Schniefende Nasen, gerötete Augen, hustende Menschen: Wer derzeit verreist, sieht allerlei andere Reisende, die diverse Krankheitserreger in sich tragen. Und das sind nur die offensichtlichen, denn auch an Sitzen, Gurten, Klapptischen und Griffen haften unsichtbar Bakterien und Viren. 

In diesem Jahr ist der Krankenstand zum Jahresende enorm hoch. Mit Covid-19, Grippe und RS-Viren treffen gleich drei Krankheitswellen aufeinander. Niemanden zu kennen, der derzeit an einer der drei erkrankt ist, ist kaum mehr möglich.

Wer nicht Gefahr laufen möchte, sich anzustecken, muss gut aufpassen. Doch ein paar Tricks können dabei helfen, hat nun ein Mediziner dem Magazin „Travel and Leisure“ verraten. Zwar kann das Risiko, vor allem an vollen Bahnhöfen und Flughäfen, nicht ganz ausgeschlossen werden, sich irgendwo etwas einzufangen – aber minimieren lässt es sich allemal. 

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Impfungen und Mund-Nasen-Maske helfen gegen Infektionen

Für Chris McStay, Notfallmediziner am New York Presbyterian/Columbia University Irving Medical Center in den USA, haben Impfungen die höchste Priorität. Sowohl für die gesamte Gesellschaft als auch für jedes Individuum hätten Impfungen gegen Covid-19 und Influenza eine große Wirkung. 

Doch auch wenn Impfungen einen bestimmten Schutz bieten, reichen sie nicht als einzige Vorkehrung. So empfiehlt der Mediziner, dass Reisende sehr auf ihre Hygiene achten und beispielsweise regelmäßig Hände wäschen. Helfen kann zudem, Flächen, die von vielen Mitreisenden angefasst werden, zu desinfizieren – etwa Klapptische im Flugzeug. 

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McStay rät zudem, unterwegs einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das ist zwar nicht mehr überall Pflicht – in Deutschland müssen Reisende aber im Fernverkehr der Bahn eine FFP2-Maske tragen und auch im Regionalverkehr gibt es vielerorts noch eine Maskenpflicht. Die Masken schützen auch nicht nur vor einer Ansteckung mit Covid-19, sondern auch vor Grippe- und RSV-Erregern.

Krank auf Reisen: Platzwahl im Flieger hat Einfluss 

Ein gesunder Lebensstil auch auf Reisen trägt ebenso dazu bei, gesund zu bleiben. McStay nennt regelmäßigen Schlaf und eine ausgewogene Ernährung als Punkte, um das Immunsystem zu stärken – was dann wiederum besser gegen Bakterien und Keime ankämpfen kann.  

Ein weiterer Trick betrifft vor allem Flugreisende: Eine Studie aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass Passagierinnen und Passagiere, die am Fenster sitzen, ein geringeres Risko haben, sich mit Krankheitserregern zu infizieren. Als Grund wird angenommen, dass diejenigen, die am Fenster sitzen, weniger Kontakt zu vorbeilaufenden Menschen an Bord haben. 

Allerdings ist der Sitzplatz am Fenster allein keine Garantie. So sollten Menschen am Fenster dann nicht aufstehen, sonst verpufft der Effekt. Ebenso sollten sie ihren Kopf nicht ans Fenster lehnen und Abstand zur Kopfstütze halten – denn dort warten Keime. Einer Untersuchung zufolge sind Kopfstützten die größten Bakterienschleudern in Fliegern.

Lüftung an, Desinfektionsmittel dabei: Schutz vor Krankheitserregern im Flieger

McStay würde den Effekt der Sitzplatzwahl auch nicht überbewerten – vor allem, weil Fluggäste beim Check-in, an der Sicherheitskontrolle, beim Boarding und an der Gepäckausgabe viel Kontakt miteinander haben. Bakterien und Viren können also auch vor und nach dem Flug überspringen.

Eine der größten Gefahren lauert an der Sicherheitskontrolle: Einer Studie zufolge sind die Schalen, in die Reisende ihr Handgepäck legen, am meisten kontaminiert. Theoretisch würde es sich also empfehlen, diese zu desinfizieren, ehe man seine Gegenstände hineinlegt. Außerdem sind Klapptische als Viren- und Bakterienschleudern bekannt, diese sollten vor der Nutzung, vor allem vor dem Essen, desinifiziert werden.

Gegen in der Luft herumschwirrende Keime hilft hingegen die Lüftung. Selbst wenn es im Flieger kalt ist, sollten sich Passagierinnen und Passagiere eher mit einem Tuch oder Schal wärmen, als die Lüftung auszustellen. Über die Luftströme werden Bakterien und Viren aus der Luft gefiltert und abgezogen.