Mit 220 Metern Länge, einer Austernbar und ungewöhnlich großen Suiten will die „Orient Express Silenseas“ des französischen Hotelkonzerns Accor ein neues Kapitel im Bereich Luxuskreuzfahrten aufschlagen. Schon in drei Jahren soll das größte Segelschiff der Welt in See stechen, wie das Unternehmen mitteilte.

In der Erklärung heißt es, die „Orient Express Silenseas“ ist eine „Revolution in der Schifffahrtsgeschichte und ein fabelhaftes Projekt, das die Grenzen des Möglichen verschiebt“. Tatsächlich scheint das Schiff der Superlative alles bisher Dagewesene zu übertreffen – zumindest, wenn es um die Größe geht: Nach ihrer Fertigstellung soll sie das aktuell größte Segelschiff der Welt, die „Sailing Yacht A“ des russischen Oligarchen Andrei Melnitschenko, um satte 77 Meter überragen.

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Luxusjacht bietet Platz für 120 Gäste

Die Größe des Schiffes wird von Accor allerdings nicht für mehr Masse genutzt – lediglich 120 Passagierinnen und Passagiere soll die „Orient Express Silenseas“ laut dem Nachrichtenunternehmen „Bloomberg“ beherbergen. Die Größe der Superjacht wird vielmehr in Komfort und Luxus gesteckt: Zwei Pools, zwei Restaurants, ein Amphitheater und ein privates Aufnahmestudio werden an Bord untergebracht.

Zudem sollen die 54 Suiten eine durchschnittliche Größe von 70 Quadratmetern haben. Wer das schon für außergewöhnlich komfortabel hält, sollte einen Blick auf die „Presidential Suite“ werfen: Sie bietet Platz auf 1415 Quadratmetern, inklusive einer 530 Quadratmeter großen Terrasse. Für die luxuriöse Inneneinrichtung der „Orient Express Silenseas“ sorgt der französische Architekt Maxime d’Angeac, der auch den restaurierten Orient-Express-Zug und das Orient-Express-Hotel in Rom ausstattet.

Die „Orient Express Silenseas“ wird auf dem Mittelmeer und in der Karibik unterwegs sein.

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Inwieweit sich die Superjacht ansonsten mit den ikonischen Orient-Express-Zügen, die Gegenstand mehrerer Filme und Bücher sind, in Verbindung bringen lässt, lässt das Unternehmen offen. Nur so viel: „Dieses außergewöhnliche Segelboot, dessen Wurzeln in der Geschichte des Orient Express verwurzelt sind, wird unvergleichlichen Service und Räume mit raffiniertem Design bieten, die an das goldene Zeitalter der legendären Kreuzfahrten erinnern.“

Größtes Segelschiff setzt auf Windkraft

Mit Romantik und Nostalgie hat das Luxusschiff äußerlich jedenfalls nicht viel gemein: Anstelle von verschlissenen Segeln aus Tuch sollen drei starre Segel an den 100 Meter hohen Masten für Antrieb sorgen. Bei den richtigen Wetterbedingungen solle dies ausreichen, heißt es in der Mitteilung.

Um aber auch bei Flaute den nächsten Hafen erreichen zu können, wird die „Orient Express Silenseas“ zusätzlich mit einem Motor ausgestattet, der mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden soll. Sobald es die Gesetzgebung ermöglicht, kann das Schiff auch mit grünem Wasserstoff betrieben werden.

Zweites Schiff ist bereits in Planung

Angaben zu den Kosten der neuen Superjacht macht Accor nicht. Mit Blick auf andere Luxusschiffe lässt sich die Summe allerdings erahnen. Zum Vergleich: Die 127 Meter lange Luxusjacht „Y721“ von Amazon-Gründer Jeff Bezos wird auf 480 Millionen Euro geschätzt, die in Hamburg beschlagnahmte Jacht „Dilbar“ des russischen Oligarchen Alisher Usmanov sogar auf mehr als 500 Millionen Euro.

Für die Werft Chantiers de l’Atlantique dürfte es definitiv ein lohnenswerter Auftrag sein. Zumal es nicht bei dem einen Luxusschiff bleiben soll: Ein zweites wurde bereits bestellt. Wie „Bloomberg“ berichtet, soll es im ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden.

Tickets für die Mittelmeer- und Karibikrouten soll es ab 2024 geben.