Kreta in der Hochsaison? Wer sich den Strandabschnitt nicht mit Hunderten weiterer Touristinnen und Touristen teilen oder sich beim Stadtbummel durch Menschenmengen schieben will, wird darauf vielleicht lieber verzichten. Dabei bietet Griechenlands größte Insel mit über 1000 Kilometern Küstenlänge und einer Fläche von 8000 Quadratkilometern jede Menge Platz, um auch im Sommer den Urlaub ganz in Ruhe zu genießen.

Von menschenleeren Stränden über schnuckelige Dörfer bis hin zu traumhaften Wanderwegen: Wir stellen dir zehn wunderschöne Orte auf Kreta vor, die bisher noch Geheimtipps sind.

1. Agia-Irini-Schlucht

Im wilden Südwesten von Kreta an der Westflanke der Weißen Berge liegt die Agia-Irini-Schlucht. Sie ist längst nicht so bekannt wie ihre großen Schwestern Samaria und Imbros und damit wie gemacht für alle Wanderfans, die gerne ihre Ruhe haben.

Die Wanderung beginnt im winzigen Dorf Agia Irini. Im Schatten von Zypressen und Platanen führt von dort ein ausgeschilderter Weg durch die mediterrane Landschaft, vorbei an plätschernden Bächen und beeindruckenden Steilhängen.

Die Agia-Irini-Schlucht ist eine kürzere und ruhigere Alternative zur beliebten Samaria-Schlucht.

Am Ausgang findest du eine charmante Taverne, in der du dich stärken kannst. Oder du fährst mit dem Taxi in die Küstenstadt Sougia und erfrischst dich dort bei einem Bad im Meer.

Die Tour auf dem 7,5 Kilometer langen Weg dauert etwa drei bis vier Stunden und ist damit deutlich kürzer als der Weg durch die Samaria-Schlucht. Ein Spaziergang ist die Wanderung aber nicht: Der Weg ist teilweise steinig und mit viel Geröll bedeckt. Feste Schuhe sind daher ein Muss, ebenso wie ein Sonnenhut und ausreichend Wasser.

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2. Häuser von Aspros Potamos

Wie eine Filmkulisse sehen die kleinen Steinhäuser von Aspros Potamos aus. Die Siedlung im Südosten von Kreta ist die älteste im Berggebiet von Pefki. Vor 300 Jahren wurden die Häuser aus Steinen aus der Umgebung am Berghang einer Schlucht gebaut, durch die sich der „weiße Fluss“ (Aspros Potamos) schlängelt. Vor einigen Jahrzehnten wurden die traditionellen Bauwerke restauriert, seitdem kannst du sie als Ferienhaus mieten. 

Die dicken Mauern aus Stein sorgen für angenehme Kühle im Sommer und Wärme im Winter. Im Inneren sind die Häuser schlicht und traditionell eingerichtet. Jedes Haus verfügt über ein Bad und eine Küchenzeile. Wenn du im Urlaub nicht in der Küche stehen möchtest, bekommst du auch Frühstück in der Pension. Auf einer kleinen Terrasse kannst du tausend Meter über dem Meeresspiegel einen herrlichen Ausblick auf das Meer und die Berge genießen.

Steckdosen gibt es auf den Zimmern nur für den Kühlschrank und Internetempfang hast du lediglich im Empfangsraum. Damit sind die Häuschen der perfekte Ort für Digital Detox. Statt am Handy zu hängen, kannst du auf ausgedehnten Wanderungen durch die dicht bewachsenen Berghänge und entlang malerischer traditioneller Dörfer wunderbar abschalten.

3. Fischerdorf Loutro

80 Einwohnerinnen und Einwohner, ein paar Häuser und Tavernen und eine kleine Bucht – viel mehr gibt es in Loutro im Süden Kretas nicht. Große Hotels mit Swimmingpool oder wuselige Shoppingmeilen? Fehlanzeige, ebenso wie Autos und Straßen.

Das kleine Dorf Loutro ist eine Oase der Ruhe auf Kreta.

Das einstige Fischerdorf hat sich seine Gelassenheit und den authentischen Charme bewahrt. Das liegt auch daran, dass die Anreise recht kompliziert ist. Nur zu Fuß und mit dem Schiff von Chóra Sfakíon kannst du Loutro erreichen. Damit ist das Örtchen der perfekte Platz, um so richtig zur Ruhe zu kommen.

Nach einem Bad im klaren Meerwasser lässt sich die Zeit an einem der zwei kleinen Strände vertreiben. Oder du setzt dich in eine Taverne und schaust dem trägen Treiben im Dorf bei einem griechischen Salat zu.

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4. Kloster Toplou

Von außen sieht das Kloster Toplou im Nordosten von Kreta nicht besonders einladend aus – kein Vergleich zu der Pracht des bekannten Klosters Arkadi an der Westküste. Mit seinen Wehrmauern erinnert es eher an eine mittelalterliche Festung. Doch gerade das macht den Charme der Anlage aus.

Im Kloster Toplou wird heute noch Olivenöl und Wein hergestellt.

Hinter den Mauern verstecken sich die aufwendig renovierte Klosterkirche, die Mönchszellen und eine jahrhundertealte Windmühle. Ein Museum im Kellergeschoss erweckt die Geschichte des Klosters zum Leben, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Dort sind zahlreiche berühmte historische Heiligenbilder ausgestellt, ebenso wie Manuskripte, frühe gedruckte Bücher und Stiche. 

Auch die Weinkeller des Klosters kannst du besichtigen und die Produkte verkosten. Als Souvenir aus dem Kloster bietet sich eine Flasche Toplou-Olivenöl an. Das Kloster ist nämlich einer der größten Landbesitzer im Osten von Kreta und besitzt zahlreiche Olivenplantagen. Ebenfalls zum Toplou-Land gehört der beliebte Palmenstrand Vai.

5. Kloster Vossakos

Abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegt an der Nordküste von Kreta das Kloster Vossakos. Mit einer langen Geschichte oder mit außergewöhnlicher Architektur kann das Kloster nicht punkten, dafür aber mit einer ganz besonderen Atmosphäre. 

Von dem kleinen Plateau mitten in den Tallaia-Bergen kannst du ganz in Ruhe einen tollen Ausblick über die malerischen Klostergärten und bis ins Tal genießen. Für Naturliebhaberinnen und -liebhaber ist ein Besuch deswegen ein Muss.

Bis zum Ende der 90er-Jahre war das Kloster verlassen und zerfiel langsam. Doch dann wurde es restauriert und arbeitet heute wieder normal. Wie das Kloster Toplou ist auch Vossakos von einer Mauer umgeben. Im Inneren der Mauern sind die Gebäude rund um zwei Innenhöfe gruppiert. Ein kleines Highlight ist der prachtvolle venezianische Brunnen vor dem Haupttempel.

6. Palast und Strand von Kato Zakros

Faszinierende Ruinen, eine Schlucht und ein zauberhafter Strand: Zakros hat alle drei zu bieten. Trotzdem ist das kleine Dorf an der Ostküste Kretas ruhig und friedlich geblieben. Wenn du ein authentisches kretisches Dorf besuchen möchtest, wirst du in Zakros fündig.

Zakros ist aufgeteilt in das moderne Epano Zakros und das alte Fischerdorf Kato Zakros. Dazwischen verläuft die als „Valley of the Dead“ bekannte Schlucht. In Höhlen entlang ihrer steilen Seitenwände setzten die Minoer ihre Toten bei. Auf dem Wanderweg durch die Schlucht bist du etwa zwei Stunden unterwegs. 

In Kato Zakros gibt es viele archäologische Schätze zu bestaunen – wie die Ruinen des Palasts von Zakros.

Am Ende der Schlucht, nur wenige Hundert Meter vom Meer entfernt, liegen die faszinierenden Ruinen des Palastes von Kato Zakros. Bevor das Bauwerk zerstört wurde, gab es hier etwa 180 Räume. Bei Ausgrabungen entdeckten Archäologinnen und Archäologen unter anderem die Räume der Könige und Königinnen und religiöse Bereiche.

Nach einer Wanderung durch die Ruinen kannst du dich in dem ruhigen Wasser am Strand von Kato Zakros abkühlen. In der Antike diente die geschützte Bucht als Hafen für Schiffe, heute ist sie ein herrlicher Ort zum Schwimmen und Schnorcheln.

7. Ruinen von Tylissos

Nur rund eine halbe Stunde Autofahrt vom Trubel der berühmten Ruinenstadt Knossos entfernt findest du eine historische Stätte, die in der Regel fast menschenleer ist: die Ruinen von Tylissos. Von 1650 bis 1450 war die Stadt einer der bedeutendsten Orte des minoischen Kreta. 

In der ehemaligen Stadt Tylissos wurden unter anderem Tonkrüge und Behälter ausgegraben.

Einen Palast gibt es hier zwar nicht. Mit den Überbleibseln von drei Herrenhäusern ist Tylissos trotzdem eine faszinierende Sehenswürdigkeit. Die Architektur der Villen ähnelte Archäologen zufolgte der von Knossos.

In dem Ausgrabungsgebiet wurden unter anderem Tontafeln, Abschnitte eines Aquädukts und mehrere große Krüge gefunden. Auf Infotafeln kannst du dich über die Geschichte der Stadt informieren und bekommst einen Eindruck, wie sie wohl einmal ausgesehen hat.

8. Strände von Xerokampos

Einsame weiße Sandstrände und türkisblaues Wasser – ja, die gibt es tatsächlich noch auf Kreta. An der sonnenverwöhnten Südostküste liegen die Strände von Xerokampos. Dort findest du am Ende einer Schlucht drei kleine Badebuchten mit flach abfallendem Strand.

Die Strände von Xerokampos sind traumhaft schön und oft menschenleer.

Hierher verirren sich Touristinnen und Touristen selbst in den Sommermonaten nur selten. Denn das kleine Dorf besteht lediglich aus einer Handvoll Häusern und der nächste größere Ort ist rund 16 Kilometer entfernt. Abgesehen von den herrlichen Stränden, einigen kleinen Tavernen und viel unberührter Natur gibt es hier wenig zu sehen.

Damit ist Xerokampos das perfekte Ziel für einen Strandurlaub abseits der Menschenmassen. Besonders schön ist das Dorf im Frühjahr, wenn ein lila Teppich aus Thymianblüten die Berge ringsherum überzieht.

9. Tiny Beach, Pink Sand

Auf Kreta kannst du ein ganz besonderes Naturphänomen finden: pinke Sandstrände. Die rosa Färbung entsteht durch winzige rosafarbene Muschel- und Korallenteilchen. In Kombination mit dem türkisblauen Meer ist der rosafarbene Sand ein faszinierender Anblick. Weltweit gibt es nur ungefähr ein Dutzend solcher Strände, unter anderem auf Sardinien, den Bahamas und in Indonesien.

Wegen ihrer außergewöhnlichen Farbe sind die pinken Strände allerdings auch absolute Touristenmagnete. Auch auf Kreta sind die beiden bekannten rosa Strände Elafonisi und Balos Beach deswegen meistens total überlaufen. Aber es gibt noch einen dritten Strand mit pinkem Sand, der bisher ein kleiner Geheimtipp ist.

Der kleine Ort trägt noch nicht einmal einen eigenen Namen, sondern wird lediglich als „Tiny Beach, Pink Sand“ bezeichnet. Zu finden ist er an der Westküste von Kreta in der Nähe des bekannten Strandes Falassarna.

Je nach Tageszeit, Gezeiten und Licht leuchtet der Sand dort mal mehr und mal weniger kräftig rosa. Abseits von den Menschenmassen kannst du hier das Naturphänomen ganz in Ruhe bewundern.

10. Strand von Kedrodasos

Auch im Westen von Kreta findest du den ein oder anderen friedlichen Küstenabschnitt. Nicht weit entfernt von der berühmten Lagune von Elafonissi liegt der Strand von Kedrodasos. Kleine gewundene Juniperbäume, die an Zedern erinnern, sorgen an dem langen unberührten Sandstrand für mediterrane Idylle.

Unberührter weißer Sandstrand und türkisblaues Meer lässt sich am Strand Kedrodasos finden.

Im weißen Sand kannst du dir ein ruhiges Plätzchen suchen und den Blick auf das kristallklare Wasser genießen. Der herrliche Sandstrand ist allerdings nicht ganz einfach zu finden. Er liegt gut versteckt am Ende einer staubigen Straße gleich neben dem europäischen Wanderweg E4.

Liegen, Sonnenschirme oder eine Bar suchst du dort vergeblich. Bring dir für einen Strandtag also ausreichend Sonnenschutz und Wasser mit, um die Strandidylle von Kedrodasos zu genießen.