Es gibt ein paar Tricks, mit denen Piloten in der Luft einige Minuten gutmachen können. Die hat Pilot Nikolaus Braun dem reisereporter verraten. Er fliegt seit dem Jahr 2002 für eine große deutsche Airline und kennt alle Kniffe, mit denen Piloten der Zeit ein Schnippchen schlagen können.

Der Profi sagt, dass es in der Tat möglich ist, gegen die Zeit anzufliegen. Allerdings nur in einem gewissen Umfang – und auch nicht immer.

Die Flüge werden nämlich in der Regel schon mit der kürzesten Route geplant. Jedoch verläuft diese nicht immer schnurgerade, sondern in einem Bogen, der einzelne Checkpoints in der Luft verbindet. „Bei einer Verspätung kann die Flugsicherung durchaus die ein oder andere Abkürzung genehmigen“, so Braun.

Verspätung aufholen: Wie geht das mit dem Flugzeug?

Diese Abkürzung besteht dann aus einem sogenannten „Direct“, der es dem Piloten erlaubt, einen oder mehrere Checkpoints zu überspringen und eine direkte, gerade Route zu fliegen. „Die Einsparung ist dadurch aber nicht sehr groß. In Summe ein bis zwei Minuten“, so Braun.

Ohne „Direct“ ist der Pilot auf Wind und Wetter angewiesen. Mit ordentlich Rückenwind und gutem Flugwetter kommt die Maschine natürlich auch schneller ans Ziel.

Wenn alles glatt läuft, kommt das Flugzeug ohne Verspätung am Ziel an.
Wenn alles glatt läuft, kommt das Flugzeug ohne Verspätung am Ziel an. (Symbolfoto) Foto: pixabay.com/StockSnap

Aber kann der Pilot nicht einfach mehr Gas geben? Die Antwort: Jein. Es ist in der Tat möglich, ein ganz kleines bisschen schneller zu fliegen. Viel ist da jedoch nicht drin, denn eine drastische Erhöhung der Geschwindigkeit hat zur Folge, dass das Flugzeug mehrere Tonnen Treibstoff mehr verbraucht.

Mit ein klein wenig mehr Geschwindigkeit können auf einem Langstreckenflug jedoch schon zehn bis 15 Minuten rausgeholt werden, erklärt der Pilot.

In Zukunft sollen die Luftstraßen übrigens etwas direkter geplant werden und weniger Krümmung beinhalten.