Bettensteuer, Kurtaxe, Touristengebühr – die Begriffe variieren von Urlaubsgebiet zu Urlaubsgebiet. Gemein ist ihnen, dass sie eine Sonderabgabe an die Region sind, die oft schon bei Hotelbuchungen oder Flugtickets automatisch hinzugerechnet wird. Doch in welchen Urlaubsländern wird eine zusätzliche Gebühr erhoben und wie teuer wird es?

Hintergrund für Touristengebühren ist in vielen Ländern oftmals der Overtourism. Gerade jetzt, wo die Zahl der Reisenden sich wieder an die Vor-Pandemie-Zeit annähert, fürchten einige Regionen mit der Rückkehr zur Normalität auch die Rückkehr des Massentourismus. Hier ein Überblick, wo du für deinen Urlaub mit zusätzlichen Kosten rechnen musst.

Valencia

Ab Ende 2023 sollen Urlauberinnen und Urlauber in Valencia zwischen 50 Cent und 2 Euro pro Nacht bezahlen. Erhoben wird die Steuer sowohl für Übernachtungen in Hotels wie auch in Hostels, Apartments und auf Campingplätzen.

Aktuelle Deals

In der Region Valencia, zu der auch die Costa Blanca gehört, soll ab 2024 eine Touristensteuer eingeführt werden.

Wie die „Costa Blanca Nachrichten“ berichten, soll es aber jeder Gemeinde in der Region Valencia selbst überlassen sein, ob sie die Touristensteuer erhebt oder nicht.

Verwendet werden sollen die zusätzlichen Einnahmen für eine nachhaltige Entwicklung des Tourismussektors und die Subventionierung von erschwinglichem Wohnraum für Einheimische in Touristen-Hotspots.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Thailand

Die geplante Touristensteuer für Thailand wurde bereits zweimal verschoben, laut Berichten soll sie nun voraussichtlich zum Juni 2023 kommen: 300 Baht (etwa 8 Euro) werden dann auf den Preis des Flugtickets draufgeschlagen.

Die Touristensteuer in Thailand soll unter anderem dafür genutzt werden, Sehenswürdigkeiten zu erhalten.

Mit der Gebühr sollen Sehenswürdigkeiten erhalten und weiterentwickelt werden, aber auch Unfallversicherungen für Ausländerinnen und Ausländer, die die Kosten nicht selber tragen können, finanziert werden.

Start der Gebühr war eigentlich zum 1. Januar 2022 geplant, wurde dann auf April und nun auf 2023 verschoben. Hintergrund ist, dass sich der Tourismus von der Corona-Pandemie erholen sollte, wie die thailändische Tourismusbehörde mitteilte.

Venedig

Angekündigt ist die Touristensteuer für Tagesgäste in Venedig seit 2019 – doch der Termin wurde immer wieder verschoben. Zuletzt wurde der 16. Januar 2023 für die Einführung des Eintrittsgeldes genannt, doch das Startdatum wird erneut um mindestens ein halbes Jahr verschoben, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland

Mehrfach verschoben soll die Touristensteuer für Venedig 2023 kommen.

Laut der italienische Tageszeitung „La Stampa“ soll die Eintrittsgebühr, die bereits vor dem Besuch der Stadt entrichtet werden muss, in der Nebensaison 3 Euro und in der Hauptsaison 10 Euro betragen. Mithilfe einer App sollen die Besucherinnen und Besucher die Gebühr unkompliziert entrichten können. Wer die Steuer nicht zahlt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 450 Euro rechnen.

Die Gebühr richtet sich ausschließlich an Tagestouristinnen und Tagestouristen. Reisende mit Übernachtung müssen kein Eintrittsgeld zahlen, da sie bereits eine Bettensteuer zwischen einem und 5 Euro pro Nacht bezahlen.

Hier zahlen Touristen schon länger

Ob um Sehenswürdigkeiten zu erhalten, natürliche Ressourcen zu schützen oder den Overtourism zu verhindern: Mehr als 160 Reiseziele erheben laut dem Berufsverband der Reiseveranstalter Etoa bereits eine Touristensteuer. Hier eine Liste der Länder, in denen schon länger eine Kurtaxe erhoben wird:

  • Die Kurtaxe dürfen in Deutschland nur staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte verlangen. Kassiert wird an der Nord- und Ostsee sowie in Bayern, im Erzgebirge und im Harz. Eine Kulturförderabgabe, besser bekannt als Bettensteuer, wird in Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt erhoben. Sie beträgt rund 5 Prozent des Nettoübernachtungspreises.
  • In Österreich zahlen Reisende eine Nächtigungsabgabe, die je nach Bundesland variiert. In Wien oder Salzburg beträgt sie etwa 3 Prozent der Hotelrechnung.
  • In Spanien wird eine nachhaltige Touristensteuer auf den Balearen erhoben. Je nach der Art der Unterkunft und Saison fallen unterschiedliche Gebühren an. Für einen Aufenthalt im Luxushotel in der Hauptsaison werden 4 Euro Bettensteuer pro Person und Nacht berechnet, in der Nebensaison nur ein Euro. Bei Übernachtungen in Ferienhäusern und Fincas werden in der Hauptsaison 2 Euro fällig, in der Nebensaison 50 Cent.
  • In den Niederlanden entscheiden die Gemeinden, ob sie eine Touristensteuer erheben oder nicht. Unterschieden wird dort zwischen einer Landkurtaxe und einer Wasserkurtaxe. In Amsterdam sind das 7 Prozent der Kosten für ein Hotelzimmer ohne Frühstück plus 3 Euro pro Person pro Nacht.
  • Zwischen 90 Cent und 7 Euro: Bei der Höhe der Kurtaxe gibt es in der Schweiz große Unterschiede. Bei einem Trip nach Montreux oder Saas-Fee werden 7 Euro pro Person pro Nacht berechnet, in Zug sind es nur 90 Cent. Die Kosten sind in der Regel nicht im Hotelpreis enthalten, sondern werden extra berechnet.
  • Seit 2019 zahlen Urlauberinnen und Urlauber in Kroatien etwa 1,33 Euro pro Person und Nacht, allerdings nur während der Hauptsaison. 
  • Die „taxe de séjour“ wird in Frankreich zur Hotelrechnung hinzugefügt, die je nach Stadt variiert. Die Preise reichen von 20 Cent bis etwa 4 Euro pro Person und Nacht. In Paris und Lyon wird das Geld in die touristische Infrastruktur investiert.
  • Je nach Region ist auch in Italien eine Touristensteuer zu zahlen. Dabei bestimmt jede Gemeinde selbst, wie hoch diese ausfällt, sie darf jedoch 5 Euro pro Person pro Nacht nicht übersteigen.
  •  Die Touristensteuer in Griechenland ist abhängig von der Anzahl der Hotelsterne und der Anzahl der gemieteten Zimmer. Sie kann bis zu 4 Euro pro Zimmer betragen und wurde erhoben, um die Schulden des Landes abzubauen.
  • In Portugal müssen Gäste ab 13 Jahren eine Kurtaxe von 2 Euro pro Nacht und Person entrichten. Allerdings wird sie nur an den ersten sieben Tagen des Aufenthalts fällig. 
  • In Tschechien wird ausschließlich in Prag eine Touristensteuer verlangt. Sie liegt bei unter einem Euro pro Person und Nacht. Kinder zahlen nichts.
  • In Belgien ist die Kurtaxe in der Regel im Zimmerpreis enthalten. Die Gebühren variieren je nach Standard und Größe des Hotels. Im Allgemeinen fallen etwa 7,50 Euro an.
  • Bis zu 1,50 Euro werden abhängig von der Region und der Unterkunft in Bulgarien fällig.

Auch in der Slowakei, Ungarn, Malta, Tschechien, Slowenien, Polen und der Türkei müssen Reisende eine Touristensteuer zahlen. Ebenso wie in Teilen der USA, in Japan, Malaysia, Neuseeland und auf zahlreichen karibischen Inseln wie Aruba, Bahamas, Barbados, Jamaika und der Dominikanischen Republik.