Die Frage ist eher rhetorisch. „Na, wie gefällt euch der Blick aus meinem Büro“, fragt Sven Lau. Es dauert ein bisschen, bis er die Antwort bekommt, denn die Aussicht ist im wahrsten Sinne atemberaubend. Der Rundumblick hier oben auf dem 3200 Meter hohen Cime de Caron überwältigt, die unzähligen Bergspitzen, deren schneebedeckten Gipfel in der Sonne um die Wette glitzern, bringen selbst alte Skihasen zum Staunen.

Und auch bei Lau, der als Skilehrer in den Trois Vallées von November bis Mai fast täglich unterwegs ist, hat man den Eindruck, dass er sich an diesem einzigartigen Bergpanorama nicht sattsehen kann. Was für ein spektakulärer Ort fürs Homeoffice.

Auf den zahlreichen Pisten von Les Trois Vallées bringt Skilehrer Sven Lau (links) auch Anfängern bei, wie es richtig geht.

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600 Kilometer Pisten und 183 Bahnen und Lifte

Und es ist ja nicht so, dass es hier in den französischen Alpen nicht noch mehr gibt, was beeindruckt. Wenn’s ruhig ein bisschen mehr sein darf, sind Skifans und Wintersportler in den Trois Vallées, den drei Tälern, genau richtig.

Denn die Täler von Courchevel, Méribel und das Vallée des Belleville sind verbunden mit den Orten Saint-Martin-de-Belleville, Les Menuires und Val Thorens – und voilà: Schon hat man das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt. 600 Kilometer Pistenspaß, 183 Bahnen und Lifte, die die Ski- und Snowboardfahrer auf 25 Berge in einer Höhe von bis zu 3.230 Meter bringen – das ist eine gigantische Kulisse für einen Skiurlaub wie aus dem Prospekt.

Jeden Tag eine andere Piste fahren

„Es gibt hier keine Langeweile, du kannst die ganze Woche unterwegs sein, ohne zweimal die gleiche Piste zu fahren“, sagt Lau, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Méribel wohnt. Etwas mehr als eine Woche müsse man schon einplanen, um auch wirklich alles, was geht, abgefahren zu haben, ergänzt der 33-Jährige und sagt lachend: „Aber nur, wenn du schnell fährst.“

Es sei jedoch nicht nur das große Angebot, das den Reiz des Skigebiets ausmacht. „Es gibt hier auch ganz viel Abwechslung. Du kannst in Méribel durch den Wald fahren oder oben in Val Thorens, wo es aussieht wie auf dem Mond.“

Mit der 1800 Meter langen Seilbahn „La Bee“ geht’s vom Berg hinunter ins Dorf.

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Val Thorens: eher funktional

Was ja auch seinen Reiz haben kann. Val Thorens, gelegen auf 2.300 Metern, ist auf dem Reißbrett entstanden und wurde 1971 eröffnet. Auch wenn sich der Ort seit einigen Jahren viel Mühe gibt, zumindest einen Hauch von alpenländischer Gemütlichkeit zu erzeugen, ist es eher die Funktionalität, die in die Augen sticht.

Betonbauten bleiben nun einmal Betonbauten, auch wenn immer mehr der auf Massentourismus angelegten Unterkünfte mit Holz und Stein verkleidet werden.

Skifahren bis vor die Haustür

Angenehm und praktisch ist hingegen, dass die meisten Skiwege erst an den Haustüren der Hotels, Chalets und der aus Platzgründen an den Berg gestapelten Apartments enden. Von November bis Mai dauert die Saison, am vollsten sind die Pisten während der Hauptsaison im Februar. Wer es einrichten kann, sollte in Val Thorens besser im März und April auf die Piste gehen, die Schneeverhältnisse sind aufgrund der Höhe auch dann noch gut.

Auf den Pisten einmal (fast) ganz allein unterwegs zu sein, das geht hier oben auch. Allerdings erst kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Skifahrerinnen und Skifahrer verschwunden sind und Lifte und Gondeln Feierabend haben. Dann haben die Schneemobile freie Fahrt, mit denen man die Abfahrten mal aus einer anderen Perspektive erleben kann. Eine Stunde dauert die Fahrt, spektakuläre Eindrücke und nicht zu wenig Nervenkitzel inklusive. Rasant geht es auf der Piste Le Toboggan zu, sie ist mit sechs Kilometern die längste Rodelbahn Frankreichs.

Mit dem Schneemobil zeigt Guide Mathieu Durand seinen Gästen die Pisten rund um Val Thorens aus einer anderen Sicht.

Méribel: Beliebt bei den Stars

Ruhiger und auch vornehmer ist es in Méribel. Der Wintersportort, in dem in diesem Jahr die Skiweltmeisterschaften stattfinden, besteht zudem aus der Skistation Méribel-Mottaret auf 1.750 Metern Höhe, die der Einstieg auf die Pisten der Trois Vallées ist. Hier bestimmen aus Holz gebaute Chalets das Bild, alles scheint am richtigen Platz zu sein, dichte Wälder mit herrlichen Wanderwegen sorgen für Winterwohlfühlatmosphäre. Und die wissen besonders die zahlreichen wohlhabenden Gäste zu schätzen.

In den Luxushotels und noblen Chalets fühlen sich Stars wie George Clooney, Robbie Williams und Emma Watson wohl. Manche der prominenten Wintersportler wie Michael Schumacher, der im Dezember 2013 im Skigebiet von Méribel schwer verunglückte, haben sich hier ein stilvolles Chalet gekauft, andere kommen mal kurz mit dem Flugzeug auf ein paar Schwünge vorbei. Möglich macht das ein kleiner Airport. Inmitten des Skigebiets wurde eine Start-und-Lande-Bahn für die Besuche des Jetsets gebaut.

Auch Skilehrer Sven Lau war schon mal mit Kurzurlaubern aus Arabien auf den Pisten der Trois Vallées unterwegs. Allzu sehr beeindruckt hat ihn das nicht. „Die müssen genau wie alle anderen den Berg mit Skiern runter. Und wie schön es hier ist, kriegen die so doch gar nicht mit.“

Tipps für deine Reise nach Frankreich

Anreise: Mit dem Flugzeug nach Lyon, Genf oder Grenoble und von dort mit Mietwagen oder Shuttle weiter in die Trois Vallées nach Méribel oder Val Thorens. Mit dem Zug ist das Skigebiet mit TGV-Verbindungen bis Albertville beziehungsweise Moutiers zu erreichen. Von dort verkehren Shuttles in die Ferienorte.

Skifahren: Das Skigebiet Trois Vallées umfasst 600 Pistenkilometer und acht Skigebiete. Ein Tagespass kostet 64,50 Euro, sechs Tage 321 Euro (Stand: Januar 2023).

Die Reise wurde unterstützt von Atout France. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.