Es ist Januar, doch in vielen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zeigt das Thermometer zweistellige Plusgrade an – keine guten Voraussetzungen für einen Skiurlaub. Den Gebieten fehlt schlichtweg der Schnee, auch künstlicher kann die Nachfrage aktuell nicht decken. Die Folge: Zahlreiche Skilifte und Abfahrthänge müssen geschlossen bleiben.

Welche Skigebiete sind betroffen?

Die meisten betroffenen Skigebieten befinden sich auf unter 1500 Höhenmetern. In Deutschland sind laut dem Portal „Skiresort“ aktuell nur 31 Skigebiete geöffnet, 160 dagegen geschlossen. So kannst du unter anderem auf dem Fichtelberg in Oberwiesenthal nicht fahren, auch das Skigebiet am Feldberg nahe Freiburg ist geschlossen. 

In Österreich sieht es noch etwas besser aus, hier sind derzeit nur 36 Skigebiete geschlossen, dagegen 174 geöffnet. In der Schweiz kannst du noch in 74 Regionen Ski fahren, in 15 geht derzeit nichts. Dazu gehört auch Splügen-Tambo im Kanton Graubünden.

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Das Skigebiet ist seit dem 2. Januar geschlossen, heißt es auf der Internetseite. Die Gründe sind fehlender Schnee, viel Regen und hohe Temperaturen. Das viele Wasser sei auch der Grund, warum die Pisten nicht präpariert werden können, da der Schnee über Nacht nicht gefriert, teilen die Verantwortlichen mit.

Rückerstattung der Skipässe und Skischulstunden

Splügen-Tambo bietet die Rückerstattung bereits bezahlter Skischulstunden an, auch Besucherinnen und Besucher, die bereits eine Mehrtageskarte gelöst haben, können sich melden und bekommen dann das Geld für die nicht genutzten Tage zurückgezahlt. Saisonkarten dagegen werden nicht zurückgenommen, weil mit einer Wiedereröffnung gerechnet wird.

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Das ist aber nicht die Regel. Wenn ein Skigebiet wegen Extremwetter schließen muss, bleiben Reisende oftmals auf den Kosten für den Skipass sitzen. Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter meist in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Ein Beispiel aus den allgemeinen Tarifbestimmungen von Ski Amadé in Österreich: „Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung.“

Welche Rechte haben Reisende?

Und was ist, wenn ich meinen Skiurlaub als Pauschalreise gebucht habe und es nun keine weißen Pisten gibt? „Fehlender Schnee gilt nicht als Reisemangel, sondern als allgemeines Lebensrisiko“, sagt Rechtsanwalt Ulrich Kreutzmüller von der Kanzlei Schumacher & Partner in Düsseldorf. Witterungsbedingte Mängel führten nicht zu einer Erstattungs- und Schadensersatzpflicht des Reiseanbieters. Schließlich bekomme man sein Geld für einen Strandurlaub auf Sylt auch nicht erstattet, wenn es regnet. 

Es gibt aber auch Hoffnung für Betroffene: „Eine Ausnahme kann dann bestehen, wenn der Reiseveranstalter eine feste Zusicherung gemacht hat, also dem Reisenden Schnee versprochen hat“, sagt Kreutzmüller. Diese Zusicherung sollte der oder die Reisende nachweisen können. Sind sie lediglich im Gespräch gemacht worden, könnte es schwierig werden.

Der akute Schneemangel führt aktuell zu leeren Sesselliften in den Skigebieten.

Auch falsche Angaben zum Urlaubsort könnten Erstattungen ermöglichen, beispielsweise wenn der Veranstalter oder die Veranstalterin den Zielort in 1500 Metern Höhe anpreist, er aber eigentlich nur auf 1000 Metern Höhe liegt. Denn mit jedem Meter sinkt die Schneesicherheit. „Dann hat man Aussicht auf die Durchsetzung eines Minderungsanspruchs“, sagt Rechtanwalt Kreutzmüller.

Kaum Hoffnung auf Erstattung der Unterkunft

Die Hoffnungsschimmer sind aber nur dann sichtbar, wenn du eine Pauschalreise gebucht hast. Sind Unterkunft, Anreise und Skipass getrennt gebucht worden, kannst du lediglich Ansprüche aus dem Mietrecht geltend machen, sollte etwas mit der Unterkunft nicht stimmen, so Ulrich Kreutzmüller.

Bei Schneemangel bleibt die Zimmerbuchung also grundsätzlich bestehen, denn der Anbieter erbringt seine Leistung auf Unterbringung.

Tipp: Vorausschauend planen und früh reagieren

Der Rechtsanwalt empfiehlt: Auch wenn die Aussichten auf Erfolg gering sind, sollten Reisende bei Schneemangel oder anderen Reisemängeln, die sie belasten, diese dem Reiseveranstalter direkt melden, eine Mängelanzeige anfertigen und eine Frist zur Beseitigung des Mangels stellen – was bei Schnee natürlich schwierig werden kann. Auch Fotobeweise können später hilfreich sein.

Zum Schluss hat der Experte für Reiserecht noch einen Tipp für den derzeitigen Schneemangel: „Reisende sollten vorausschauend planen, zeitig reagieren und sich kurzfristige Stornierungsmöglichkeiten zusichern lassen.“ Dann könne jeder auch schnell nach Alternativen suchen.