Ein Ski- oder Snowboard-Urlaub in Europa kann vor allem in der Hauptsaison sehr teuer werden. Neben Anreise, Unterkunft und Verpflegung müssen Wintersport-Fans auch die Kosten für den Ski-Pass im Blick behalten. Die großen Skigebiete in den Alpen rufen für einen Sechs-Tage-Pass aktuell zwischen 280 und 380 Euro auf – aufgrund der Energiekrise sind die Preise im Vergleich zur Vorjahressaison um etwa 10 Prozent gestiegen, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Ein weiterer Kostenfaktor wird im Vorfeld oft unterschätzt: das Ausleihen von Ski- und Snowboard-Ausrüstung. Die hohen Kosten für Bretter, Schuhe, Helm und Kleidung stellen Reisende oft vor die Frage, ob sie sich das Material nicht besser selbst zulegen sollten.

Ski-Shop im Zillertal: Die Leihgebühren in Österreich unterscheiden sich je nach Skigebiet deutlich.

Eine Hilfestellung bietet eine neue Auswertung. Das Unterkunfts-Portal „traum-ferienwohnungen.de“ hat die Preise für das Ausleihen von Ausrüstungs-Sets in fast 600 Ski-Shops in 40 Skigebieten in Europa verglichen und den regionalen Durchschnitt errechnet. Einbezogen wurden die am 3. Januar 2023 höchsten Tages-Leihgebühren für Snowboards oder Skier inklusive Skistöcke, Schuhe und Helm für Erwachsene.

Das Ergebnis zeigt: Die Leihgebühren unterscheiden sich im europäischen Vergleich um bis zu 160 Euro pro Tag. Bei der Auswahl der Region lässt sich also jede Menge Geld sparen. Der reisereporter zeigt dir, wo Ski und Snowboards am günstigsten ausgeliehen werden können – und wo die Leihe am teuersten ist.

Deutschland: Alpen deutlich teurer als Mittelgebirge

Die Kosten für das Ausleihen von Skiern unterscheiden sich in Deutschland deutlich. In den Alpen sind die Preise mancherorts doppelt so hoch wie in den Mittelgebirgen.

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Schöner Ausblick über die Berge bei Garmisch-Partenkirchen. In Deutschland sind die Leihgebühren für eine Ski-Ausrüstung vergleichsweise moderat.

So zahlen Reisende für eine Ski- oder Snowboard-Ausrüstung in Garmisch-Partenkirchen laut Preis-Vergleich durchschnittlich 98 Euro pro Tag, in Oberstorf sind es 73 Euro, in Berchtesgaden 56 Euro und im nordrhein-westfälischen Winterberg 48 Euro.

Schweiz: Bis zu 180 Euro am Tag

Besonders teuer ist die Leihe von Skiern und Snowboards in der Schweiz. In den Luxus-Skigebieten wurden laut Preis-Vergleich für Skier, Skischuhe und Skistöcke sowie Zusatz-Optionen wie Versicherungen, Lagerung, Material-Tausch oder „Priority Check-in“ am Stichtag Anfang Januar mehr als 200 Euro pro Tag verlangt. Wer einen längeren Ski-Urlaub in der Schweiz plant, kann daher guten Gewissens darüber nachdenken, sich eine eigene Ausrüstung zu beschaffen.

In diesen Orten in der Schweiz ist das Leihen einer Ski-Ausrüstung durchschnittlich am teuersten:

  • St. Moritz: 186 Euro
  • Silvaplana: 186 Euro
  • Pontresina: 186 Euro
  • Celerina: 186 Euro
  • Rougemont: 174 Euro
  • Bettmeralp: 156 Euro
  • Brigels: 149
  • Lenzerheide: 148 Euro
  • Flims: 145 Euro
  • Engelberg: 144 Euro

Der Gipfel der Leihgebühren: Im Luxus-Skiort St. Moritz sind die Preise europaweit am höchsten.

In diesen zehn Skigebieten in der Schweiz ist die Leihe am günstigsten:

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  • Les Crosets: 83 Euro
  • Saas Fee: 113 Euro
  • Zermatt: 115 Euro
  • Saas Almagell: 119 Euro
  • Saint Luc: 120 Euro
  • Arosa: 120 Euro
  • Nendaz: 121 Euro
  • Villars: 122 Euro
  • Anzere: 122 Euro
  • Les Diablerets: 123 Euro

Österreich: Je angesagter, desto teurer

In Österreich kommen Wintersportlerinnen und Wintersportler günstiger durch den Urlaub als in der Schweiz. Die durchschnittlichen Leihgebühren für ein Ski- oder Snowboard-Set mit Schuhen und Helm liegen in den angesagtesten Skigebieten aber noch immer im dreistelligen Bereich:

  • Vorderglemm: 127 Euro
  • Serfaus: 119 Euro
  • St. Anton am Arlberg: 115 Euro
  • Kloesterle: 115 Euro
  • Ischgl: 110 Euro
  • Zuers am Arlberg: 105 Euro
  • St. Christoph: 105 Euro
  • Pettneu: 105 Euro
  • Oberlech: 105 Euro
  • Lech am Arlberg: 105 Euro

Dieter Bohlen hat 2010 in Ischgl Ski fahren gelernt. Für eine Leih-Ausrüstung müsste er im Jahr 2023 mit bis zu 110 Euro pro Tag rechnen.

Die günstigsten Leihgebühren bewegen sich in den österreichischen Skigebieten zwischen 48 und 60 Euro. Die meisten Regionen liegen zwar auf niedrigeren Höhen und haben weniger Pistenkilometer als die alpinen Gebiete. Dafür sind die Orte aber gemütlicher und weniger überlaufen.

  • Kleinarl: 60 Euro
  • Flachau: 60 Euro
  • Filzmoos: 60 Euro
  • Eben im Pongau: 60 Euro
  • Matrei: 58 Euro
  • Semmering: 58 Euro
  • Gosau: 57 Euro
  • Bad Duerrnberg: 55 Euro
  • St. Georgen: 53 Euro
  • Itter: 48 Euro

Frankreich: Leihgebühren liegen im Mittelfeld

Die Höhe der Leihgebühren für Skier, Helm und Schuhe in Frankreich liegt im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In diesen zehn Orten in Frankreich ist das Ausleihen von Skiern pro Tag durchschnittlich am teuersten:  

  • Val D’isere: 89 Euro
  • Courchevel: 88 Euro
  • Les Carroz Daraches: 87 Euro
  • Serre Chevalier: 85 Euro
  • Tignes: 82 Euro
  • Saint Sorlin D’arves: 81 Euro
  • Bozel: 80 Euro
  • Isola: 79 Euro
  • Montriond: 78 Euro
  • Saint Martin de Belleville: 77 Euro

Eine Skiläuferin schwingt sich eine Piste in Val d’Isere hinab. Die Leihgebühren in Frankreich sind deutlich günstiger als in Österreich und in der Schweiz.

Auch in Frankreich sind die Kosten für das Ausleihen einer Ski- oder Snowboard-Ausrüstung in einigen Skigebieten nur halb so hoch wie in anderen Regionen. In diesen zehn Orten ist die Ski-Leihe pro Tag durchschnittlich am günstigsten:  

  • Le Grand-Bornand: 52 Euro
  • Albiez-Montrond: 51 Euro
  • La Foux D’allos: 51 Euro
  • Val d’Allos: 51 Euro
  • La Bresse: 50 Euro
  • Bernex: 49 Euro
  • Vallandry: 48 Euro
  • Chastreix-Sancy: 45 Euro
  • Pralognan La Vanoise: 44 Euro
  • Métabief: 41 Euro

Italien: Bis zu 68 Euro Preis-Unterschied

Innerhalb Italiens gibt es für das Ausleihen der Wintersport-Ausrüstung ebenfalls eine große Preisspanne. In den teuersten Gebieten müssen Erwachsene laut Preis-Auswertung im Durchschnitt 129 Euro und in der günstigsten Arena nur 47 Euro pro Tag zahlen. In diesen Orten in Italien sind die Ski-Shops besonders teuer:

  • Val Gardena Groeden: 129 Euro
  • St. Ulrich Ortisei: 129 Euro
  • Wolkenstein: 115 Euro
  • Breuil Cervinia: 97 Euro
  • Madonna Di Campiglio: 91 Euro
  • San Martino di Castrozza: 90 Euro
  • Corvara: 88 Euro
  • Arabba: 85 Euro
  • Cortina Dampezzo: 83 Euro
  • Sterzing Vipiteno: 81 Euro

Neuschnee in Madonna di Campiglio: Das Ausleihen einer Ski-Ausrüstung kostet durchschnittlich 91 Euro.

Diese zehn italienischen Orte führen die Tabelle mit den günstigsten Kosten für die Ski- und Snowboard-Ausleihe an:

  • Pampeago: 47 Euro
  • Campo Tures: 51 Euro
  • Livigno: 55 Euro
  • Bormio: 58 Euro
  • Bardonecchia: 58 Euro
  • Mezzana: 58 Euro
  • Cavalese: 59 Euro
  • Folgarida: 60 Euro
  • Champoluc: 61 Euro

Slowakei: Kosten liegen fast überall bei 40 Euro

In der Slowakei wurden in der Auswertung 18 Skiorte berücksichtigt. Hier ist die Leihe einer Ski-Ausrüstung demnach am teuersten:

  • Oscadnica: 62 Euro
  • Vysna Boca: 55 Euro
  • Tatranska Lomnica: 55 Euro

Das Ski-Resort Velka Raca liegt in der Nähe von Oscadnica in der Kleinen Fatra.

In den 15 weiteren einbezogenen Orten liegen die Leihgebühren eines Sets laut der Auswertung im Durchschnitt bei 40 Euro pro Tag.

Preis-Sieger: In Tschechien ist Leihen am günstigsten

In der Preisauswertung hat das Ferienwohnungs-Portal lediglich drei Orte in Tschechien berücksichtigt. In Ostruzna und Spindleruv Mlyn kostet eine Ski-Ausrüstung demnach jeweils 44 Euro und in Harrachov 28 Euro pro Tag.

In Europa ist Tschechien damit das günstigte Reiseziel für Urlauberinnen und Urlauber ohne eigene Ski- und Snowboard-Ausrüstung.