Kennst du das auch? Du guckst im Flugzeug aus dem Fenster und genießt die Aussicht, bis du ein winziges Loch in der Scheibe entdeckst und dir das Herz kurz vor Schreck in die Hose rutscht. Aber keine Angst, das Loch ist nicht gefährlich. Im Gegenteil.

Denn obwohl es gerade mal stecknadelgroß ist, erfüllt das Loch im Flugzeugfenster eine wichtige Rolle für die Sicherheit des Fluges. Es wird von Luftfahrt-Experten „Breather Hole“ (Deutsch: „Atmungsloch“) genannt und reguliert den Druck zwischen der inneren und der äußeren Scheibe der Fenster – und sorgt so dafür, dass im Falle einer zusätzlichen Belastung nur die äußere Scheibe nachgibt, damit du weiteratmen kannst. 

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Zwei Gründe für das Loch im Flugzeugfenster

Es gibt auch einen zweiten Grund, der vorteilhaft für alle Fotografen unter uns ist. Denn dank des Entlüftungslochs beschlägt die Fensterscheibe nicht, weil die Feuchtigkeit aus dem Zwischenraum zwischen den Scheiben entweichen kann. Perfekt also für Schnappschüsse aufs (Wolken-)Meer und den Sonnenuntergang. Also alles kein Grund zur Sorge. 

Das Loch in der Fensterscheibe eines A 321.

Und warum sind Flugzeugfenster nun rund?

Und wo wir schon mal dabei sind: Warum sind Flugzeugfenster eigentlich nicht eckig, so wie in Häusern? Tatsächlich waren sie das zu Beginn der Luftfahrt sogar: Als die kommerziellen Flieger in den Fünfzigerjahren aber beliebter wurden und immer schneller und höher fliegen konnten, kam es zu zwei schrecklichen Vorfällen, bei denen Flugzeuge mitten in der Luft auseinanderfielen. 

Die Ursache waren die Ecken der Fenster. Denn: Sie sind Schwachpunkte, an denen sich die Spannung konzentriert und die durch den erhöhten Luftdruck noch mehr geschwächt werden. Wenn sie diesem dann auch noch wiederholt ausgesetzt sind, verwandeln sich vier Ecken in einem rechteckigen Fenster ganz schnell zum Katastrophenherd. 

Dagegen verteilt sich die Spannung bei gekrümmten Fenstern ohne Konzentrationspunkte ganz regelmäßig. Sie sind außerdem robuster gegen den Druckunterschied zwischen Flugzeugkabine und Umgebung. Das heißt: Weniger Gefahr von Rissen und Fensterbrüchen.