Der Verzicht auf Schinken, Salami oder auch Rotwein könnte für viele Reisende eine Kreuzfahrt wesentlich angenehmer machen. Warum ist das so? Das hängt mit Kinetosen zusammen, besser bekannt unter dem Namen Reisekrankheiten. Bestimmte Lebensmittel können diese nämlich verstärken.

Das Phänomen ist weit verbreitet und kaum ein Mensch ist gänzlich davor geschützt. Die am weitesten verbreitete Art der Reisekrankheit ist die Seekrankheit. Diese wird teilweise dadurch ausgelöst, dass die Bewegungen auf dem Schiff nicht mit den optischen Eindrücken übereinstimmen. Das Ergebnis: Chaos im Körper.

Das muss jedoch nicht der einzige Grund für eine Seekrankheit sein. Der ehemalige Wiener Universitätsprofessor Reinhart Jarisch hat herausgefunden, dass der Stoff Histamin dabei eine sehr wichtige Rolle spielt. Das berichtet „Planet Wissen“. Und dieser Stoff ist in vielen Lebensmitteln enthalten.

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Welche Lebensmittel du nicht essen solltest

Wer Probleme mit der Seekrankheit hat, sollte deshalb auf einer Kreuzfahrt auf histaminhaltige Speisen verzichten. Das sind unter anderem Schinken und Salami, aber auch Käse. Vor allem Hartkäse kann sehr histaminreich sein. Falls du seekrank wirst, solltest du nach Möglichkeit auch auf Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Weizenprodukte, Sauerkraut, Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocado, Bananen, Birnen und Orangen verzichten.

Bei Getränken ist der erwähnte Rotwein sehr histaminhaltig, aber auch andere alkoholische Getränke oder Kakao können durch ihr Histamin die Seekrankheit auslösen.

Salami ist sehr histaminreich.

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Was kann man bei einem erhöhten Histamin-Spiegel tun?

Essen kann das Problem, aber auch die Lösung sein. Denn Lebensmittel mit besonders viel Vitamin C senken den Histamingehalt im Körper wieder. Das kann dabei helfen, die Symptome der Seekrankheit zu lindern. Lebensmittel, die viel Vitamin C enthalten, sind unter anderem Paprika, Erdbeeren, Rosenkohl, Brokkoli, Schwarze Johannisbeeren oder Petersilie.

Wer nicht die gesamte Kreuzfahrt über Schwarze Johannisbeeren essen möchte, kann aber auch auf andere Hilfsmittel zurückgreifen. So gibt es zum Beispiel eine große Auswahl an verschiedenen Vitamin-C-Präparaten oder auch sogenannte Antihistaminika, die den Abbau des Stoffes im Körper beschleunigen sollen.

Sich eine Reisetasche mit Paprika vollzupacken ist übrigens auch nicht ratsam, denn die Reedereien haben recht strenge Vorschriften, was das Mitbringen eigener Lebensmittel angeht. Verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Obst oder Gemüse an Bord zu bringen sei grundsätzlich nicht erlaubt, schreibt zum Beispiel Aida auf ihrer Website.

Allgemeine Tipps gegen Seekrankheit

Wenn du auf einer Kreuzfahrt Symptome wie Unwohlsein, Übelkeit, ein Druckgefühl oder Müdigkeit verspürst, kann das auf Seekrankheit hindeuten. Dann solltest du zum Beispiel das Lesen vermeiden, das kann die Probleme nämlich verstärken. Auch unangenehme Gerüche oder zu wenig Schlaf verstärken die Seekrankheit meistens.

Neben Alkohol solltest du bei Symptomen einer Seekrankheit auch auf Nikotin verzichten, der Abbau des Giftstoffes belastet den Körper zusätzlich. Auch soll es helfen, den Horizont zu fixieren. Der Blick auf das Meer kann dem Körper dabei helfen, die Bewegungen des Schiffes besser mit dem Gesehenen zu verknüpfen.