Bei seiner Eröffnung im Jahr 1928 feierten der spanische König und der französische Präsident eine prunkvolle Party, Jahrzehnte später modert der geschichtsträchtige Bahnhof vor sich hin. Doch jetzt soll dem Dasein als Geisterbahnhof ein Ende bereitet werden.

Der Bürgermeister von Canfranc, einem kleinen Ort im Nordosten Spaniens kurz vor der Grenze zu Frankreich, verrät: Dank eines gigantischen Projekts solle der Bahnhof „wiederbelebt“ werden. Jeden Tag erhalte Fernando Sanchéz Morales Feedback von Leuten, für die die Bahnstrecke wichtig sei und wiedereröffnet werden solle. Mit einer Online-Petition wurden bereits tausende Unterschriften gesammelt.

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Kurzer Blick in die Geschichte von Canfranc

Als wichtige Verbindung zwischen Frankreich und Spanien gehörte der Bahnhof einst beiden Ländern, heute ist er nur noch im Besitz der lokalen Regierung von Aragón in Spanien. Besonders im Zweiten Weltkrieg erfüllte er eine bedeutende Rolle. Tausende Juden traten von dort aus ihre Flucht nach Portugal und Amerika an. Später wurde der Bahnhof von den Nazis besetzt, die von Canfranc aus geplündertes Gold zurück nach Deutschland schmuggelten.

Und wie geht’s weiter?

Heute erinnert nur wenig an die turbulente Geschichte, die neuen Pläne sollen aber gleichzeitig die Historie wahren und den Tourismus ankurbeln. Denn: „Obwohl der Bahnhof mittlerweile fast nur noch eine Ruine ist, zieht er viele Besucher an“, erklärt Morales gegenüber „CNN Travel“. Mit einem Hotel und einem kleineren Bahnhof solle der Besucherstrom nun weiter ausgebaut werden.

Nach Angaben der „Daily Mail“ könnte es im Jahr 2020, fast 100 Jahre nach der ersten Eröffnung des Bahnhofs Canfranc, zur Wiedereröffnung kommen. Kostenpunkt: Fast 400 Millionen Euro.