Freitag, der 13., gilt hierzulande als Unglückstag. Abergläubische Menschen rechnen damit, dass dann das Unheil über sie und ihre Familie hereinbricht. Auch schwarze Katzen, die den Weg von links kreuzen, gelten in Deutschland als Unglücksomen.

Freitag, der 13.: Ursprung des Unglückstages

Im Volksglauben ist es die Kombination aus der Zahl 13 und dem Wochentag Freitag, die zusammen dafür sorgen, dass Unheil und Unfälle quasi vorprogrammiert sind. Fällt ein Freitag auf den 13. des Monats, haben manche Menschen eine regelrechte Furcht vor diesem Datum. Aber wieso ist das so?

Der Freitag ist ein wichtiger Tag im Christentum, an ihm wurde Jesus gekreuzigt, am Karfreitag wird sein Tod betrauert. Der schlechte Ruf des Freitags hat sich deshalb in christlich geprägten Kulturen teilweise schon seit hunderten von Jahren etabliert.   

Auch der schlechte Ruf der Zahl 13 hängt teilweise mit dem Christentum zusammen – sie folgt direkt auf die Zwölf. Das war die Anzahl der Jünger, die Jesus um sich versammelt hatte.

Außerdem prägt die Zwölf den Alltag der meisten Menschen mehr als ihnen vielleicht bewusst ist. Ein Jahr ist zwölf Monate lang, ein Tag hat zweimal zwölf Stunden und es gibt insgesamt zwölf Sternzeichen. Die 13 bricht mit diesen althergebrachten Konzepten und wird deshalb teilweise als Unglückszahl betrachtet.

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Im Ausland hingegen gilt die Zahl 13 teils sogar als Glückzahl. Doch auch in anderen Ländern ist Aberglaube tief verankert – er äußert sich nur anders. 

1. Türkei: Vorsicht bei Messer und Schere!

In der Türkei solltest du besonders vorsichtig sein, wenn du einer Person ein Messer oder eine Schere überreichst. Legst du deinem Gegenüber die Gegenstände direkt in die Hand, werdet ihr später zu Feinden. Es heißt, Messer und Schere zerschneiden Beziehungen. Deswegen solltest du sie zur Übergabe besser auf einen Tisch legen, damit die andere Person sie von dort nehmen kann. 

Ein Basar in Istanbul – auch in der Türkei ist Aberglaube tief verwurzelt.

Auf türkischen Basaren ist es zudem Brauch, am Morgen einen Geldschein oder eine Münze auf den Boden zu werfen. Alternativ streichen die Händlerinnen und Händler sich das Geld symbolisch über die Wange. So soll Allah gedankt werden. Wer sich dem Brauch widersetzt, muss mit Unheil rechnen. 

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2. Brasilien: Angst vor umgedrehten Flipflops

Wie in der Türkei können Messer auch in Brasilien großes Unglück über eine Person bringen. Fällt ein Messer zu Boden, steht der verantwortlichen Person ein Kampf bevor. Dieser kann dem Aberglaube zufolge nur umgangen werden, indem der potenzielle Unglücksrabe direkt nach dem Vorfall mit dem Messer ein Kreuz auf dem Boden macht. 

Mit Angst reagieren abergläubische Personen im Land auch auf umgedrehte Flipflops. Diese könnten den Tod eines Familienmitglieds oder einer bekannten Person ankündigen. Mildere Konsequenzen zieht es hingegen nach sich, wenn eine Person mit dem Finger in Richtung Sterne zeigt – in diesem Fall könnten lediglich Warzen an den Händen drohen. 

3. Ägypten: Der böse Blick

In Ägypten haben viele Menschen Angst vor dem sogenannten bösen Blick. Dieser soll von neiderfüllten Menschen ausgehen und Pech und Unheil über die Person bringen, auf die der Blick geworfen wird. Deshalb sagen Menschen in Ägypten beim Anblick eines Babys nicht, dass das Neugeborene süß sei, sondern hässlich. Ein Brauch, der für Urlauberinnen und Urlauber aus dem Ausland sehr befremdlich sein dürfte. 

In Ägypten locken pulsierende Metropolen wie Kairo, historische Städte wie Luxor oder Ferienorte wie Hurghada oder die einstige Hauptstadt: Alexandria.

Böses könnte auch den ereilen, der unsanft aus dem Schlaf gerissen wird. Das abrupte Aufwachen könnte dem Aberglauben im Land zufolge die Seele vom Körper trennen. Ein guter Tag hingegen steht allen bevor, die eine Kaffeetasse umkippen – dabei soll es sich um ein gutes Omen handeln. 

4. Japan: Das Problem mit den Zahlen 4 und 9

Wer nach Japan reist, sollte eine Sache unbedingt wissen: Die Zahl 4 wird dort möglichst vermieden. Sie gilt als Unglückszahl, da sie ausgesprochen wie das Wort für Tod klingt. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise in vielen Wohnhäusern keinen vierten Stock. Auf vierteilige Gastgeschenke solltest du in Japan also verzichten!

In Japan steht die Zahl 4 für Pech und Unheil.


Auch die Zahl 9 löst bei vielen Japanerinnen und Japanern ein ungutes Gefühl aus. Phonetisch entspricht die Zahl dem Begriff für Leiden. Die in Deutschland gefürchtete Zahl 13 ist in Japan hingegen eine Glückszahl. 

5. Südkorea: Kein Pfeifen, keine rote Tinte

In Südkorea vermeiden es die Menschen, bei Dunkelheit zu pfeifen. Das Pfeifen könnte, so der Aberglaube, die Aufmerksamkeit böser Geister auf die Person ziehen. 

Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, bei Nacht.


Der Name einer lebenden Person wird in Südkorea zudem nie mit roter Tinte aufgeschrieben. Dies könnte für diese Person den baldigen Tod bedeuten. Die Farbe Rot wird im Buddhismus im Zusammenhang mit Namen nur auf Grabsteinen verwendet. 

6. Vietnam: Außergewöhnliche Schlafrituale

Auch in Vietnam sind viele Menschen abergläubisch. Besonders groß ist hier die Angst vor Geistern. Um in der Nacht nicht mit einem dieser Wesen verwechselt zu werden, ist Abschminken vor dem Zubettgehen oberstes Gebot! Das soll nicht nur die Geister fernhalten, sondern ist auch gut für die Haut. 

Neben dem Abschminken gibt es beim Schlafengehen eine weitere Sache zu beachten. Der Kopf darf nicht in Richtung der Tür liegen! Die Begründung: Tote werden mit dem Kopf zuerst aus dem Zimmer getragen. 

7. Polen: Aberglaube für Fortgeschrittene

In Polen wird Aberglaube besonders intensiv ausgelebt – Reisende aus dem Ausland müssen hier so einiges beachten. Handtaschen beispielsweise sollten hier nicht auf den Boden gestellt werden, dabei könnte Geld verloren gehen. Triffst du einen bärtigen Mann auf der Straße, bringt das Glück. Schwangere und Nonnen auf der Straße zu treffen ist hingegen ein schlechtes Omen. Auch Spinnen am Morgen zu töten bringt Unglück. 

Wer beispielsweise nach Krakau in Polen reist, muss in Sachen Aberglaube einiges beachten.

Und weiter geht’s: Fällt ein Stück Seife auf den Boden, könnte es bald eine Überraschung geben. Verschütteter Zucker bringt Harmonie. Handelt es sich dabei um Salz, droht Streit. Und Schluckauf bedeutet: Es wird gerade gelästert.