Den ganzen Tag nur Yoga praktizieren, mit sich und seinen Gedanken allein sein, gesund und lecker essen und am nächsten Tag alles wieder von vorn. Klingt das wie Musik in deinen Ohren? Dann sind Retreats genau das Richtige für dich! Diese Auszeiten, die sich intensiv einem bestimmten Thema widmen, sind in den vergangenen Jahren nur so aus dem Boden geschossen. 

Fast alle der Praktiken, die bei Retreats eine Rolle spielen, kommen aus dem asiatischen Raum: Yoga, Ayurveda, Meditation und Vipassana. Aber das Gute ist: Du musst nicht erst so weit reisen, um eine tolle Retreat-Erfahrung zu erleben. Wir stellen dir verschiedene Möglichkeiten im europäischen Raum vor. 

Namaste! Hier dreht sich alles um Yoga

Bevor du dich für ein Retreat entscheidest, solltest du dir klarmachen, was genau du möchtest. Ist es dir wichtig, als Yoga-Anfänger getrennt von den Fortgeschrittenen unterrichtet zu werden? Will ich in der Früh direkt mit einem straffen Zeitplan starten, der erst abends endet, oder habe ich es lieber entspannter?

Und natürlich solltest du dir ein Budget festlegen. Das Gute: Nicht jedes Retreat muss teuer sein. Wenn du auf ein luxuriöses Hotel verzichten kannst, aber trotzdem einen erfahrenen Yoga-Lehrer oder eine erfahrene Yoga-Lehrerin haben möchtest, ist das auch möglich, beispielsweise in Kroatien

Im Yogiville nahe den Plitwitzer Seen im Norden des Landes gibt es bereits Retreats für unter 600 Euro. Fünf Tage lang praktizierst du hier zweimal täglich Himalayan-Hatha-, Prana-Kriya- und Atma-Kriya-Yoga. Auch eine tägliche Meditation gehört zum Programm. Yoga wird hier für alle Fitnesslevel angeboten, außerdem sind Spaziergänge in der Natur an der Tagesordnung, ebenso ein Ausflug zu den Plitwitzer Seen. 

Aktuelle Deals

Gegessen wird vegetarisch und mit sattvischen Produkten. Die Bezeichnung stammt aus dem Ayurveda und bedeutet, dass nur Produkte gegessen werden, die Energie, Glück, Ruhe und geistige Klarheit steigern. Genutzt werden deshalb nur vegetarische, frische und nahrhafte Lebensmittel. 

Unterrichtet wirst du von einem echten indischen Yogi, und zwar von Ashokananda. Er ist in Indien aufgewachsen und mittlerweile Yoga-Meister. Er unterrichtet sowohl im Yogiville Kroatien als auch im zweiten Standort in Indien. Ashokananda ist der Begründer des Himalayan-Hatha- und Prana-Kriya-Yoga. Beide Varianten basieren auf alten traditionellen Praktiken. 

Yoga in Deutschland

Wenn du dich lieber erst mal vorsichtig an Yoga herantasten möchtest und nicht gleich den indischen Meister persönlich treffen willst, gibt es auch in Deutschland viele Alternativen. Eine davon findest du in Hermsdorf nahe Dresden in Sachsen. Hier im Landhotel Altes Zollhaus gibt es ein Yoga-Retreat, das Wellness, leckeres Essen und die Natur miteinander verbindet.

Hier startest du am Morgen mit deiner ersten Yoga-Einheit und kannst dann entscheiden, ob du der Sauna im Wellness-Bereich einen Besuch abstattest oder die Zeit lieber in der Natur verbringst. Am Nachmittag findet dann die zweite Einheit statt. Verköstigt wirst du morgens und abends mit vegetarischer und veganer Küche. 

Drei Nächte mit sechs Yoga-Einheiten, Halbpension und Eintritt zur Sauna gibt es schon für 519 Euro. Zubuchen kannst du dir beispielsweise noch ayurvedische Massagen. Bis zu fünf Nächte kannst du dir dein Yoga-Retreat buchen, dann zahlst du rund 850 Euro. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Ayurveda – Hier sind Körper und Geist gefragt

Es gibt Retreats, die sich auf Ayurveda spezialisiert haben. Der Begriff ist im Sanskrit zu Hause und beinhaltet die Wörter Ayus für Leben und Veda für Wissen. Die Kunst des Ayurveda setzt sich also aus Erfahrungswerten und der Philosophie zusammen, konzentriert sich dabei auf physische, psychische, emotionale und spirituelle Aspekte, die für die Gesundheit wichtig sind. 

Ayurvedische Massagen mit Öl gehören in jedes ayurvedische Retreat-Programm.

Dazu gehören nicht nur spezielles Essen, sondern auch passende Massagen. Beides kombiniert findest du beispielsweise im Hotel Luna y Sol Ayurveda an der Costa del Sol in Andalusien, Spanien. Das Hotel wird von einer Familie geführt und liegt idyllisch zwischen Mango- und Avocado-Plantagen. Hier vermischt sich spanisch-arabisches Ambiente mit der indischen Lebensart, von der Ayurveda ein Teil ist.

Für jeden Gast gibt es auf den Körper und die Bedürfnisse abgestimmte ayurvedische Anwendungen. Die Küche ist natürlich ebenfalls ayurvedisch, aber mit andalusischen Einflüssen. Sie richtet sich nach den drei Dosha-Typen, Dosha bezeichnet Naturkräfte, die nach der Ayurveda-Lehre auch im Menschen wirken. Welcher du bist, wird zu Beginn deiner Ayurveda-Reise bestimmt. Es gibt Vata, Pitta und Kapha. Letztere steht für Struktur, Pitta ist die Energie und Vata sind die Bewegungsabläufe. 

Im Ayurveda-Center des Anwesens begleitet Heilpraktikerin Seba Maria Blass die Gäste auf ihrer Reise. Es gibt Möglichkeiten der Entgiftung, die Behandlung gesundheitlicher Leiden, aber auch Yoga und Meditation kannst du hier praktizieren. Eine Ayurveda- und Yoga-Auszeit im Luna y Sol kostet 895 Euro für sechs Tage mit Vollpension, Dosha-Bestimmung, drei ayurvedischen Massagen und einer tibetischen Klangschalen-Massage sowie der Teilnahme am Aktivprogramm. 

Ayurveda in Deutschland

Willst du ein Ayurveda-Retreat in Deutschland machen, bietet sich die Region Bad Kissingen in Bayern an. Das hier ansässige Staatsbad ist sogar Unesco-Weltkulturerbe. Im Hotel Fontana gibt es außerdem ein Ayurveda-Zentrum. Zum Programm gehören hier Ölbehandlungen, Empfehlungen für eine ayurvedische Ernährung sowie eine ganzheitliche Diagnostik mit einem Ayurveda-Arzt. Auch Yoga ist hier Teil der täglichen Retreat-Routine. 

Wenn du Ayurveda erst mal ausprobieren möchtest, kannst du das in Bad Kissingen für rund 430 Euro tun, da sind dann zwei Übernachtungen, die Diagnostik sowie verschiedene Behandlungen dabei. Es gibt auch längere Retreats, dafür musst du dann allerdings tiefer in die Tasche greifen. Ein ayurvedisches Entschleunigungs- und Anti-Stress-Programm mit fünf Übernachtungen kostet dann schon über 1300 Euro. 

Finger weg vom Fast Food! Verzichten beim Fasten

Na, wolltest du dieses Jahr auch mit einer saftigen Fastenkur ins neue Jahr starten? Saftkuren liegen derzeit voll im Trend, du kannst dir für viel Geld fertige Säfte nach Hause liefern lassen oder das Obst und Gemüse selbst durch den Entsafter jagen. Das mag zwar ganz gut für den Körper sein, mit dem richtigen Fasten hat das aber wenig zu tun. 

Wenn du heilfasten möchtest, kannst du das beispielsweise nach der Buchinger-Methode machen. Das ist der Klassiker unter den Fastenkuren. Dabei entgiftest du nicht nur deinen Körper, sondern sollst sogar Selbstheilungskräfte aktivieren können.

Erfunden hat die Methode der Arzt Otto Buchinger. Er studierte Anfang des 20. Jahrhunderts Medizin und widmete sich dann dem Studium des Heilfastens. Dabei entwickelte er seine eigene Methode, bei der nährstoffreiche Flüssigkeiten dem Körper beim Entgiften helfen sollen. Das kann Gemüsebrühe oder Gemüsesaft sein. 

Gemüsebrühe wird dein Highlight sein, wenn du das Heilfasten nach Buchinger ausprobierst.

Dazu kommen regelmäßige Darmreinigungen, Trockenbürsten, Sport, Meditation und Massagen. Das ganze Prozedere sollte mindestens zwei Wochen andauern. Vielleicht merkst du jetzt schon, dass eine Umsetzung daheim mit all den Ablenkungen extrem viel Selbstdisziplin erfordert. Deshalb gibt es Fastenkuren, bei denen du das mit professioneller Begleitung durchführen kannst, beispielsweise im Wellness Resort Romantika in Niederbayern. 

Hier kannst du zwei Wochen lang nach der Buchinger-Methode fasten, kannst deine flüssigen Mahlzeiten selbst wählen und zubereiten lassen und dazu Quellwasser aus dem Bayerischen Wald genießen. Außerdem gibt es tägliche Leberwickel, ein altes Hausmittel zur Entschlackung des Körpers, sowie Möglichkeiten der Erholung im Wellnessbereich. Der Grundpreis für zwei Wochen beträgt 1500 Euro. Unterstützende Anwendungen wie eine Thalasso-Algen-Körperpackung oder ein entgiftendes Meersalz-Bad müssen dazugebucht werden. 

Eine etwas mildere Form des Fastens ist das sogenannte Basenfasten. Hier verzichtest du nicht ganz auf feste Nahrung, sondern beschränkst dich lediglich auf basische Lebensmittel. Das können Gurken sein, aber auch Rettich, Petersilie, Brennnesseln, Löwenzahn, Grünkohl und Trockenfeigen. An der Nordsee gibt es diese Möglichkeit im Be-Active-Biohotel in Tönning. Eine Woche lang kannst du hier das Basenfasten durchführen und pflanzenbetonte Kost mit ein wenig Obst, viel Gemüse und gedünstetem Getreide zu dir nehmen. 

Dein Morgen startet dann beispielsweise basisch mit einem grünen Smoothie oder einem warmen, ayurvedisch gewürzten Hirsebrei. Wanderungen sind im Programm inbegriffen, ebenso Wattwanderungen und Körperarbeit nach der sogenannten Feldenkrais-Methode. Hier lernst du, vertraute Bewegungen in ungewohnten Varianten zu erforschen. Eine Woche basenfasten an der Nordsee kostet rund 990 Euro. 

Reden verboten! Hier kannst du meditieren

Zugegeben, es gibt kaum ein Yoga-Retreat, wo nicht auch meditiert wird. Willst du allerdings eine ganz besondere Meditationserfahrung erleben, ist Vipassana das Richtige für dich. Es ist die älteste Form der Meditation und kommt ebenfalls aus Indien. Übersetzt bedeutet Vipassana, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Es wird als eine Kunst des Lebens gelehrt und als universelles Heilmittel für viele unterschiedliche Leiden angesehen. 

Möchtest du Vipassana ausprobieren, solltest du zehn Tage einplanen. An diesen Tagen wird dir die entsprechende Technik beigebracht und der Tagesablauf ist streng durchgetaktet: 4 Uhr morgens läutet der Gong den Tag ein und beendet ihn um 21 Uhr. In der Zwischenzeit wird insgesamt zehn Stunden meditiert. Gesprochen wird unter den Teilnehmenden zehn Tage lang nicht. Wenn es Fragen gibt, können diese natürlich dem Kursleiter gestellt werden. 

Vipassana-Kurse sind kostenlos, und das weltweit. In Europa gibt es zehn Zentren, unter anderem eines in Dziadowice in Polen. Weitere Zentren findest du in Schweden, GroßbritannienItalien, Spanien, Österreich, Belgien und Deutschland. Hier kannst du dein Vipassana beispielsweise in Triebel bei Dhamma Dvāra durchführen. Unterkunft und Verpflegung sind auch hier kostenlos und werden durch Spenden früherer Teilnehmender finanziert.