Sie sind spektakulär anzuschauen, eines der größten Geheimnisse der Erde und zeitgleich auch echt Furcht einflößend: aktive Vulkane. Derzeit rumort es wieder in einigen Kratern, die vorher recht ruhig waren. Und irgendwie locken sie auch die Abenteuerlust in einem hervor. Wir sagen dir, welche aktiven Vulkane du gefahrlos besuchen kannst. 

Mauna Loa auf Hawaii

Nach fast 40 Jahren der Ruhe war es in Hawaii wieder so weit: Auf Big Island spuckte der Vulkan Mauna Loa Ende November wieder Lava. Vom Meeresgrund bis zur Spitze betrachtet, ist Mauna Loa mit rund 9200 Metern höher als der Mount Everest. Allein die knapp 4200 Meter über dem Wasser sind aber auch schon beeindruckend, keine Frage.

Der Vulkan Mauna Loa auf Hawaii ist erst im Dezember wieder ausgebrochen.

Der Mauna Loa gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt und ist einer von insgesamt fünf allein auf Hawaii. Der letzte Ausbruch geschah 1984, dabei reichte ein 25 Kilometer langer Lavastrom bis an die Stadt Hilo heran. Wie „Spiegel Online“ berichtet, bestehe bei dem aktuellen Ausbruch jedoch keine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner.

Der Name des Vulkans lässt sich mit „langer Berg“ übersetzen und dementsprechend hat es eine Besichtigung auch in sich. Sofern keine Gefahr besteht, kannst du dich in die Nähe des Vulkans wagen, online lassen sich aktuell verschiedene Touren buchen. Da der Mauna Loa engmaschig überwacht wird, ist eh kein Durchkommen mehr, sollte es gefährlich werden. 

Der Weg führt zum Gipfel des Mauna Loa auf Hawaii.

Der Berg ist touristisch weniger erschlossen als sein Kollege Mauna Kea und es bedarf guter Vorbereitung. Zum Vulkan hin gibt es zwei Zufahrtsstraßen und bis zum Mauna Loa Lookout ist es etwa eine Stunde Fahrzeit. Hier kannst du schon einen Blick erhaschen. Ein Aufstieg bis zum Gipfel wird nur erfahrenen Bergsteigerinnen und Bergsteigern empfohlen. Du kannst aber auch Flüge über und nah am Vulkan vorbei buchen, sofern es die aktuellen Gegebenheiten zulassen. 

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Lascar in Chile

Auch in Chile geht es derzeit heiß her, genauer am Vulkan Lascar. Wie das Online-Portal „Latina Press“ berichtet, ist er am 10. Dezember 2022 das letzte Mal ausgebrochen. Lascar liegt rund 70 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt, einer beliebten Wanderregionen im Norden des Landes. 

Derzeit kannst du das Spektakel nur aus sicherer Entfernung beobachten, denn die Behörden haben eine Sperrzone im Umkreis von fünf Kilometern errichten lassen, da es sonst zu gefährlich wäre. Sonst sind Aufstiege grundsätzlich möglich und dauern durchschnittlich zwölf Stunden. 

Der Vulkan Lascar in Chile ist im Dezember das letzte Mal ausgebrochen.

Anbieter solcher Touren werben mit einer atemberaubenden Wüstenflora und -fauna, aber auch mit dem für aktive Vulkane typischen Schwefelgeruch. Insgesamt ist der Lascar 5590 Meter hoch. 

Fuego in Guatemala

Guatemala ist bekannt dafür, dass hier immer wieder Vulkane aktiv sind. So auch der Vulkan Fuego. Er befindet sich rund 30 Kilometer von Guatemala-Stadt entfernt und zählt zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. In den letzten 500 Jahren ist er mehr als 60-mal ausgebrochen – kleinere Mini-Ausbrüche gibt es sogar mehrmals täglich zu sehen.

1974 ereignete sich die wohl stärkste Eruption der jüngeren Vergangenheit. Der Vulkan katapultierte dabei Asche bis rauf in die Stratosphäre. Die regelmäßigen Ausbrüche lassen sich am besten und am sichersten vom inaktiven Nachbarvulkan Acatenango aus beobachten. 

Um den aktiven Vulkan Fuego in Guatemala sehen zu können, musst du den benachbarten Berg erklimmen.

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Von hier aus ist es meist ungefährlich, du solltest jedoch stets den Wetterbericht im Blick haben. Steht der Wind ungünstig, können Gas-Asche-Wolken rüberwehen und es wäre alles andere als gesund, dahinein zu geraten. Der Aufstieg zum Nachbargipfel dauert etwa fünf Stunden.

Da es immer wieder zu Überfällen auf Touristinnen und Touristen kommt, wird dazu geraten, nur in Gruppen mit erfahrenen Guides unterwegs zu sein. Die Gegend ist mittlerweile auch touristisch gut erschlossen und unterhalb des Gipfels wurden Terrassen errichtet, auf denen du zelten kannst. Eine Tour mit Übernachtung gibt es schon für umgerechnet 40 Euro.

Ätna auf Sizilien

Er ist der größte und berühmteste aktive Vulkan Europas: der Ätna auf der italienischen Insel Sizilien. Der mächtige Berg befindet sich im Nordosten der Insel zwischen Catania und Messina. Der letzte Ausbruch fand im Dezember 2018 statt. Rings um den Vulkan gibt es einen sogenannten Vulkanpark, in dem du die von Lava und Asche geprägte Landschaft erkunden kannst.

Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan – und die beliebteste Attraktion auf Sizilien.

Die Lava hat den Boden hier sehr fruchtbar gemacht, es wachsen Zitronen, Orangen und Wein am Fuße des Vulkans. Die Anwohnerinnen und Anwohner haben dennoch ein gespaltenes Verhältnis zum Ätna, immerhin kann ein großer Ausbruch ihnen alles nehmen.

Du kannst den Berg zu Fuß und mit einer Seilbahn erklimmen, bis zum Gipfel solltest du jedoch nicht ohne Bergführerin oder Bergführer gehen.

Anak Krakatau in Indonesien

Der Anak Krakatau steckt noch in den Kinderschuhen: Denn eigentlich war der Krakatau einmal der spektakulärste Vulkan Indonesiens. Während eines großen Ausbruchs 1883 allerdings stürzte ein Großteil davon ins Meer. Daraus erwachsen ist der Anak Krakatau, der erst im Februar 2022 wieder Asche spuckte. 

Der Anak Krakatau Vulkan in Indonesien ist das Kind eines größeren Vulkans, der bei seinem letzten Ausbruch fast komplett im Meer versunken ist.

Wenn du den Vulkan besuchen möchtest, empfiehlt sich eine kleine Rundreise. Zunächst geht es von Jakarta zur Westküste Javas und von dort mit dem Boot rüber zur Krakatau-Familie. Der Anak ist seit 2009 ständig aktiv, die Chancen stehen also gut, ein paar Rauchsäulen zu sehen. 

Sakurajima in Japan

Wusstest du, dass Japan das Land mit der vierthöchsten Dichte an Vulkanen ist? Einer von ihnen ist der Sakurajima. Er ist ständig aktiv und bricht manchmal sogar mehrmals am Tag aus. Nur gut vier Kilometer entfernt liegt die Stadt Kagoshima. Hier gehören die Ausbrüche zum Alltag, ebenso Schutzbrillen und Masken. 

Der letzte richtig große Ausbruch ist allerdings schon ein Weilchen her und ereignete sich 1914. Zugegeben, für die Zeitrechnung der Vulkane war das eher vor einer halben Stunde als vor einer Weile. 

Der aktive Vulkan Sakurajime in Japan ist per Boot erreichbar.

Der Sakurajima ist Teil des Kirishima-Kukowan-Nationalparks, und den kannst du besuchen. Spaziergänge durch die Lavafelder sind ebenso möglich wie eine Erkundungstour mit dem Fahrrad. Am einfachsten gelangst du mit der Fähre nach Sakurajima, die Überfahrt dauert nur rund 20 Minuten. 

Das Yunohira-Observatorium ist der perfekte Aussichtspunkt. Von hier aus kannst du zum Krater blicken und mit etwas Glück sogar live mit ansehen, wenn der Sakurakjima die nächste Aschewolke gen Himmel spuckt. 

2 neue Vulkane auf Island

Island ist wohl der erste Ort der Welt, der dir in den Sinn kommt, wenn du an Vulkane denkst. Kein Wunder: Das „Aschemonster“ hat die größte Vulkaninsel der Welt 2010 berühmt gemacht. Der Vulkan mit dem Namen, der einem schnell und unproblematisch über die Lippen kommt – und jetzt alle gemeinsam: Eyja-fjalla-jökull –, sorgte damals für ein riesiges Flugchaos. 

2010 wurde er als „Aschemonster“ weltberühmt: der Vulkan Eyjafjallajökull im Süden Islands.

Und weil Island mit Katla, Hekla und weiteren Vulkanen noch nicht genug hat, dachte sich die Insel, sie braucht noch zwei weitere. Namen haben sie noch keine, sind aber trotzdem echte Sehenswürdigkeiten. Der erste brach 2021 auf der Halbinsel Reykjanes im Tal Geldingardalur, etwa eine Autostunde westlich von Reykjavik, durch die Erde. 

An den neu entstandenen Vulkanen am Fagradalsfjall in Island können Wanderer erstarrte Lavafelder bestaunen.

Tausende machten sich damals auf den Weg, um das Spektakel aus der Nähe zu bestaunen. Der Andrang war so groß, dass die Polizei schnell aufgab, den Weg zu sperren. 2022 kam ganz in der Nähe noch ein zweiter Krater dazu. Derzeit führen vier verschiedene Wanderwege zu den schwarzen Lavafeldern. Die rund zehn Kilometer und der steinige Weg sollten nicht unterschätzt werden. 

Piton de la Fournaise auf La Réunion

Auf der Insel La Réunion, die zwar zu Frankreich gehört, aber östlich von Madagaskar liegt, gibt es ebenfalls einen aktiven Vulkan. Der Piton de la Fournaise gehört ebenfalls zu den aktivsten Vulkanen der Welt und ist gleichzeitig einer der meistbesuchten Orte der Insel.

Der Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion.

Seit 2010 ist der Vulkan außerdem Unesco-Welterbe. Beim letzten Ausbruch 2007 ist ein großer Krater eingebrochen, das Gebiet befindet sich also in ständigem Wandel. Trotzdem kannst du den Piton de la Fournaise aus der Nähe betrachten, die Anreise ist mit dem Auto oder dem Bus möglich. Angeboten werden unterschiedliche Trekkingtouren.