlands ist. Hinter diesem Ring liegt das Oldenburgische Staatstheater und das Horst-Janssen-Museum.

Der berühmte Künstler aus dem 20. Jahrhundert wuchs in Oldenburg auf und wurde zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Für einen Ausflug ins Grüne kannst du direkt im Stadtzentrum Tretboot fahren auf der Hunte und in den Grünanlagen Utkiek oder Haarenniederung spazieren gehen.

Blick in die Fußgängerzone Oldenburgs.

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Neben den gewöhnlichen Ketten gibt es in Oldenburg auch viele kleine Läden. Besonders viele davon findest du in der Gaststraße, wo du von Dekoration über Käse und Spielzeug alles kaufen kannst. Hier ist auch eine Filiale der Janssen-Bäcker. Der Oldenburger Stadtbäcker wurde 1954 gegründet und backt bis heute außergewöhnlich. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Opa oder einer Oma? Aber keine Sorge, alles ganz vegetarisch aus Mehl und Marzipan.

Bist du nicht nur Naschkatze, sondern auch Bücherwurm? Dann ist der Buchladen Bültmann & Gerriets in der Langen Straße bestimmt nach deinem Geschmack. Er besteht bereits seit 1871 und bietet Bücher auf vier Stockwerken an.

Abends unterwegs

Lust auf einen Cocktail oder ein Guinness und dazu die passende Musik? Dann bist du in der Wallstraße auf jeden Fall richtig. Hier gibt es zum Beispiel den Irish Pub Fiddler’s Green, in dem regelmäßig Live-Bands auftreten, und die urige Charlys Musikkneipe, in der gekickert und gefeiert werden kann. Spaziere einfach mal die Wallstraße entlang, du findest sicherlich die richtige Bar oder Kneipe.

Ein Blick in die Bergstraße im Oldenburger Nikolaiviertel mit bummelden Menschen.

Empfehlenswert ist zum Beispiel das Between the Sheets. Hier gibt es nicht nur den namensgebenden Drink, sondern bei gemütlichem Kerzenschein auch zahlreiche weitere Cocktails. Wenn du dich bei der Auswahl nicht entscheiden kannst, lass dich vom Wochen-Cocktail inspirieren oder frag die immer freundlichen Barkeeper nach einer Empfehlung.

Das Club-Meilchen von Oldenburg befindet sich in der Baumgartenstraße: Im Loft, César und Cubes kann getanzt und getrunken werden, im Loft ist im oberen Stockwerk ein Restaurant integriert. Außerdem genießt auch die Disco Amadeus in der Mottenstraße Kultstatus.

Cafés und Restaurants

Ob für etwas Süßes zwischendurch oder eine große Mahlzeit am Abend, Oldenburg ist kulinarisch breit aufgestellt. Berühmt für seine Kuchen und Torten ist das Café Merlin gegenüber der Uni, allerdings hat es nur am Wochenende geöffnet. Das beste Eis der Stadt kriegst du angeblich bei San Marco an der Lambertikirche und für ein vielfältiges Wochenendfrühstück empfiehlt sich zum Beispiel das Restaurant Phönix beim Gertrudenkirchhof.

Blick aus einem Stadtgarten heraus in die Fußgängerzone in Richtung „Lappan“. Die Stadtgärten sind temporäre Gärten, die jährlich von Mai bis August an Plätzen in Oldenburgs Innenstadt installiert werden.

Allein wegen des Ambientes solltest du dir das Restaurant Chianti Classico anschauen. Das süße Fachwerkhäuschen liegt etwas zurückgesetzt mitten in der Fußgängerzone und besteht schon seit dem 16. Jahrhundert.

Wenn du lieber türkisch statt italienisch essen möchtest, bekommst du bei Ali Baba neben der Universität köstliche Speisen – aber am besten reservierst du vorher, die Qualität hat sich herumgesprochen. Zwischen Bahnhof und Fußgängerzone empfängt dich außerdem das Patio in der Kulturetage. Leckere Tapas, Burger und Cocktails, serviert von freundlichen Servicekräften, garantieren dir hier einen entspannten Aufenthalt.

Feste feiern

Die Oldenburger feiern gern und zu den verschiedensten Anlässen. Zum Beispiel zu Ehren ihres Kultgemüses: Grünkohl. Kohltouren und Grünkohlessen von November bis März ist eine Tradition, die bereits jahrhundertealte Urkunden bestätigen und sogar zur Gründung einer deutschlandweit einzigartigen Grünkohl-Akademie sowie der Ausrichtung einer Grünkohl-Weltmeisterschaft geführt hat.

Grünkohlfeld in Langfördern bei Oldenburg.

Zu Weihnachten bilden über 120 Buden den stimmungsvoll zwischen Schloss, alter Wache, Rathaus und namensgebender Lambertikirche eingebetteten Weihnachtsmarkt in Oldenburg. Auf jeden Fall solltest du von hier aus die Lange Straße entlang zum Lappan gehen, denn die Straßen der Stadt sind zur Winterzeit wunderschön erleuchtet. 

Andere Events sind das Stadtfest, das immer ab dem letzten August-Donnerstag für drei Tage mit knapp 20 Bühnen, über 70 Bands und 240 Buden mitten in der Innenstadt stattfindet, und der Kramermarkt Ende September/Anfang Oktober.

Außerdem hat sich das alljährliche Internationale Filmfest Oldenburg für unabhängige Filmproduktionen im September etabliert und im November findet die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse Kibum unter wechselnden Mottos statt.

Treffpunkt am Hafen

Am Oldenburger Hafen wurden bereits im 14. Jahrhundert Waren aus dem See- und Binnenverkehr verladen, noch heute bildet er den Knotenpunkt zwischen Hunte und Küstenkanal. Er gehört mit einem jährlichen Umschlag von durchschnittlich 1,1 Millionen Tonnen zu den umschlagsstärksten Binnenhäfen Niedersachsens.

Häuserzeile an der Ofener Straße in Oldenburg.

Pro Jahr laufen hier im Schnitt 1000 Binnen- und 60 Seeschiffe ein. Seit den 1980ern legen auch Freizeit- und Ausflugsschiffe an.

Der Hafen samt der Promenade ist ein beliebter Treffpunkt in Oldenburg, zahlreiche Restaurants und Cafés laden hier zum Verweilen ein.