Mit unserem kleinen weinroten Büchlein voller Stempel und Daten über uns genießen wir eine große Reisefreiheit. Der deutsche Reisepass ermöglicht es uns, viele Länder zu bereisen, ohne extra ein Visum beantragen zu müssen. Die Kanzlei Henley & Partner stellt in einem Index die mächtigsten Reisepässe der Welt vor.

Auf Platz eins landet Japan, und das schon zum fünften Mal infolge. Japanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger können mit ihrem Pass 193 von insgesamt 227 Reisezielen auf der ganzen Welt ohne Visum besuchen. Auf Platz zwei folgen Singapur und Südkorea mit 192 visafreien Ländern. Den dritten Platz teilt sich Deutschland mit Spanien. Beide kommen auf 190 Länder, die visumfrei bereist werden können. 

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Großbritannien und USA teilten sich früher den ersten Platz

Dahinter reihen sich Großbritannien mit 187 Ländern und die USA mit 186 ein. Beide hatten 2014 noch den Spitzenplatz inne. Die großen Verlierer des Index sind gleichzeitig die Länder, in denen besorgniserregende Zustände herrschen – und das teilweise schon seit vielen Jahren.

Der japanische Reisepass ist derzeit der mächtigste der Welt.

Auf dem letzten Platz befindet sich Afghanistan. Menschen mit afghanischer Staatsbürgerschaft dürfen gerade mal 27 Länder ohne Visum bereisen, irakische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger 29 Länder, für Syrier und Syrierinnen sind es 30 Länder. Zwischen Afghanistan und Japan klafft damit eine Lücke von 166 Ländern, was laut Henley & Partner die größte in der 18-jährigen Geschichte des Index ist. 

Dieser Index ist nicht der einzige seiner Art, auch das Unternehmen Arton Capital rankt jährlich die Reisepässe und kommt teilweise zu anderen Ergebnissen. Hier liegen beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate auf dem ersten Platz, gefolgt von Deutschland, was sich den zweiten Platz mit zehn weiteren Ländern teilt, unter anderem mit Schweden und Südkorea.

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Den unterschiedlichen Zahlen liegen unterschiedlichen Quellen zugrunde. Henley & Partner nutzen die Daten der International Air Transport Association (IATA), während sich Arton Capital auf die offiziellen Angaben der 199 UN-Mitgliedsstaaten beruft. 

Vereinigte Arabische Emirate am schnellsten nach oben geklettert

Insgesamt gibt es weltweit 199 Reisepässe und laut der Kanzlei Henley & Partner befindet sich das aktuelle Reiseverhalten zu 75 Prozent wieder auf dem Niveau, das es vor der Corona-Pandemie hatte. Und einige Länder sind in den letzten Jahren ganz schön schnell nach vorn geprescht.

Allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate. Konnten die Staatsbürgerinnen und Staatsbürger 2012 lediglich 72 Länder ohne Visum bereisen, sind es heute ganze 178. Größter Absteiger dagegen ist Gambia. Das Land ist um 14 Plätze auf dem Index nach unten geklettert und hat nun nur noch 69 Länder auf der visafreien Liste. 

Bei den meisten Ländern, die sich im Index verschlechtern, herrschen Wirtschaftskrisen oder andere Konflikte wie im Jemen, in Syrien, in Sierra Leone oder in Mali. 

Krieg in der Ukraine hat kaum Auswirkungen auf Index

Die Analystinnen und Analysten der Kanzlei rechnen damit, dass Kuwait und Katar noch 2023 ein Abkommen mit der EU über Visafreiheit unterzeichnen werden. Das würde ihnen auf einen Schlag 27 visafreie Reiseziele bescheren. Außerdem prognostizieren sie, dass die Pässe der Golfstaaten mächtiger werden, Asien dennoch weiterhin den Index anführen wird. 

Der Krieg in der Ukraine hat dagegen laut Henley & Partner bisher keinen nennenswerten Einfluss auf den Index. Russland habe 118 Länder auf der visafreien Liste, die Ukraine 144. Das Land gilt als einer der größten Aufsteiger auf dem Index in den vergangenen zehn Jahren. Wird der EU-Eintritt Realität, könnte der ukrainische Pass bald zu den zehn mächtigsten der Welt gehören.