Bernsteinsuche im Fackellicht, eine Stadtführung mit Handball-Stars, Meditation beim Wandern, Seeadler und Wattwürmer an der Küste und natürlich reichlich Kaffee und Kuchen: Ein Winterurlaub in Schleswig-Holstein lässt sich mit einem schönen Ausflug ordentlich aufpeppen.

1. Halbinsel Eiderstedt: Wildes Meer und steife Brisen

Die im Sommer zumeist überlaufene Halbinsel Eiderstedt an der Nordsee wird im Winter zu einem ruhigen Rückzugsort. Ohne Sonnenschirme und Strandkörbe wirkt der Strand in Sankt Peter-Ording viel natürlicher und weitläufiger.

Das Wechselspiel zwischen der einsamen Ruhe, den frischen Nordseebrisen und dem rauen Meer lässt sich zum Beispiel bei einem winterlichen Strandspaziergang zum Westerhever Leuchtturm wunderbar auskosten.

Sonnenuntergang hinter dem Westerhever Leuchtturm: Das Wahrzeichen der Nordsee ist auch im Winter ein beliebtes Ziel für einen Spaziergang.

Bei einer Pause in den Cafés der Halbinsel kann man sich mit einer Tasse Tee, Kaffee oder Kakao aufwärmen oder sich mit einem Stück Torte belohnen.

2. Dithmarscher Nordsee: Die „Small Five“ im Watt

In die Gummistiefel schlüpfen, Winterjacke anziehen, Fernglas umhängen – und dann ab ins Watt! Die ersten Wanderungen durch den Nationalpark Wattenmeer starten bereits Anfang Januar.

Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer in Büsum: Bei Ebbe erkunden viele Besucherinnen und Besucher das Watt.

Die interessanten Schlick-Führungen starten an vielen Orten der Dithmarscher Küste und haben unterschiedliche Schwerpunkte – mal stehen die Gezeiten, mal ein Hundespaziergang, mal ein Grünkohlessen und mal die berühmten „Small Five“ im Fokus: Wattwurm, Gemeine Herzmuschel, Gemeine Strandkrabbe, Gemeine Wattschnecke und die Nordseegarnele.

3. Vögel gucken am Beltringharder Koog

Am Beltringharder Koog, dem größten schleswig-holsteinischen Naturschutzgebiet auf dem Festland, lässt sich auch im Winter eine vielfältige Tierwelt entdecken. Dazu zählen unter anderem Austernfischer, Weißwangengänse, Brandseeschwalben, Pfuhlschnepfen und Wasserläufer.

Ein Grünschenkel stapft auf der Suche nach Nahrung durch den Strand am Beltringharder Koog.

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Es werden regelmäßig Führungen zu Geschichte und Natur sowie zur Vogelbeobachtung angeboten. 

4. Reesholm: Auf den Spuren der Seeadler

Eine weitere tolle Gelegenheit für Vogelbeobachtungen bietet sich auch im Binnenland: Im Naturschutzgebiet Reesholm, einer Halbinsel zwischen der kleinen und der großen Breite an der Schlei, liegt ein großes Brut- und Rastgebiet.

Die Promis unter den Vögeln in Schleswig-Holstein: Über dem Naturschutzgebiet Reesholm hält ein Seeadler Ausschau nach Beute.

Von einer im Dezember 2022 neu eröffneten Schutzhütte aus lassen sich zum Beispiel Singschwäne, Graugänse, Kiebitze und Seeadler beobachten. Für den Weg dorthin sollte man sich mit Gummistiefeln und warmen Getränken rüsten.

5. Arche Warder: Auf Tuchfühlung mit seltenen Tieren

Auch zwischen Nord- und Ostsee gibt es im winterlichen Schleswig-Holstein vieles zu entdecken. Zum Beispiel den Tierpark Arche Warder am Rande des Naturparks Westensee mit 1200 seltenen Haus- und Nutztieren. Durch den Park führt ein etwa drei Kilometer langer Rundweg.

Kuscheleinheit für das Bentheimer Schwein und das Husumer Schwein: Tierpflegerin Sabrina Cornils von der Arche Warder bewahrt seltene Nutz- und Haustiere vor dem Aussterben.

Auf der Streichelwiese und im großen Tierhaus dürfen Besucherinnen und Besucher mit den pelzigen Vierbeinern und ihrem Nachwuchs auf Tuchfühlung gehen. Danach kann man sich im Restaurant stärken und bei Interesse in einer Holzhütte oder einer Ferienwohnung der Arche Warderübernachten.

6. Naturpark Aukrug: Auf Kuchen-Tour an Flüssen und Seen

Durch den 380 Quadratkilometer großen Naturpark Aukrug führen viele Wege für Rad- und Wandertouren. Die hügelige Fluss- und Seenlandschaft beherbergt rund 40 Gemeinden, in denen Touristinnen und Touristen das ursprüngliche Schleswig-Holstein kennenlernen können.

Ein Wildschwein mit Nachwuchs durchkämmt den Naturpark Aukrug.

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In den urigen Cafés, zum Beispiel in der Alten Kaffeewirtschaft in Aukrug-Innien, im Café am Boxberg oder bei einem Familienausflug auf dem Erlebnisbauernhof Vinkona in Ehndorf kann man bei einem leckeren Stückchen Kuchen mit den Einheimischen ins Gespräch kommen.

7. Naturpark Hüttener Berge: Mystisches im Fackelschein

Im Naturpark Hüttener Berge flimmern im Winter die schummrigen Umrisse von Wanderinnen und Wanderern, die den Brekendorfer Forst und den Schleswiger Tiergarten mit Fackeln erkunden. Natur- und Landschaftsführerin Christine Goldhamer erzählt auf dem Weg zu sagenumwobenen Orten viel Spannendes über die Wälder und ihre Bewohner – zum Aufwärmen gibt es am Ende ein kleines Lagerfeuer.

8. Bad Segeberg: Wandern um den Segeberger See

Die schroffe Landschaft zwischen den Küsten in Schleswig-Holstein lässt sich zum Beispiel auf dem „wilden“ Kalkberg überblicken. Zum Aussichtspunkt führt ein Abstecher eines rund zehn Kilometer langen Rundweges um den Großen Segeberger See, der in etwa drei Stunden zu schaffen ist.

Die Seepromenade am Westufer bietet eine gute Gelegenheit für eine Pause. Geheimtipp: Vom Moosberg bei Stipsdorf aus hat man einen tollen Blick auf den See. Außerdem können Urlaubende die Freilichtbühne am Kalkberg besichtigen. In der Anlage werden im Sommer die berühmten Karl-May-Spiele aufgeführt. 

9. Plön: Von der Altstadt zur Prinzeninsel wandern

Die Plöner Seenplatte ist auch im Winter ein idyllisches Naturparadies. Ambitionierte Wanderinnen und Wanderer können den Großen Plöner See auf einer 40 Kilometer langen Strecke umrunden. Weniger sportliche Menschen können sich die Rosinen herauspicken und beispielsweise einen Rundgang durch die schöne Plöner Altstadt zu einer Wanderung um die Prinzeninsel ausweiten. Der Weg führt einmal um die ganze Insel herum und nimmt etwa eine Stunde Zeit in Anspruch. An der Inselspitze kann man sich mit regionalen Spezialitäten belohnen.

Sonnenuntergang am Großen Plöner See: Um das Gewässer führt ein 40 Kilometer langer Wanderweg.

Von Januar bis März kann man die Plöner Altstadt und das Schlossgebiet an jedem zweiten Samstag auch auf etwa einstündigen Fackeltouren erkunden. Das warme Licht lässt die historischen Fassaden in romantischen Farben leuchten, während Stadtführerin Katrin Will Wissenswertes über Plön erzählt. Vor dem Start reicht die Tourist-Info im Winter heißen Punsch.

10. Eutin: Ein Rundgang zu sich selbst

Um den Großen Eutiner See im Osten Schleswig-Holsteins schlängelt sich ein knapp neun Kilometer langer Rundweg, von dem sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Eutiner Schloss, den Schlossgarten und natürlich auf den See eröffnen.

Das Wahrzeichen Eutins: Das Schloss ging aus einer mittelalterlichen Burg hervor.

Am Rande animieren Info-Tafeln dazu, sich aktiv mit seiner Gesundheit auseinanderzusetzen. Spaziergängerinnen und Spaziergänger können zum Beispiel Atem- und Dehnübungen ausprobieren oder beim Meditieren zu sich selbst finden. So wird der Rundgang zu einer runden Sache.

11. Eekholt: Zu Gast bei Fischottern und Wölfen

Im Süden Schleswig-Holsteins können Urlauberinnen und Urlauber eine faszinierende Tierwelt beobachten. Der Wildpark Eekholt beheimatet unter anderem Fischotter, Rot-, Dam- und Blesswild, Wildschweine, Wölfe, Füchse und Dachse.

Achtung, Otterwechsel! Im Wildpark Eekholt haben die putzigen Fischotter ein festes Zuhause.

Der Park organisiert darüber hinaus immer wieder spezielle Aktionen und Veranstaltungen. An allen Januarwochenenden findet sonntags eine Winterwanderung mit Grünkohlessen statt, im Februar zeigen Kaltblüter im winterlichen Wald beim Holzrücken ihr Können und am letzten Februarwochenende dreht sich bei den Eekholter Wolfsnächten alles um Meister Graubein.

12. Höltigbaum: Auf dem Gallo-Way zu den Galloways

Im tiefen Süden Schleswig-Holsteins an der Grenze zu Hamburg liegt ein ehemaliger Truppenübungsplatz, der heute ein Naturschutzgebiet ist: der Höltigbaum. Dort und im benachbarten Stellmoorer Tunneltal gibt es drei kurze Wanderwege, die zu reizvollen Winterspaziergängen einladen.

Die zotteligen Galloway-Rinder weiden im Naturschutzgebiet Höltigbaum bei Hamburg. Die sanften Riesen gelten trotz der spitzen Hörner als friedlich.

Einer davon, der Gallo-Way, ist rund vier Kilometer lang und führt mitten durch das Weidegebiet frei lebender Gallowayrinder. Die pelzigen Riesen arbeiten, wie auch Schafsherden und Ziegen, sozusagen als Landschaftspfleger, halten Gras und Sträucher kurz – und schaffen damit Lebensraum für wichtige Insekten. Eine kindgerechte, interaktive Ausstellung im Naturmuseum Haus der Wilden Weiden erklärt die Bedeutung des Naturschutzgebietes.

13. Mit den Handball-Stars durch Flensburg

In Flensburg können sich Touristinnen und Touristen von den Handball-Stars der SG Flensburg-Handewitt sozusagen durch die Stadt führen lassen.

Der Südermarkt in Flensburg: Für Städtereisende und Handballfans erklärt ein SG-Profi per Audioguide, was er mit dem Ort verbindet.

An ausgewählten Orten, mit denen die Spieler besondere Erlebnisse verbinden, finden Besucherinnen und Besucher QR-Codes. Die müssen nur mit dem Smartphone gescannt werden und schon ertönt die Stimme eines Spielers, der seine persönliche Geschichte mit einer Audiobotschaft teilt – zum Beispiel die Feier nach dem Titelgewinn in der Champions League auf dem Südermarkt. Die einzelnen Stationen sind hier aufgelistet.

14. Fehmarn: Winter-Genuss ohne Badetrubel

Die schöne Sonneninsel Fehmarn in der Ostsee erwärmt die Herzen ihrer Besucherinnen und Besucher auch im Winter.

Leere Strände, wenig Lärm: Im Winter wird die beliebte Sonneninsel Fehmarn zum Mekka für Ruhesuchende.

Am Strand, auf dem Deich, im Naturschutzgebiet oder in den kleinen Hafenorten kann man ganz ohne störenden Badetrubel spazieren gehen und das ursprüngliche Inselleben genießen. Für Radfahrerinnen und Radfahrer gibt es ein 300 Kilometer langes Wegenetz mit sieben Themenrouten.

15. Grömitz: Rätselspaß, Bernsteinsuche und Hundefotos

Bei einer Städtereise nach Grömitz erwartet die Besucherinnen und Besucher im Winter jede Menge Familienspaß.

Die Kleinen können sich mithilfe der Erwachsenen zum Beispiel auf die Suche nach Hein begeben. Der freche Kobold hat sich vom „Kutter Else“ geschlichen und treibt nun sein Unwesen in Grömitz. Um den Ausreißer zurück zu seinem Schiff zu lotsen, müssen auf der spaßigen Outdoor-Erlebnisrallye knifflige Rätsel im gesamten Ort gelöst werden.

Die Grömitzer Seebrücke lockt auch im Winter viele Besucherinnen und Besucher.

An der Küste bringen Fackelwanderungen zudem die Ostsee zum Funkeln – Tourguide Axel Kramer erzählt dabei spannende Anekdoten zur Ostsee, über Piraten oder kombiniert die Wanderung mit einer Schwarzlicht-Bernsteinsuche. Seine Kollegin Petra Sievers nimmt ihre Gästinnen und Gäste mit auf Steilküsten-Entdeckungstour – hier lässt sich Wissenswertes über die dort lebenden Tiere erfahren und lernen, woran sich ein Fossil erkennen lässt. Alle Termine gibt es hier.

Für Hundehalterinnen und Hundehalter bietet Grömitz ein weiteres Leckerli: ein Hunde-Fotoshooting am Strand. Fotografin Martina Lakomy setzt die Vierbeiner mit Porträt- oder Actionbildern in Szene.

16. Kellenhusen: Golfen mit Frisbees

Für diesen Golf-Parcours braucht man weder Ball noch Schläger – es genügt eine Frisbee-Scheibe.

Das Seebad Kellenhusen im Morgenlicht.

Am Südstrand in Kellenhusen gibt es einen sogenannten Discgolf-Platz. Das Spiel funktioniert wie Golf– statt eines Balls muss jedoch ein Frisbee in das Ziel, den sogenannten Disc-Korb, befördert werden. Es gibt insgesamt 22 Bahnen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten – je weniger Würfe, desto besser. Der Platz darf jederzeit bespielt werden und kostet keinen Eintritt. Die Ausrüstung gibt es beim Tourismus-Service an der Waldstraße 1. 

17. Travemünde: Romantik im Fackelschein

Für Winterwellness mit dem oder der Liebsten in Travemünde ist dieses Angebot eine passende Abwechslung: eine romantische Fackel-Strandwanderung. Vor den Lichtern der ein- und auslaufenden Schiffe spazieren die Urlaubenden mit Fackeln etwa eine Stunde lang zum grün-weißen Leuchtfeuer auf der Nordermole und dann am Strand entlang bis zur großen Seebrücke.

Winterimpression am Strand von Travemünde: Um den grün-weißen Leuchtturm tanzen die Möwen.

Stadtführerin Eva-Maria Schulze erzählt dabei Interessantes und Vergnügliches zur Geschichte des Seebades Travemünde. Start ist bis zum 24. Februar immer freitags um 19 Uhr an der Tourist-Information Travemünde.