300 Starts und Landungen mit insgesamt 35.000 Passagierinnen und Passagieren waren für heute, Mittwoch, am Flughafen BER geplant. Doch ein ganztägiger Streik sorgt dafür, dass der gesamte Flugverkehr lahmgelegt ist.

„Aufgrund des angekündigten Warnstreiks am Flughafen Berlin Brandenburg sind am Mittwoch, 25. Januar 2023, keine Passagierflüge möglich“, heißt es auf der Flughafen-Website.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste, der Flughafengesellschaft und der Luftsicherheit zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. „Der Streik findet ganztags mit Beginn der Frühschicht statt und endet am späten Abend“, teilt Verdi mit.

Ein einsamer Reisender am Flughafen BER: Ein Warnstreik der Verdi legt am Mittwoch, 25. Januar 2023, den Flughafen Berlin Brandenburg lahm.

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Wie komme ich an einen neuen Flug am BER?

Reisende sollen sich für weitere Infos an ihre Airline wenden, heißt es vom BER. Bei einem Streik sind die Fluggesellschaften verpflichtet, den Reisenden zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Ersatztransport zu organisieren.

Passagierinnen und Passagiere können aber auch selbst kostenfrei bei ihrer Fluggesellschaft umbuchen oder komplett stornieren. Das ist online möglich, zum Beispiel über die Buchungsseite der Fluggesellschaft.

„Gäste, deren Flug aufgrund des Streiks nicht stattfinden kann, werden gebeten, nicht zum Flughafen anzureisen, sondern sich über die digitalen Selfservices eigenständig kostenfrei umzubuchen oder sich mit dem Service Center in Verbindung zu setzen“, teilt Eurowings dem reisereporter mit. 

Für innerdeutsche Flüge, die aufgrund des Streiks nicht durchgeführt werden können, bestehe die Möglichkeit, das Flugticket in einen Fahrschein der Deutschen Bahn umzuwandeln.

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Diese Airlines fliegen am BER

Am Hauptstadtflughafen BER fliegen unter anderem: Aegean Airlines, Aer Lingus, Air Alsie, Air Arabia Egypt, Air Baltic, Air Cairo, Air Dolomiti, Air France, Air Malta, Air Serbia, AIS Airlines, Albastar, Almasria Airlines, Arkia, ASL Airlines, Austrian Airlines, Azerbaijan Airlines, BA City Flyer, Bluebird, British Airways, Brussels Airlines, Bulgaria Air, Condor, Corendon Airlines, Croatia Airlines, Easyjet, Egypt Air, Israel Airlines, European Air Charter, Eurowings, Evelop, Finnair, Fly Egypt, Flyr, Freebird Airlines, Hainan Airlines, Hibernian Airlines, Iberia, Icelandair, Israir, Jet2.com, KLM, LOT Polish Airlines, Lufthansa, Luxair, MIAT Mongolian Airlines, Neos, Nesma Airlines, Norse Atlantic Airways, Norwegian Air, Nouvelair Tunisie, Olympus Airways, Onur Air, Pegas Fly, Pegasus Airlines, Play, Qatar Airways, Royal Air Maroc, Royal Jordanian, Ryanair, S7 Airlines, SAS, Scoot, Sky Alps, Smartlynx, Smartwings, Sundair, Sunexpress, Swiss, Tailwind, TAP – Air Portugal, Transavia Airlines, Tuifly, Tunis Air, Turkish Airlines, United Airlines, Vueling Airlines, Wizz Air.

Die Kontaktdaten zu den Airlines listet der BER auf seiner Website auf.

Gähnende Leere am BER: Ein Warnstreik der Verdi legt am Mittwoch, 25. Januar 2023, den Flughafen Berlin Brandenburg lahm.

Habe ich bei Streiks Anspruch auf Entschädigung?

Durch den Streik werden viele Reisende ihr Ziel nicht wie geplant erreichen. Bei Verspätungen von über drei Stunden oder Ausfällen haben betroffene Passagierinnen und Passagiere grundsätzlich Anspruch auf eine Entschädigungszahlung von bis zu 600 Euro.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) hatte 2021 diesbezüglich die Fluggastrechte in der ganzen EU gestärkt. Eine Airline könne nicht argumentieren, dass ein solcher Streik ein „außergewöhnlicher Umstand“ sei, insbesondere wenn dieser sich an geltendes Recht halte.

Doch nun kommt das Aber: Dies gelte nur, wenn das Personal bei der Fluggesellschaft beschäftigt ist, sagt Julián Navas, Fluggastrechteexperte bei „Airhelp“. Streiks des Flughafenpersonals, der Flugsicherung oder anderer luftfahrtbezogener Dienste gelten als außergewöhnlicher Umstand, da diese Streiks nicht im Einflussbereich der Fluggesellschaft liegen.

Heißt: Im aktuellen Fall des Streiks am BER können Reisende nicht auf Entschädigung hoffen.

Am Flughafen gestrandet: Wer zahlt Verpflegung und Unterkunft?

Wird ein Flug annulliert oder verspätet er sich, muss die Fluggesellschaft sich aber immer um wartende Fluggästinnen und Fluggäste kümmern. Sie erhalten kostenlose Mahlzeiten und Getränke am Airport, oftmals werden Restaurantgutscheine verteilt. Zudem muss sie zwei Telefonate oder die Versendung von zwei E‑Mails ermöglichen – beispielsweise, indem sie einen kostenlosen WLAN-Zugang zur Verfügung stellt.

Wenn der Alternativflug erst am nächsten Tag stattfindet, muss die Airline eine Übernachtung in einem Hotel mittlerer Klasse und den Transport zur Unterkunft organisieren.

Hier gibt’s noch mehr Tipps, wie du dir eine nette Zeit am Flughafen machen kannst.