Am Sonntag geht es in Katar um alles. Wie Kontrahent Argentinien gewann auch Titelverteidiger Frankreich bisher zweimal die Fußballweltmeisterschaft. Am Sonntag wird es also darum gehen, wer bei sich den dritten Haken setzen kann. Und dabei spielen auch Klimaanlagen eine Rolle. Denn diese sollen für heftige Erkältungen und Spielerausfälle gesorgt haben.

Doch genug vom Sport. Wohin kehrt die französische Fußballnationalmannschaft nach dem Finale zurück? Wir haben uns das Land von Nord nach Süd genauer angesehen und stellen fest: Zumindest als Reiseland ist Frankreich schon jetzt auf Weltmeisterniveau. Aber entscheide selbst.

Liebe, Kultur, Dachgärten und die Stadt Paris

Frankreich und allem voran die Hauptstadt Paris werden mit der Liebe assoziiert wie kein zweiter Ort auf der Welt. Und dieser Ruf wird zelebriert. Schmucke romantische Gassen, die „Le mur des je t’aime“ (Ich-liebe-dich-Mauer), das Seine-Ufer, der Schlosspark von Versailles und der Klassiker: die Kulisse des Eiffelturms, vor und auf dem täglich Heiratsanträge stattfinden. In Paris fühlst du dich wie in der Kulisse einer romantischen Verfilmung.

Inbegriff der Romantik: die Stadt Paris.

Und auch beim Thema Kultur ist Paris unschlagbar. Im Louvre lächelt die „Mona Lisa“, im Musée de l’Orangerie bestaunst du die riesigen Seerosenbilder Claude Monets (bis zu 17 Meter breit und zwei Meter hoch) und im Musée d’Orsay an der Seine sind 3000 (post)impressionistische Werke in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude ausgestellt.

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Damit nicht genug. Die Weltstadt ist nicht nur eine kulturverrückte Romantikerin, sondern auch umweltorientiert. Beim Champs-Élysées-Projekt wird die Prachtstraße bis zum Jahr 2030 fußgängerfreundlich umgestaltet und mit vielen Bäumen, großzügig Platz und einem City-Beach bedacht.

Auch das Urban Gardening treibt Blüten. Der weltgrößte Stadtgarten wächst auf einer Messehalle im Pariser Südwesten, Hausdächer und Fassaden werden begrünt. Paris, je t’aime.

Das weltberühmten Ölgemälde der Mona Lisa von Leonardo da Vinci im Louvre.

Farbenpracht an der Côte d’Azur

Als „Vorraum zum Paradies“ wurde sie schon bezeichnet. Das sind dann wohl die Worte, die man wählt, wenn die Schönheit einer Region nicht mehr messbar ist. Azurblau leuchtet das Meer an der Côte d’Azur, das du von 150 Stränden aus betrachten kannst. In den Parks der malerischen Küstenstädte gedeihen Orangen- und Zitronenbäume. 

Farben und Sonne satt: Menton an der Côte d'Azur.

Neben international bekannten Luxusorten wie Saint-Tropez bietet die Côte d’Azur malerische Bergdörfer wie Saint-Paul-de-Vence und Èze und mit Menton einen sonnenverwöhnten Ort (316 Tage Sonne im Jahr!), in dem die malerische Kulisse der bunten Häuser mit den zahlreichen exotischen Gärten konkurriert. So einen Wettkampf lassen wir uns gefallen.

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Augenschmaus und die Lavendelfelder in der Provence

Was auf Mallorca die Mandelblüte ist, ist in Frankreich die Lavendelpracht in der Provence. Zwischen Mitte Juni und Mitte August blühen die Lavendelfelder am prächtigsten. Das Land ist dann violett gefärbt und auf Hunderten von Kilometern führen Lavendelrouten an den Feldern vorbei. Eines der beliebtesten Fotomotive ist die Abtei Sénanque.

Aber die Franzosen wären nicht Franzosen, wenn sie der Pflanze, die in der Kosmetik eingesetzt wird, nicht auch kulinarisch etwas abgewinnen könnten. Und so findest du Lavendel hier auch als Zutat bei Huhn- und Lammgerichten oder in Süßspeisen wie der Crème brûlée à la lavande. 

Die Lavendelfelder bei der Abtei Sénanque.

Endlose Strände und Mittelalterflair am Atlantik

Mittelalterfans, Wassersportlerinnen und Wassersportler kommen im Norden Frankreichs auf ihre Kosten. An vielen Orten stehen noch die alten Festungsmauern, historische Wehranlagen und Stadttore früherer Tage und die Orte sind mit verwinkelten hübschen Altstädten ausgestattet. La Rochelle und Guérande lassen grüßen.

An den endlosen Stränden der französischen Atlantikküste findet sich außerdem für jede und jeden der richtige Spot zum Tauchen, Kiten, Segeln und Schwimmen. Und das muss nicht immer in Biarritz sein. Orte wie Pornic und Dieppe sind mindestens genauso reizvoll. Und wer Superlative entdecken möchte, muss an die Bucht von Arcachon. Hier kannst du die höchste Wanderdüne Europas, Dune de Pilat, erklimmen.

Die Wanderdüne Dune de Pilat drückt sich jährlich um bis zu vier Meter näher an den Kiefernwald.

Essen wie Casanova in Frankreich

Ja, das Gras auf der anderen Seite des Hügels ist immer grüner. Aber in Frankreich schmeckt es auch besser. Die Baguettes sind außen knusprig und innen weich, Coq au Vin ist ein Gedicht und die Macarons zergehen im Mund. Unser Nachbarland hat es kulinarisch einfach drauf und lässt unsere deutsche Küche (k)alt aussehen. Die französische Küche ist 2012 sogar zum immateriellen Kulturerbe erklärt worden.

Nirgendwo schmeckt das Baguettes so gut wie in Frankreich.

Kein Wunder, Frankreich macht aus den kleinsten Dingen kulinarische Hochgenüsse. So wird zum Beispiel die Kastanie in Frankreich kulinarisch verehrt. Du findest sie in Ragout, Püree, Gratin oder Pudding, in Bier und Honig und natürlich pur in gerösteter Form. Und zu einzelnen Käsesorten hat Frankreich sogar Mythen parat. So soll der Roquefort Casanova zur Stärkung seiner Lendenkraft verholfen haben. Bon appétit!

Hausbootfahren auf dem Canal du Midi

Nicht nur die Küsten im Süden und Norden von Frankreich sind wahre Hingucker. Auch die Kanäle haben viel zu bieten. Der Canal du Midi gehört dabei zu den attraktivsten Kanälen Europas und um ihn per Hausboot zu erkunden, brauchst du nicht einmal einen Führerschein. Der Kanal beginnt in Toulouse und erstreckt sich 240 Kilometer lang bis zum Mittelmeer bei Sète.

Es lohnt sich, bei der Stadt Béziers anzuhalten. Bereits die Durchfahrt bei der Schleusentreppe ist ein Erlebnis. In der Stadt selbst gehören die Besichtigung der Überreste eines Amphitheaters und der über der Stadt thronenden Kathedrale Saint-Nazaire-et-Saint-Celse sowie ein Glas des lokal angebauten Weins auf die To-do-Liste. Ein weiteres Highlight der Hausboot-Tour ist der Halt bei der Festungsstadt Carcassonne.

Lohnendes Ziel bei einer Fahrt auf dem Canal du Midi ist Béziers.

Plötzlich adelig in Centre-Val de Loire

1, 2, 3 … 66, 300! Die Region Centre-​Val de Loire im Zentrum des Landes ist ein Schlösserparadies. Mehr als 300 zieren das Ufer des längsten Flusses in Frankreich. Eines der Prunkschlösser der Loire ist das Château de Chambord. Das einstige Jagdschloss mit den zahlreichen Türmen wurde schon in den 1920er-Jahren als Drehkulisse für Prinzessinnenfilme genutzt und ist mit seinen über 400 Zimmern das größte der Loire-Schlösser. 

Das Château de Cheverny gehört zu den entzückenden Schlössern der Loire.

Dagegen wirkt das Château de Cheverny fast übersichtlich. Es gilt als das am besten möblierte Loire-Schloss und diente den „Tim und Struppi“-Comics als Vorlage für Schloss Mühlenhof. Als wäre so viel Prunk noch nicht genug, setzen die Franzosen im Außenbereich des Schlosses noch ein romantisches i‑Tüpfelchen: Im Garten der Liebe (einem von vier Themengärten) werden das Leben, die Liebe und die Familie geehrt. Dahinschmelzgefahr!