Nach Gesprächen mit Premierminister und Parlamentsprecher entschied Präsident Beji Caid Essebsi am Freitag, den seit Ende 2015 geltenden Ausnahmezustand um einen weiteren Monat zu verlängern.

Ursprünglicher Auslöser war eine Reihe von Terroranschlägen im Mai, Juni und November 2015. Im Sommer verübte der IS Angriffe auf das Nationalmuseum Bardo in der Hauptstadt Tunis und ein Strandhotel in Sousse, insgesamt 62 Menschen starben dabei. Die Opfer waren fast ausschließlich Touristen. Im November 2015 forderte ein Angriff auf Mitglieder der Präsidentengarde in Tunis 13 Opfer.

Der Ausnahmezustand stattet den tunesischen Innenminister mit weitreichenden Befugnissen aus, wie zum Beispiel Ausgangssperren zu verhängen, Versammlungen zu verbieten und Medien ohne gerichtliche Genehmigung zu zensieren.

Seit 2015 wurde der Ausnahmezustand mehrfach verlängert, zuletzt um drei Monate von November 2017 an. Gleichzeitig kommt es aufgrund von Preissteigerungen seit Beginn des Jahres immer wieder zu Demonstrationen und Protesten, wie das Auswärtige Amt auf seiner Seite mitteilt. 

Außerdem warnt das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die westlichen Regionen Tunesiens nahe der algerischen Grenze, wo es zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen kann.