Die Deutschen sind pünktlich, fleißig und haben keinen Humor. Das sind Eigenschaften, die das Internet über uns Deutsche verbreitet. Von Freundlichkeit steht da selten etwas geschrieben. Diesen Eindruck bestätigt nun eine Umfrage der Sprachlernplattform „Preply“, welche die unfreundlichsten Städte Deutschlands kürt.

Also Achtung bei Städtetrips im eigenen Land, da könntest du häufiger mal auf unfreundliche Menschen stoßen. Vor allem in Essen. Hier leben laut der Umfrage die unhöflichsten Menschen. Kaum zehn Minuten mit dem Zug entfernt, kommt aber auch schon die freundlichste Stadt: Bochum. Das Ranking der unhöflichsten Städte Deutschlands sieht insgesamt wie folgt aus (Skala bis 10 = am unhöflichsten):

  1. Essen (6,47)
  2. Dresden (6,12)
  3. Frankfurt (6,00)
  4. Köln (5,99)
  5. Dortmund (5,93)
  6. München (5,92)
  7. Berlin (5,91)
  8. Stuttgart (5,90)
  9. Bielefeld (5,84)

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Dresden: Schöne Stadt mit unfreundlichen Menschen

Ebenfalls weit unten auf der Höflichkeitsskala sind Dresden und Frankfurt gelandet. Dresden ist zwar laut „Lonely Planet“ das deutsche Top-Reiseziel, das du in diesem Jahr besuchen solltest, aber sehenswert sind wohl eher die Gebäude. Was die Dresdnerinnen und Dresdner hinsichtlich der ewig währenden Stadtrivalität ärgern könnte: In Leipzig sind die Menschen laut Umfrage vergleichsweise freundlich. Im umgekehrten Ranking landet die Stadt auf Platz sieben der höflichsten deutschen Städte.

Dresden ist für seine wunderschöne Altstadt bekannt, allerdings nicht für besonders freundliche Menschen.

Um bewerten zu können, in welchen Städten besonders unfreundliche Menschen leben, wurden bestimmte Eigenschaften bewertet: zu viel aufs Smartphone schauen, Fremde ignorieren oder in der Öffentlichkeit lärmen waren einige darunter.

So unhöflich sind die Essenerinnen und Essener

Essen hat bei wirklich vielen Eigenschaften am schlechtesten abgeschnitten: Hier starren die Leute zu viel auf ihr Smartphone, Autos gewähren weder gern Vorfahrt, noch bremsen sie bei Fußgängerinnen und Fußgängern ab. Außerdem scheinen die Menschen hier besonders gern mit Lautsprecher in der Öffentlichkeit zu telefonieren und schauen sich gern laut Videos auf dem Smartphone an. Die Körpersprache ist verschlossen, der persönliche Freiraum wird missachtet und Trinkgeld wird auch nicht gegeben – so sind sie also, die Essenerinnen und Essener. 

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Essen ist kein gutes Aushängeschild für das Ruhrgebiet, zumindest nicht in Sachen Freundlichkeit.

Einheimische versus Zugezogene

Aber wer ist eigentlich unhöflicher: die Einheimischen oder die Zugezogenen? Auch das sollten die Befragten beantworten. Dabei kam heraus, dass rund 24 Prozent die Zugezogenen als unfreundlicher einschätzen, die Einheimischen nur 19 Prozent. Fast die Hälfte, also knapp 47 Prozent, sind der Meinung, dass es da keine Unterschiede gibt, und 10 Prozent gaben an, es nicht zu wissen.

Besonders unhöfliche Einheimische gibt es laut der Umfrage in Münster, Dresden, Essen, Hamburg und Nürnberg. Zugezogene sind dagegen in Leipzig, Düsseldorf, Hannover, München und Bielefeld unfreundlicher. 

Wer ist spendabler?

Auch das Thema Trinkgeld spielte bei der Untersuchung eine Rolle. Hier sind die Leute in Bremen am großzügigsten und geben fast 10 Prozent Trinkgeld. Besonders schlecht schneidet hier wieder Dresden ab, da legen die Menschen durchschnittlich nur sieben 7 Trinkgeld auf die Rechnung drauf. 

Im Bremen können Servicekräfte auf das meiste Trinkgeld hoffen.

Abschließend können wir aber sagen, dass die Deutschen nicht so unhöflich sind, wie es vielleicht klingt. Denn der Durchschnittswert lag bei allen Städten ziemlich in der Mitte. Unter fünf lag keine Stadt. Also sind die Deutschen zwar nicht wirklich nett, aber auch nicht so richtig unfreundlich, wohl eher ziemlich gleichgültig gegenüber anderen Leuten.

Die Methode: Die Studie wurde zwischen dem 7. und dem 11. November 2022 durchgeführt, 1525 Einwohnerinnen und Einwohner in 20 verschiedenen deutschen Städten wurden befragt. Um teilnehmen zu können, mussten sie seit mindestens zwölf Monaten in der Stadt leben. Eingeschätzt werden mussten zwölf unhöfliche Verhaltensweisen, die beobachtet wurden, daraus wurde dann der Durchschnitt für jede Stadt berechnet.