Venedig ist eine ganz besondere Stadt, keine Frage. Die Kanäle, die Gondeln, die alten Gebäude und das italienische Flair locken jährlich rund 30 Millionen Touristinnen und Touristen in die wohl berühmteste Stadt Norditaliens. Damit du die Stadt richtig erleben kannst, solltest du rund drei Tage für deinen Trip einplanen.

Venedig ist allerdings kein günstiges Pflaster, kein Wunder, es ist immerhin eine der am häufigsten besuchten Stadt der Welt. Und das lässt sie sich bezahlen. Es gibt sogar Überlegungen, Eintritt für die gesamte Stadt einzuführen. Denn die Einwohnerinnen und Einwohner sind nicht immer begeistert von den Tourimassen.

Bisher ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Aktuell sparst du dir also noch den Eintritt nach Venedig, und auch in der Stadt selbst gibt es Möglichkeiten, Venedig kostenlos zu entdecken. Welche das sind, haben wir dir hier aufgelistet. 

1. Koste dich durch die Märkte

Der große Rialto-Markt existiert schon seit Jahrhunderten. Auch heute noch reihen sich hier die Stände dicht aneinander. Allein das Schlendern über den lauten Markt ist ein Erlebnis. Auf dem Markt im Zentrum der Stadt gibt es hauptsächlich Obst und Gemüse. Direkt daran angeschlossen folgt noch ein Fischmarkt, auf dem es auch allerlei Meeresfrüchte gibt. 

Einer von zahlreichen Märkten in Venedig ist der Rialto Food Market.

Wenn du dir vielleicht hier und da eine kleine Gratis-Probe des frischen Obstes organisiert hast, wird es Zeit für ein weiteres kostenloses Highlight auf dem Weg: die weltberühmte Rialto-Brücke. Die ist nämlich keine fünf Minuten vom gleichnamigen Markt entfernt. 

Gleich nebenan kannst du weiter durch das Fondaco dei Tedeschi schlendern, das ehemalige Lagerhaus ist heute ein Einkaufszentrum mit einer Terrasse, von der aus du einen spektakulären Blick über Venedig genießen kannst. 

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2. Bestaune die prunkvollen Kirchen

Venedig hat historische Gebäude, so weit das Auge reicht. Viele davon kannst du kostenlos besuchen. Beispielsweise die berühmteste Basilika Venedigs, den Markusdom. Lediglich der Zugang zum berühmten Schatz kostet Eintritt. Wenn du in der Hauptsaison nach Venedig reist, musst du allerdings mit langen Schlangen vor der Sehenswürdigkeit rechnen.

Ein Besuch in der Basilika Santa Maria della Salute ist kostenlos. Das religiöse Gebäude ist eines der beliebtesten unter den Venezianerinnen und Venezianern.

Doch es gibt nicht nur den Markusdom, der sehenswert ist. Wie wäre es mit einem Besuch der Basilika Santa Maria della Salute im Südosten der Stadt? Die Kirche ist vor allem bei den Einheimischen beliebt. Und auch hier ist der Eintritt frei, ausgenommen ist das Museum.

3. Besuche kostenlose Festivals

Wenn du Städte kostenlos erleben und gleichzeitig das echte Flair genießen möchtest, ist es immer empfehlenswert, deinen Trip auf die Zeiten zu legen, in denen Festivals stattfinden. Und für eine Sache sind nicht nur Köln oder Brasilien bekannt, sondern auch Venedig: den Karneval.

Dieses historische Spektakel erlebst du in Venedig noch mal ganz neu, wenn zahlreiche Menschen mit ihren Masken und extravaganten Kostümen im Februar durch die Straßen spazieren. 

Der venezianische Karneval ist ein echtes Erlebnis und mit dem deutschen Karneval nicht zu vergleichen.

Auch die Festa del Redentore ist ein kostenloses und großes Festival in Venedig. Es findet an jedem dritten Sonntag im Juli statt, die Venezianerinnen und Venezianer zelebrieren dann das Ende der Pest-Epidemie im 16. Jahrhundert. Zwei Jahre dauerte die Pestwelle damals an.

4. Entspanne in den Gärten

In Venedig gibt es nur Wasser und Häuser, denkst du? Falsch gedacht! Die Stadt ist auch grün – und zwar in den zahlreichen Gärten und Parks, die sich zwischen den Kanälen verstecken, beispielsweise die Giardini della Biennale mit ihren rund 30 Pavillons. Regelmäßig finden hier Ausstellungen statt.

Der Parco della Rimembranza ist ebenfalls eine gute Wahl für etwas Erholung, hier bekommst du nämlich nicht nur ein bisschen Grün, sondern auch eine Aussicht über die Lagune. 

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Etwas morbide, aber trotzdem nicht weniger interessant und vor allem ruhig ist auch Venedigs Friedhof San Michele. Die Insel kannst du per Boot erreichen, wenn du an der Vaporetto-Haltestelle aussteigst.

Das Gute: Die meisten Touristinnen und Touristen fahren weiter bis zur nächsten Insel, um die dortigen Highlights zu erkunden, du hast hier also auch etwas Ruhe vor den Tourimassen.

Venedig bietet auch Platz zum Entspannen. Dafür lohnt sich auch ein Besuch des San-Michele-Friedhofs.

Dich erwartet hier eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert, gebaut aus istrischem Marmor. Der Friedhof kam erst im 19. Jahrhundert dazu und beherbergt nicht nur Gräber, sondern auch beeindruckende Statuen über den Gräbern der Gondoliere.

5. Beobachte die Regatten

Klar, Boote sind die wichtigsten Fortbewegungsmittel in Venedig. Und das wird natürlich auch regelmäßig zelebriert. Die berühmteste Regatta ist die Regata Storica. Sie findet immer am ersten Sonntag im September statt, das solltest du bei deiner Reiseplanung bedenken, wenn du dir das Spektakel live anschauen möchtest. 

Die Regata Storica di Venezia ist das wichtigste traditionelle Event in Venedig.

Die Regatta findet am Canal Grande statt und es gibt eine historische Parade, bei der historische Boote und Menschen in entsprechender Kleidung sich verschiedene Rennen liefern.

Alle vier Jahre gibt es außerdem die Regata delle Antiche Repubbliche Marinare. Hier kommen alle vier Seerepubliken Venedig, Genua, Pisa und Amalfi zusammen. Alle Regatten kannst du dir natürlich kostenlos anschauen. 

6. Finde skurrile Orte

Venedig hat auch skurrile Orte zu bieten. Einer davon ist eine Buchhandlung der besonderen Art: In der Libreria Acqua Alta ist das Wasserthema der Stadt allgegenwärtig. Bücher sind hier gestapelt in Badewannen und alten Gondeln.

Das ist nicht nur skurril, es hat auch einen Grund: Wenn es ein Hochwasser gibt, was bei einer schwimmenden Stadt wie Venedig schon öfter mal vorkommen kann, gibt es eine Chance, die Bücher vor dem Wasser zu schützen. Denn dank der Badewannen und Gondeln schwimmen sie dann, anstatt unterzugehen. So lautet zumindest die Theorie.

Der Buchladen Libreria Acqua ist nicht nur der älteste, sondern auch der skurrilste in Venedig.

Ebenfalls ein skurriler Ort ist die Calle Varisco. Hierbei handelt es sich um die engste Straße der gesamten Stadt. Gerade mal 50 Zentimeter ist sie breit, also nichts für Menschen mit Platzangst.

7. Genieße den Ausblick auf der Insel

Wenn du eine richtig schöne Aussicht auf Venedig genießen willst, solltest du einen Ausflug auf die Insel San Giorgio einplanen. Von hier aus kannst du den Canal Grande sehen. Die historische Basilika auf der Insel kannst du kostenlos besuchen, hier findest du unter anderem zwei berühmte Gemälde von Tintoretto: „Das letzte Abendmahl“ und „Das Manna“. 

Auf der kleinen Insel San Giorgo Maggiore kannst du jede Menge kostenlose Dinge unternehmen.

Die Gärten und das Kloster der Basilika bieten regelmäßig kostenlose Ausstellungen in einem Glasgebäude an. Außerdem kannst du hier auf historischen Spuren wandeln: Auf der Insel wurde Pius VII. zum Papst gewählt.

Das war damals aufgrund des Feldzugs von Napoleon in Rom nicht möglich. 1800 wählte man ihn hier zum Kirchenoberhaupt, er starb 23 Jahre später in Rom.

8. Besuche den kleinen Palast

Paläste müssen nicht immer monumental und prunkvoll sein. Das beweist die Scala Contarini del Bovolo. Übersetzt heißt der Name so viel wie „Schneckentreppe“. Woher der Name kommt, wird dir schnell klar, wenn du davorstehst. Du findest das Gebäude ganz in der Nähe des Rialto-Platzes in einer der kleinen Gassen.

Folge dafür einfach den gelben Schildern ab der Rialto-Brücke zu Accademia und Campo Manin. Dort führt dann ein weiteres Schild zur Scala. Einmal rechts und einmal links gegangen, stehst du zwar in einem kleinen Hof, aber dennoch vor einem eindrucksvollen Palast. 

Den kleinen Palast Scala Contarini del Bovolo mit seiner Schneckentreppe kannst du kostenlos besuchen.

Schon im 14. Jahrhundert wurde das Gebäude für die Familie Contarini gebaut, die gotische Außentreppe 1499 ergänzt. An ein hohes Schneckenhaus erinnernd, windet sich die Treppe in engen Biegungen bis ganz nach oben.

9. Stöbere in der Bibliothek

Die Marcianische Bibliothek in der Scuola Grande di San Marco in Venedig ist ein besonderer Ort. Denn das Gebäude ist gleichzeitig das Krankenhaus, das Ospedale Civile Venedigs. Nun denkst du vielleicht, dass ein Urlaub nicht unbedingt einen Krankenhausbesuch beinhalten sollte, aber dieser wird sich lohnen.

In der Scuola Grande di San Marco versteckt sich die medizinische Bibliothek. Allein wegen der beeindruckenden Räumlichkeiten ist sie einen Besuch wert.

Schon das Gebäude ist ein Hingucker: Die riesige Scuola Grande di San Marco wurde im 15. Jahrhundert erbaut und hat eine prunkvolle Fassade. Die Eingangshalle ist mit einem Boden aus Marmor ausgestattet, und Gärten gibt es auch noch. 

Die erste Etage ist erst seit Kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich, hier findest du die medizinische Bibliothek. Nicht nur das Ambiente ist eindrucksvoll, auch die Sammlung alter medizinischer Instrumente und anatomischer Bilder ist sehenswert. Dazwischen tauchen immer wieder Repros berühmter Meisterwerke von Bellini, Tintoretto oder Donato auf.

10. Entdecke die Farbenfabrik Orsoni

Eine etwas ausgefallenere Unternehmung in Venedig kann ein Besuch der Farbenfabrik von Orsoni sein. Die findest du in einer ruhigeren Gegend der Stadt, und zwar in der Straße Cannaregio.

Es handelt sich um die älteste Mosaikfabrik der Stadt, in der seit 1888 bunte Glasfliesen sowie Blattgold hergestellt werden. Letzteres wurde schon in der Saint Paul’s Cathedral in London verwendet oder auch in der Sagrada Família in Barcelona. 

Die Farbenfabrik von Orsoni in einem ruhigeren Teil Venedigs ist einen Besuch wert.

Ein Besuch der Fabrik ist kostenlos, muss aber vorher reserviert werden. Angeboten werden Führungen immer am ersten und am letzten Mittwoch des Monats, wenn nicht gerade ein Feiertag auf diese Tage fällt. Auf der Internetseite von Orsoni findest du weitere Infos sowie die Kontaktdaten für die Anmeldung.