Schneebedeckte Gipfel reihen sich aneinander, Eiszapfen glitzern in der Sonne – der Winter ist zurück. Wer die kalte Jahreszeit in ihrer ganzen Pracht erleben möchte, muss sich dabei nicht zwingend kalte Füße holen.

Es geht auch ganz gemütlich aus einem warmen Zugabteil heraus. Ohne Sorge um vereiste Straßen und eingefrorene Hände kannst du die Faszination von weißen Bergketten und verschneiten Landschaften auf dich wirken lassen.

Bei diesen spektakulären Zugstrecken für den Winter – von den Rocky Mountains bis zu den Schweizer Alpen – solltest du einsteigen, bevor der Frühling die weiße Pracht zum Schmelzen bringt.

1. Glacier Express, Schweiz

Auf einer achtstündigen Fahrt vom schillernden Skiort St. Moritz fährt der Glacier Express bis nach Zermatt – vorbei an den und durch die spektakulären Schweizer Alpen. Um sich in dem gebirgigen Gelände seinen Weg zu bahnen, passiert der Zug auf seiner Route durch die drei Kantone Wallis, Uri und Graubünden 91 Tunnel und 290 Brücken.

Der Glacier Express fährt in die beliebten Schweizer Skigebiete.

Die Panoramawagen mit riesigen Fenstern und verglasten Dächern ermöglichen Reisenden eine spektakuläre Sicht auf die Bergkette. Besonders sehenswert sind auf der Fahrt die Rheinschlucht, auch „Grand Canyon der Schweiz“ genannt, und der Oberalppass.

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Die Sitzplätze des Glacier Express sind mit Steckdosen und WLAN ausgestattet. So kannst du während der Fahrt über das integrierte Infotainmentsystem mit deinem Handy auf Informationen zur Route und zu Sehenswürdigkeiten zugreifen oder auch den Standort auf einer Karte verfolgen.

2. Semmeringbahn, Österreich

Bei der Semmeringbahn ist nicht nur die 41 Kilometer lange Panoramastrecke von Gloggnitz bis Mürzzuschlag eine Reise wert, auch der Zug ist eine Attraktion für sich: Fast 170 Jahre alt ist die Semeringbahn, die 1854 die erste Gebirgsbahn der Welt war und 1998 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Über insgesamt 16 Viadukte führt die Strecke der Semmeringbahn in Österreich.

Die Fahrt führt vorbei an den schneebedeckten Berggipfeln der österreichischen Ostalpen. Um sich durch das hochalpine Gelände schlängeln zu können, wurden auf der Strecke 16 Viadukte, 15 Tunnel und über 100 Brücken errichtet. 

Knapp eine Stunde dauert die Fahrt, die nichts für schwache Nerven ist: Mehrfach blickt man aus dem Zug tief in den Abgrund – auf der einen Seite die steile Bergwand, auf der anderen Seite nichts.

Von Gloggnitz aus arbeitet sich die Bahn gut 400 Meter in die Höhe, bis sie in Semmering auf 896 Höhenmetern den Scheitelpunkt erreicht. Wer die verzauberte Winterlandschaft ein Stück zu Fuß erleben möchte, kann unterwegs immer wieder aus- und zusteigen und einen Teil der Strecke auf dem Bahnwanderweg entlang der Trasse zurücklegen.

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3. Aurora-Winterzug, Alaska

Unberührte Schneelandschaften breiten sich links und rechts der Zugstrecke aus, Alaskas Hinterland ist von einer dicken weißen Schneedecke überzogen, Weite und Einsamkeit, so weit das Auge reicht. Welch ein Glück, wenn man hier, wo die Temperaturen im Winter nur selten über null Grad steigen, den wohlig warmen Sitzplatz nicht verlassen muss und das Winterwunderland komfortabel durchs große Panoramafenster erleben kann. 

Zwölf Stunden fährt der Aurora-Winterzug von Anchorage bis nach Fairbanks, bringt die Reisenden durch das verschneite Hinterland, vorbei an zugefrorenen Seen und eisigen Flüssen.

Zu entdecken gibt es neben der atemberaubenden Schneelandschaft auch viele Tiere, die dort leben. Per Durchsage informieren die Zugmitarbeitenden, sobald ein paar Elche oder ein Weißkopfseeadler an der Strecke zu sehen sind.

4. Bergen-Linie, Norwegen

Schon seit 1909 verbindet die Bergen-Bahn die beiden größten Städte Norwegens miteinander: Von der norwegischen Hauptstadt Oslo geht es in einer fast siebenstündigen Fahrt durchs Hochland nach Bergen. Für den „Condé Nast Traveler“ gehört sie zu den schönsten Strecken für den Winter.

Mit dem Zug durch den norwegischen Hardangervidda-Nationalpark. Viel Zivilisation trifft man hier nicht.

Die Bergen-Bahn durchquert den Nationalpark Hardangervidda bis hinauf auf Europas größtes Hochgebirgsplateau. An dem auf dem Plateau gelegenen Bahnhof Finse erreicht die Bergen-Linie eine Höhe von 1222 Metern über dem Meeresspiegel.

Hier herrschen extreme Bedingungen, weshalb der Ort von Polarforschern als Trainingsgelände genutzt wurde. Finse trägt auch den inoffiziellen Beinamen „Miniatur-Arktis“.

Vom Zug aus gelangst du direkt in gleich mehrere Skigebiete: Die Bergen-Bahn hält unter anderem in Geilo, Gol und Voss. Solltest du lieber die Aussicht genießen, dann halte Ausschau nach Polarfüchsen, Rentieren und Schneeeulen, die in dieser schneebedeckten und kargen Landschaft leben.

5. Cascade-Canyon-Winterzug, Colorado

Was für ein Traum: Im Winter in die schneebedeckten Rocky Mountains reisen und Orte entdecken, die mit dem Auto nicht zu erreichen wären. Mit dem Cascade-Canyon-Winterzug in Colorado bucht man nicht einfach nur eine Zugfahrt, sondern gleich ein ganzes Event.

Gute fünf Stunden dauert die Fahrt von der historischen Stadt Durango bis zum Cascade Canyon und zurück. Aus den beheizten Waggons hast du eine spektakuläre Sicht auf die verschneiten Kiefern des San Juan National Forest, glitzernde Wasserfälle, schneebedeckte Klippen und das eiskalte Wasser des Animas Rivers, an dem die Bahnstrecke entlangführt.

Eine Stunde hält der Zug am Cascade Canyon, genug Zeit, um durch das Winterwunderland zu spazieren und sich mit einer kleinen Mahlzeit am Kaminfeuer zu stärken. Der Winterzug verkehrt an ausgewählten Daten zwischen Dezember und Mai.

6. The Canadian, Kanada

Es ist der wohl spektakulärste Zug, mit dem Reisende die zauberhafte Winterwelt von Kanada entdecken können – und zwar auf einer Strecke von fast 4500 Kilometern. Vier Tage dauert die Fahrt von Toronto nach Vancouver mit dem Canadian, der durch fünf kanadische Provinzen fährt und Reisenden die Vielfalt des Landes auf eine besondere Weise zeigt.

Die Skyline-Wagen mit ihren verglasten Dächern ermöglichen eine nahezu uneingeschränkte Sicht auf die Landschaft. Zu Beginn ist sie noch von verschneiten Hügeln und zugefrorenen Seen geprägt, bis sie sich in die steilen und schroffen Felswände der Rocky Mountains verwandelt.

Angeboten werden drei unterschiedliche Kategorien. Die günstigste mit 475 Euro ist die Economy-Klasse. Gut 1000 Euro kostet die Reise in der Sleeper-Plus-Kategorie, in der du nicht auf deinem Sitz, sondern in einem Klappbett übernachtest. Richtig luxuriös wird es in der Prestige-Klasse, die bei 4600 Euro beginnt. Hier erwartet dich ein richtiges Bett, ein Concierge, und alle Speisen und Getränke sind auch im Preis enthalten.

7. California Zephyr, USA

Zugegeben: Bei dem Namen „California“ kommen einem nicht unbedingt als Erstes klirrend kalte Schneelandschaften in den Sinn. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Auf der Strecke von Chicago nach San Francisco wartet im Winter hinter jeder Kurve eine neue verzauberte Winterlandschaft.

Panoramafenster ermöglichen eine uneingeschränkte Sicht aus dem California Zephyr auf die verschneite Landschaft von Chicago bis nach San Francisco.

Gut zwei Tage braucht der California Zephyr für seine Reise durch Nordamerika. Durch die Weite Nebraskas, hinein in das Herz der schneebedeckten Rocky Mountains, vorbei an den vereisten Gewässern von Salt Lake und durch das Winterwunderland der Sierra Nevada bis an die Westküste.

Der Fernzug von Amtrak, der auf seiner Reise sieben US-Bundesstaaten kreuzt, ist mit mehreren doppelstöckigen Personenwagen, Schlafwagen, eigenem Restaurant und einem Panorama-Bistro ausgestattet. Knapp 100 Euro kostet die Fahrt im Großraumabteil, private Abteile beginnen bei 743 Euro.