„Sollte ein elektronisches Gerät heiß werden oder zu rauchen anfangen, melden Sie dies umgehend dem Flugpersonal“ – die Sicherheitswarnung gehört bei den meisten Airlines zu den Standarddurchsagen vor dem Start. Und das hat durchaus seine Berechtigung: Eingeschaltete Geräte können zum Sicherheitsrisiko werden.

Am zweiten Weihnachtstag 2023 musste eine Lufthansa-Maschine sogar außerplanmäßig auf dem O’Hare International Airport in Chicago zwischenlanden. Die Boeing 747 war auf dem Weg von Los Angeles nach Frankfurt, als ein Laptop an Bord Feuer fing, wie die Fluggesellschaft mitteilte.

Flugbegleiter erleiden Rauchvergiftung

Die Zwischenlandung in Chicago sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, nachdem ein überhitzter Laptop eines Passagiers einen Schwelbrand in der Kabine verursacht hatte, so die Lufthansa in einer Stellungnahme.

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Bei dem Vorfall atmeten zwei Flugbegleiter Rauch ein. „Sie wurden vor Ort wegen einer Rauchvergiftung behandelt“, so das Unternehmen. Die Passagiere seien unverletzt geblieben.

Doch wie löscht man in mehreren Kilometern Höhe eigentlich ein Feuer?

Was bei einem Brand an Bord zu tun ist, lernen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in eigenen Schulungen. In Frankfurt steht dafür der „Real Fire Fighter“ – eine Simulationsmaschine, mit der für den Ernstfall geübt wird.

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Wie Lufthansa gegenüber dem reisereporter mitteilt, bekomme jeder Kabinenmitarbeiter und jede Kabinenmitarbeiterin regelmäßig ein Notfalltraining, zu dem auch Feuerlöschübungen gehören. Möglichst realitätsnah werden dann die einzelnen Schritte bei einem Feuer an Bord geübt. „Es gibt einen genauen Ablauf, an den sie sich halten müssen“, so eine Sprecherin. 

Neben Feuerlöschern stehen der Crew zur Brandbekämpfung auch spezielle hitzebeständige Sicherheitstaschen, sogenannte Containment Bags, mit dazugehörigem Handschuh zur Verfügung. Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen können darin gelöschte oder stark erhitzte Akkus zwischenlagern.

Fluggäste sollen heiße Akkus melden

Darüber hinaus sei es wichtig, dass sich auch die Fluggäste mit den geltenden Gepäck- sowie Sicherheitsvorkehrungen an Bord vertraut machen und sich an die Sicherheitshinweise halten, so eine Condor-Sprecherin. Dazu gehöre ein konsequentes Rauchverbot und auch die Aufforderung, das Bordpersonal über ungewöhnliche Vorkommnisse oder heiß gewordene Geräte oder Akkus zu informieren.

Ob und wie ein Weiterflug möglich ist, liege im Ermessen des Piloten. Im Falle des Feuers auf dem Lufthansa-Flug nach Frankfurt entschied sich der Pilot zu einer Sicherheitslandung.

Auf flightradar24 ist zu sehen, wie der Pilot vor Chicago noch zwei Schleifen dreht, bevor er am Flughafen O’Hare landen kann. Aber: „Die Sicherheit von Fluggästen und Besatzung hat zu jeder Zeit oberste Priorität“, so die Lufthansa.